Jung, talentiert, europäisch European Shooting Stars 2013
Die Schauspielerin Ada Condeescu aus Rumänien ist eine von zehn "Shooting Stars", die auf der Berlinale einem großen Publikum präsentiert werden. Bisher hat sie drei Filme gedreht, zwei davon liefen auf wichtigen Festivals. 2010 war Condeescu mit dem Gefängnisdrama "If I want to whistle, I'll whistle" in Berlin, 2011 wurde sie mit "Loverboy" nach Cannes eingeladen.
Der Däne Mikkel Boe Folsgaard bekam 2012 den Silbernen Bären verliehen als bester Darsteller für seine Rolle des kindlichen Regenten Christian VII in "Die Königin und der Leibarzt". Das Drama ist aktuell im Rennen um den Oscar für den besten ausländischen Film.
Auch Deutschland kann sich über einen "Shooting Star" freuen. Die 19-jährige Saskia Rosendahl aus Halle wurde durch ihre Performance in Cate Shortlands Nachkriegsfilm "Lore" bekannt. Darin spielt sie die Titelfigur Hannelore, die sich um ihre jüngeren Geschwister kümmern muss, nachdem Lores Eltern in amerikanische Lagerhaft kommen. Für diese Rolle erhielt Rosendahl bereits den Darstellerinnenpreis beim Stockholmer Filmfestival.
Der Italiener Luca Marinelli feierte sein Leinwanddebüt in Saverio Costanzos "Die Einsamkeit der Primzahlen". Die Liebesgeschichte lief 2010 auf den Filmfestspielen in Venedig und machte Marinelli in seiner Heimat bekannt.
Nermina Lukac aus Schweden hat bisher einen Film gedreht. In "Eat Sleep Die" von Gabriela Pichler spielt sie eine junge Fabrikarbeiterin aus dem Balkan, deren Lebensunterhalt durch Stellenstreichungen gefährdet wird. Diese Rolle brachte Lukac nicht nur den schwedischen Filmpreis Guldbagge ein, sondern auch eine Auszeichnung als "European Shooting Star 2013".
Der Film "A Trip" von Nejc Gazvoda machte Jure Henigman 2011 berühmt: Als Soldat Gregor, der kurz vor seinem Einzug nach Afghanistan noch einmal eine Rundreise mit seinen besten Freunden unternimmt, eroberte der Slovene die Herzen seiner Nation - und konnte die europäische Jury überzeugen. Diese war vor allem von Henigmans Mimik beeindruckt, mit der er auf natürliche Weise "eine Bandbreite von Gefühlen" transportieren kann.
Laura Birn arbeitet seit zehn Jahren vor der Kamera und ist in ihrer Heimat Finnland ein Star. Internationale Anerkennung brachte ihr die Hauptrolle in Sofi Oksanens "Purge" aus dem Jahr 2012, für den sie als beste Darstellerin für den Satellite Award nominiert worden war - neben den Oscar-Kandidatinnen Jessica Chastain, Jennifer Lawrence und Emmanuelle Riva.
Die Französin Christa Théret spielte bereits in Filmen von Constantin Costas-Gavras ("Die Axt") oder aktuell in Gilles Bourdochs "Renoir". In Deutschland kennt man sie dank der Komödie "LOL", in der Théret die Tochter von Sophie Marceau verkörperte. Die "Shooting Stars"-Jury lobte "ihre Mischung aus Zerbrechlichkeit, Melancholie und Charisma."
Arta Dobroshi ist eine kosovo-albanische Schauspielerin. Internationale Anerkennung brachte ihr 2008 die Titelrolle in "Lornas Schweigen" von Jean-Pierre und Luc Dardenne ein. 2012 lief in Cannes der Film "Drei Welten" von Catherine Corsini, in dem Dobroshi wieder eine Hauptrolle übernommen hatte.
2013 wird man die Schweizerin Carla Juri in der Verfilmung von Charlotte Roches Skandalroman "Feuchtgebiete" erleben. Zuvor hatte sie bereits den Schweizer Filmpreis als beste Hauptdarstellerin erhalten - für ihre Rolle in Xavier Kollers "Eine wen iig, dr Dällebach Kari", in der sie eine junge Frau aus reichem Haus verkörpert, die sich Ende des 19. Jahrhunderts in einen Bauernsohn mit Hasenscharte verliebt.