Sex-Zwangsarbeit - DER SPIEGEL
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Sex-Zwangsarbeit Überleben im KZ-Bordell

In zehn Konzentrationslagern betrieb die SS Bordelle - die Nazis nötigten weibliche Gefangene zum Sex. Das System bedeutete für die Frauen oft die Rettung vor dem Tod. Bis heute hat keine einzige Entschädigung für den Zwangdienst bekommen.
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Zimmer im Sonderbau des KZ Buchenwald: Der Blick in ein Zimmer des Lagerbordells in Buchenwald 1943, aus dem Album des Lagerkommandanten Herman Pister.

Foto: Musée de la Résistance et la Déportation, Besançon
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Blanko Bordellbesuchsschein: Häufig kam es gar nicht zum Geschlechtsverkehr in den KZ-Bordellen. Manche Männer waren dazu schlicht physisch nicht mehr in der Lage, andere hatten ein viel größeres Bedürfnis, sich mal wieder mit einer Frau zu unterhalten oder ihre Nähe zu spüren.

Foto: KZ-Gedenkstätte Dachau
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Gefangene in Auschwitz: Weibliche Insassen des Konzentrationslagers Auschwitz. Eine zeitlang kursierte das Gerücht, nach dem Einsatz im KZ-Bordell würden die Frauen freigelassen - viele meldeten sich daraufhin freiwillig zum Dienst in den sogenannten Sonderkommandos.

Foto:

DPA

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Frauenbaracke in Auschwitz: Frauen, die sich für die sogenannten Sonderkommandos meldeten oder zum Einsatz in den Bordellen gezwungen wurden, erhielten zunächst eine Behandlung auf der Krankenstation des jeweiligen Konzentrationslagers. Sie bekamen Kalziumspritzen, Desifektionsbäder, besseres Essen und wurden mit der Höhensonne bestrahlt.

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Der Steinbruch von Flossenbürg: Vielfach wurden KZ-Häftlinge zur Arbeit in Steinbrüchen abkommandiert, wo sie das Material für die NS-Prunkbauten produzierten. Um die Gefangenen zu motivieren, sollte ihnen bei "besonderen Leistungen" der Besuch in einem KZ-Bordell gestattet werden.

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Vernichtung durch Arbeit: Viele Zwangsarbeiter mussten während des Zweiten Weltkriegs in Munitionsfabriken in oder in der Nähe von Konzentrationslagern arbeiten. Auch sie sollten mithilfe von Bordellbesuchen zu mehr Produktivität verleitet werden

Foto: AP
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Blick auf das Kleine Lager Buchenwalds (L II): Im KZ Buchenwald wurde am 11. Juli 1943 ein Häftlingsbordell eröffnet. Es war der vierte von insgesamt zehn sogenannten Sonderbauten, die auf Anweisung des Reichsführers SS Heinrich Himmler zwischen 1942 und 1945 in Konzentrationslagern errichtet wurden.

Foto: Mona Hohler
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Geburtstagspräsente: Heinrich Himmler überreicht dem "Führer" zu dessen Geburtstag am 20. April 1944 auf dem Obersalzberg Porzellanminiaturen. Himmler, in seiner Funktion als Reichsführer SS auch zuständig für die Konzentrationslager, hatte in diesen ein Prämiensystem einführen lassen. "Besondere Leistungen" von KZ-Insassen sollten mit Hafterleichterung, Verpflegungszulagen oder Geldprämien belohnt werden. Außerdem sollten den "fleißig arbeitenden Gefangenen Weiber in Bordellen zugeführt werden", wie Himmler am 23. März 1942 an den für die Lager zuständigen SS-Mann Oswald Pohl schrieb.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Bayerische Staatsbibliothek/Archiv Heinrich Hoffmann
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Doppel mit Himmler: Der "Reichsführer SS", Heinrich Himmler (v.), beim Tennisspiel mit seinem Adjutant Karl Wolff. Himmler war ein ausgesprochener Sport- und Gesundheitsfanatiker. Die Einrichtung von Bordellen in Konzentrationslager folgten dann auch seiner zynischer Logik: Mit ihren Liebesdiensten sollten die Frauen in den KZ-Bordellen die Produktivität der Arbeitssklaven in den Steinbrüchen und Munitionsfabriken erhöhen.

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Symbol des Zynismus: Der frühere Haupteingang des Konzentrationslagers Dachau mit dem Eisentor, auf dem die Inschrift "Arbeit macht frei" angebracht ist. Auch hier wurde einer der sogenannten Sonderbauten eingerichtet, in denen KZ-Insassinnen zur Prostitution gezwungen wurden. Für viele von ihnen bedeutete die Arbeit in den sogenannten Sonderkommandos allerdings auch die Rettung: Fast alle der insgesamt wohl 200 Zwangsprostituierten überlebten den Nazi-Terror in den Konzentrationslagern.

Foto: DPA
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Dr. Robert Sommer: Der Wissenschaftler am ehemaligen Eingang der Kommandantur und des Häftlingslagers in der Gedenkstätte Sachsenhausen. Über neun Jahre recherchierte der Kulturwissenschaftler weltweit in Archiven und KZ-Gedenkstätten und fühte zahlreiche Interviews mit Zeitzeugen.

Foto: Jordis Antonia Schlösser/OSTKREUZ
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?