Sergio Marchionne Der Draufgänger
Sergio Marchionne wurde in Italien geboren und wanderte im Alter von 14 Jahren mit seiner Familie ins kanadische Toronto aus. Sein Leben lang besaß er die doppelte Staatsbürgerschaft.
2004 rückte er an die Fiat-Spitze. Mit Kompromisslosigkeit und teils unkonventionellen Ideen sanierte er den kriselnden Turiner Großkonzern.
Er baute die Bürokratie im Unternehmen ab und halbierte die Entwicklungszeiten für neue Modelle. Dabei wurde er auch für seine markigen Sprüche bekannt. Zu seinem...
... Elektromodell Fiat 500e sagte der Firmenchef: "Ich hoffe, sie kaufen ihn nicht. Denn jedes Mal, wenn ich einen verkaufe, kostet es mich 14.000 Dollar." Marchionne spielte damit darauf an, dass das Auto besonders günstig und für Fiat ein Verlustgeschäft sei.
Später übernahm das Unternehmen den heftig angeschlagenen US-Rivalen Chrysler. Die Fusion im Jahr 2014 gilt als einer der größten Verdienste des Italo-Kanadiers. Die prestigeträchtige Marke Ferrari brachte er erfolgreich an die Börse.
Wenn Marchionne Selbstkritik übte, klang das so: "Ich habe nicht all die Grand Cherokees und Wranglers verkauft, die ich hätte verkaufen können." Die hohe Nachfrage nach der Chrysler-Marke Jeep verursachte zeitweise Engpässe bei den Zulieferern.
Als Ferrari-Präsident galt Marchionne in der Formel 1 als kompromissloser Manager, der den Rennstall wieder in die Spur brachte.
Das Team von Pilot Sebastian Vettel hatte er öffentlich mehrmals deutlich kritisiert. Vom viermaligen Weltmeister forderte der Ferrari-Boss: "Er muss mit mehr Selbstbeherrschung fahren und ruhiger und weniger aufgeregt werden."