Sicherheit in der Formel 1 Der Tod fährt immer mit
Schutzlos: Der französische Fahrer krachte mit seinem Renault am 3. Juli 1982 beim Grand Prix in Zandvoort in die Reifenstapel. Arnoux hatte Glück, er konnte unverletzt dem Wrack seines Autos entsteigen. Trotzdem zeigt das Foto Eindrucksvoll, wie wenig Fahrer und Zuschauer im Vergleich zu heute bei den Rennen geschützt wurden.
Massenkarambolage: Gleich zwei große Unfälle gab es kurz nach dem Start des Grand-Prix-Rennens am 16. August 1987 im österreichischen Zeltweg. Dass die Fahrer Crashs wie diese überlebten, verdankten sie nicht zuletzt den Bemühungen von Jackie Stewart um mehr Sicherheit in der Formel 1.
Rex Mays: Der kalifornische Rennfahrer wurde am 9. November 1949 aus seinem Wagen geschleudert, als dieser in eine Streckenabsperrung krachte. Mays starb bei diesem Unfall.
Ein Bild aus guten Zeiten: Am Rande eines Rennens in Indianapolis im Mai 1966 scherzt Jackie Stewart (M.) mit seinen Rennfahrerkollegen Graham Hill (l.) und Jim Clark (r.). Clark starb zwei Jahre später bei einem Unfall auf dem Hockheimring, Hill kam 1975 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben.
Das Rennen läuft weiter: Im Lauf seiner Karriere hat Jackie Stewart viele Kollegen verunglücken sehen. So passierte er am 19. April 1970 beim Grand Prix von Spanien die brennenden Rennwagen von Jackie Oliver und Jacky Ickx, kurz nachdem diese miteinander kollidiert waren. Beide Fahrer überlebten den Unfall jedoch und trugen nur leichte Verletzungen davon. Viele Piloten starben jedoch in den brennenden Wracks ihrer Boliden - auch, weil es vielfach nicht genügend Feuerlöscher an der Strecke gab.
Auf der Rennbahn: Jackie Stewart am 3. August 1969 in seinem Ford bei einem Rennen auf dem Nürburgring. Er wurde an diesem Tag zweiter hinter Jacky Ickx.
Rolex-Werbeträger: Der Luxusuhrenhersteller warb 1972 mit Jackie Stewart und behauptete, der Rennfahrer würde seine Rolex nur abnehmen, um in seine feuerfeste Unterwäsche zu steigen. Dass die Fahrer überhaupt feuerfeste Unterwäsche trugen, ging auch auf die Initiative von Jackie Stewart zurück.
Vor dem Rennen: Der österreichische Formel-1-Pilot Jochen Rindt unterhält sich vor dem Start des Rennens am 2. August 1970 auf dem Hockenheimring noch mit seinem Manager Colin Chapman. Rindt dominierte die Formel 1 in dieser Saison und es war sicher, dass er sich den WM-Titel sichern würde. Beim Abschlusstraining am 5. September 1970 in Monza brach jedoch sein Lotus plötzlich aus und prallte in die Streckenbegrenzung. Rindt konnte schwer verletzt aus dem Wagen geborgen werden, starb aber noch im Rettungswagen an seinen Verletzungen.
Fahrer unter sich: Jochen Rindt und sein Lotus-Teamkollege Graham Hill warten 1970 am Rand der Rennstrecke im niederländischen Zandvoort auf ihren Einsatz. Die Zigarette zeigt deutlich: Damals war die Formel 1 noch keine Veranstaltung für Hochleistungssportler, sondern vor allem für mutige Männer - ein Image, dass nach Kräften gepflegt wurde. Entsprechend entrüstet reagierten einige Fahrer auf die Sicherheitsbestrebungen von Jackie Stewart. Sie hatten mehr Angst davor, als Feiglinge zu gelten, als vor dem Tod, der viele von Ihnen damals auf der Rennstrecke ereilte.
Über den Asphalt schweben: Mit vollem Tempo rast Jackie Stewart am 3. August 1969 mit seinem Ford über den Nürburgring. Auf die Sicherheit der Fahrer legten die Veranstalter zu dieser Zeit noch nicht all zuviel Wert. Noch nicht einmal Leitplanken schützen die Fahrer - ein Abflug von der Strecke in den Wald bedeutete fast immer den sicheren Tod.
Start im Regen: Ungeduldig warten die Fahrer am 4. August 1968 auf das Signal zum Rennstart auf dem Nürburgring. Vor allem bei Regenrennen stieg das Unfallrisiko für die Fahrer damals erheblich.
Zwischehalt für freie Sicht: Formel-1-Fahrer Jo Siffert hielt am 7. Juli 1968 am Rand der Rennstrecke im französischen Rouen an, um sich von seinem Teamkollegen Graham Hill ein trockenes Visier auszuleihen, während John Surtees in seinem Honda an den beiden vorbeibraust. In der Formel 1 von heute ist sowas undenkbar.
Gefährlicher Sport: Jochen Rindt führte in seinem Lotus beim Grand Prix von Monaco am 10. Mai 1970 das Feld vor Piers Courage, Jo Siffert und Bruce McLaren an. McLaren starb bei einem Unfall am 2. und Courage am 21. Juni des gleichen Jahres, Jo Siffert im Oktober 1971.
Neben der Spur: Beim Formel-1-Rennen in Kent am 11. Juni 1964 rutschte Lloyd Ruby mit seinem Wagen von der Strecke, blieb bei dem Unfall aber unverletzt.
Bereit zum Start: Vor dem Grand Prix von Belgien in Spa-Francorchamps am 7. Juni 1970 warten die Fahrer auf den Start des Rennens. In der ersten Reihe starteten an diesem Tag (v.l.n.r.) Chris Amon, Jochen Rindt und Jackie Stewart.
Bruce McLaren: Der neuseeländische Fahrer sitzt vor dem Formel-1-Rennen im März 1970 in Kent auf dem Rad seines Rennwagens. Bei Testfahrten am 2. Juni des gleichen Jahres prallte er mit einem Tempo von 200 Stundenkilometern gegen eine Mauer, wurde herausgeschleudert und starb.
Am Unglücksort: Fassungslos steht der britische Rennfahrer Graham Hill am 7. April 1968 am Wrack seines eben auf dem Hockenheimring tödlich verunglückten Kollegen Jim Clark. Nach einem Reifenplatzer war Clark von der Strecke abgekommen und in den Wald gerast. Damals gab es noch keine Leitplanken oder andere Sicherheitsvorkehrungen, die so etwas verhindert hätten.
Konzentriert am Steuer: Bruce McLaren 1963 in seinem Rennwagen. Sieben Jahre später starb er während einer Testfahrt, als er von der Piste abkam und frontal gegen eine unnütze Mauer prallte, die einen nicht mehr länger genutzten Streckenmarschall-Posten sichern sollte.