Sex in den Siebzigern - DER SPIEGEL
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Weg vom Guckloch Hinter den Kulissen

Striptease im Schaukasten: Nackte Schönheiten räkeln sich auf Drehbühnen, Männer gaffen durch die Sehschlitze anonymer Kabinen - Ende der siebziger Jahre überrollten Peepshows deutsche Innenstädte. Fotograf Kai Greiser gelang damals ein seltener Blick hinter die Kulissen des Sex-Business.
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Einblick: Der Blick aus der Box durch die Minutenklappe in den verspiegelten Schauraum offenbart das Objekt der männlichen Begierde, doch es bleibt unerreichbar. Und nach ein paar Minuten fällt die Klappe.

Foto: Kai Greiser
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In der Spiegelwelt: Mitunter haben die Frauen ihren anmachenden Spaß mit Stammkunden, von denen sie durch den Kabinenschlitz gerade einmal die Augenpartie sehen, während sie selbst sich den anonymen Spannern ganz und gar entblößt darbieten.

Foto: Kai Greiser
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Aufwärmen: Wo Nacktheit herrscht, lässt sich an Heizungen schlecht sparen - der Aufenthaltsraum der Tänzerinnen im "Tiffany" ist vollgestellt mit zusätzlichen Heizkörpern.

Foto: Kai Greiser
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Privatgespräch: Eine der Frauen aus dem "Tiffany" führt zwischen den Auftritten ein Telefonat mit einem Freund im Eva-Kostüm.

Foto: Kai Greiser
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Bestrickend: In den Pausen werden aus den in Rotlicht getauchten Sexobjekten ganz normale Frauen, die Stricken oder ein Kleid für eine Änderung abstecken - wenn die Kunden sie so sehen könnten, würden wohl manche Träume platzen.

Foto: Kai Greiser
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Kassensturz: Am Ende der Schicht zählen die Tänzerinnen im "Tiffany" die Tageseinnahmen.

Foto: Kai Greiser
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Solo für zwei: In der Solobox zeigt das Modell hinter einer Trennscheibe und Gitterstäben dem Mann alles, was er will, in einer Einzelvorstellung. Das Gefühl, die Tänzerin nicht mit anderen Männerblicken teilen zu müssen, kostet den Kunden fünf Mark für zwei Minuten. Durch einen Schlitz in der Scheibe kann er der Frau auch noch ein Trinkgeld zustecken.

Foto: Kai Greiser
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Zeit totschlagen: Im Aufenthaltsraum hinter der Peep-Show-Bühne vertreiben sich die Frauen die Zeit bis zum nächsten Auftritt auf der verspiegelten Minibühne des "Tiffany" - es werden Nägel lackiert, Briefe geschrieben und Telefonate mit Freunden geführt.

Foto: Kai Greiser
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The Show must go on: Eine der Aktricen aus der Peep-Show "Tiffany" auf dem Hamburger Steindamm bereitet sich auf den Auftritt vor - High Heels sind ihr ganzes Bühnen-Outfit.

Foto: Kai Greiser
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Kleines Glück in der Kabine: Hier geht es zu den Peep-Show-Boxen mit den Minutenklappen. Über den Türen leuchten bei besetzter Kabine kleine rote Lämpchen. Putzfrauen müssen die Onanierkammern mehrmals am Tag reinigen.

Foto: Kai Greiser
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Rotlichtmilieu: Wer ist hier eigentlich in die Box gesperrt- die Frau, die tanzt, oder der Kunde in seiner Einzelkabine? Im Grunde wohl beide.

Foto: Kai Greiser
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Die Farbe des Geldes: Auf dem Schichtzettel tragen die Frauen jeden Auftritt mit ihrem Künstlernamen ein. Jede Frau benutzt ihre eigene Farbe, was ein buntes Muster ergibt, nach dem jeden Tag abgerechnet wird - pro Auftritt fünf D-Mark, pro Solo zwei Mark.

Foto: Kai Greiser
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Zwischen den Auftritten: Nachdem sie sich an die Gegenwart des Fotografen gewöhnt haben, geben sich die Frauen aus dem "Tiffany" hinter der Bühne ganz unbefangen, selbst unter der Dusche.

Foto: Kai Greiser
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Zum Totlachen: Auf der Drehbühne des "Tiffany" erfüllen die Mädchen den Männern ihre erotischen Fantasien - hinterher im Aufenthaltsraum werden über die Männer Witze gerissen.

Foto: Kai Greiser
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Retusche: Vor dem Auftritt werden kleine Makel schnell noch mit etwas Abdeckpuder kaschiert - den Rest muss das Rotlicht besorgen.

Foto: Kai Greiser
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Hochstimmung: Der Job in der Peep-Show ist hart, aber zwischen den Auftritten bleibt Zeit für Spaß - die Frauen des "Tiffany" lassen sich von der Anwesenheit des Fotografen jedenfalls nicht einschüchtern.

Foto: Kai Greiser
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Spiegelkabinett: 13 Kabinen mit Gucklöchern umgeben die kleine Bühne, auf der sich die Frauen den Blicken der Kunden darbieten. Im verspiegelten Schauraum spielen die nackten, unerreichbaren Tänzerinnen ihre Erotik aus.

Foto: Kai Greiser
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?