Sieben Handy-Leidensgeschichten - DER SPIEGEL
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Zum Durchklicken Sieben Leidensgeschichten

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Erst aufs Parkett, dann ins Klo

Mein iPhone 5 trennt sich gerade in Raten von mir. Voller guter Vorsätze hatte ich mir nach der Anschaffung sofort eine Schutzhülle zugelegt. Eine harte Kunststoffschale, nicht billig, die schon am ersten Tag zu bröckeln begann. Als sie nicht mehr vorzeigbar war, musste es ohne gehen.

Es ging nicht. Erst war es eine kleine Delle im Metallrahmen, dann ein feiner Haarriss im Display-Glas. Anschließend kam der fatale Sturz am sonntäglichen Frühstückstisch. Eineinhalb Meter, auf einen Parkettboden. Nicht tief, aber zu viel für ein sensibles Apple-Konstrukt. Das gesamte Display zersplitterte. Glas steckte im Fuß, im Zeigefinger und doch: Der Touchscreen funktionierte.

Dann kam am nächsten Tag ein peinlicher Vorfall: Das Teil fiel mir auch noch ins Toilettenbecken. Ein Tauchgang mit wasserdurchlässiger Glasabdeckung? Schnell den Fön gezückt, höchste Stufe und draufgehalten. Dann sofort überprüfen, ob es noch geht. Psychedelisch-bunte Streifen ruckelten über den Screen, die Pixelauflösung hatte nachgelassen. Doch, oh Wunder, es erholte sich. Obwohl ich laut Internetberater alles, aber auch alles falsch gemacht hatte.

Mittlerweile fangen die ständigen Splitter im Zeigefinger langsam an, lästig zu werden, auch das Vorbeischielen an den Sprüngen nervt. Genau wie das Suchen nach einer heilen Stelle im Display, um zu wischen. Tesafilm bedeckt inzwischen die Stelle, an der schon Innereien sichtbar sind. Aber: Inzwischen ist mein iPhone 5 ein Überlebensheld geworden, man spricht mich darauf an. Vielleicht sollte ich mit der Reparatur noch warten.

(Antje Blinda)

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Noch kaputter geht immer

Hach, war mein LG G2 ein gutes Handy - bis es von einem Tag auf den anderen immer wieder ausging, wenn ich es einschaltete. Fortan war es ein Glückspiel, ob ich es rechtzeitig zur jeweils gebrauchten Funktion schaffte, mit einer miesen Erfolgsquote. Besonders mühsam wurde das Vorankommen durch meinen achtstelligen Pincode.

Nach Wochen der Selbstgeißelung entschied ich, endlich bei LG auf meine Garantie zu pochen. Bevor ich das Handy verschickte, fiel es mir aber noch im Hausflur aus der Hand. Mit dem neuen Display-Schaden war das Argument 'Ich habe doch gar nichts falsch gemacht' irgendwie hinfällig.

Ich bediente das Handy anschließend noch eine Zeit lang mit einer eingestöpselten Maus - das war angesichts des defekten Touchscreens der einzige noch mögliche Weg. Nach einigen verstörten Blicken in der U-Bahn kaufte ich mir dann ein neues Gerät.

(Markus Böhm)

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Nur aus Sicherheitsgründen getrennt

Noch 2014 habe ich mein altes Nokia-Klapphandy ab und zu als Zweittelefon benutzt, auch wenn es 'einer Netzwelt-Redakteurin unwürdig' war, wie Kollege D. befand. Dabei hatte ich mich längst an all die Einschränkungen nach mehreren Jahren und vielen Stürzen gewöhnt.

Das Display verdunkelte sich nach wenigen Sekunden, so dass man das Gerät unter eine Lampe halten musste, um etwas entziffern zu können. Die Steuerungstaste war zersplittert, zum Booten brauchte das Handy gefühlt minutenlang - und Surfen im 'mobilen Internet' hatte ich gar nicht erst ausprobiert.

Bis heute sehe ich nicht ein, warum ich mir alle zwei Jahre ein neues Telefon kaufen und noch mehr Elektroschrott produzieren soll. Deshalb nutze ich die Geräte so lange wie möglich - meist halten sie ja ohnehin nur beschämend kurz. Vom Klapphandy habe ich mich in erster Linie aus Sicherheitsgründen getrennt, wegen der total veralteten Technik. Sonst hätten wir es wohl noch ein wenig miteinander ausgehalten.

(Judith Horchert)

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Und schon wieder diese Stelle

Als ich den Schaden zum ersten Mal sah, konnte ich es kaum glauben: Aus ungefähr einem Meter Höhe war das iPhone meiner Tochter vom Schreibtisch auf den Fußboden gefallen. Kein großes Ding, sollte man meinen, wäre das Handy nicht von mir vorbelastet gewesen. Vor ihr hatte ich es gut ein Jahr lang benutzt - und ich mag keine Handyhüllen.

Das wurde dem iPhone irgendwann zum Verhängnis: Als ich auf dem Fahrrad meine Schlüssel aus der Jacke holen wollte, zog ich das Handy versehentlich mit heraus. Es krachte auf die Pflastersteine - und schien nahezu unversehrt. Nur der obere Rahmen war verbeult, hatte sich ein wenig herausgehoben.

Genau auf diese Schwachstelle war das Handy nun erneut gefallen und diesmal war der Schaden ungleich größer: Das Bildschirmglas zerbarst genau an jener Ecke, die ich schon zerbeult hatte. Der Austausch war meiner Tochter zu teuer und so entschied sie sich für eine Lösung, die bis heute gut funktioniert: Ein dicker Streifen transparentes Klebeband sorgt dafür, dass das Glas nicht splittert. Technik und Touchscreen funktionieren damit - zu meiner Verwunderung - immer noch bestens.

(Matthias Kremp)

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Laden können's nur Profis

Mein Fairphone habe ich seit dem März 2014. Nach einem Jahr gab es dann einen Handy-auf-Beton-Moment, seitdem ging es stetig abwärts mit uns. Etwa zwei Monate nach dem Vorfall ließen sich per Kabel keine Daten mehr übertragen. Und der Stecker des Ladekabels lud offenbar nur noch, wenn er in einem speziellen Winkel gebogen wurde.

Zum Fixieren musste man das Kabel zwei Mal um das Telefon wickeln, vertikal, nicht horizontal. Schuld war die Schnittstelle am Telefon, am Kabel liegt es nicht.

Außerdem stürzt das Telefon ab, wenn ich Ungewöhnliches von ihm will: etwa eine SMS schreiben oder einen Anruf entgegen nehmen. Aufgegeben habe ich erst, als die Wickeltechnik versagte und das Telefon starb.

(Alexandra Schulz)

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Alle SMS auf einmal

Die gute Freundin sollte doch schon längst auf meine letzte Plapper-SMS - wie sonst auch immer - geantwortet haben, aber die Nachricht bleibt aus. Seltsam. Tage später schalte ich morgens das Handy an, und es hört gar nicht mehr auf zu brummen: 18 Nachrichten auf einmal. Von der Freundin. Die sich ihrerseits seit Tagen über mein plötzliches Verstummen wundert.

Mein liebes, gut vier Jahre altes Nokia-Handy macht solche Sachen, aber ich nehme sie in Kauf. Denn egal wie oft es mir auf den Boden und in alle drei Einzelteile fällt, es funktioniert danach einfach immer weiter. Ich kann damit telefonieren, Nachrichten schreiben. Das war's. Mehr brauche ich nicht. Den Rest liefert mir mein Diensthandy, bei dem mir regelmäßig der Schreck in die Glieder fährt, wenn es mir aus der Hand rutscht.

Ob ich mir vorstellen kann, mich auf Dauer von meinem Nokia zu trennen? Niemals! Oder nur dann, wenn ich dadurch einmal ernsthaft eine Freundschaft riskieren sollte.

(Yasmin El-Sharif)

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WLAN? Och nö!

Ist das wirklich ein 'Superphone'? Heute bestimmt nicht mehr, aber 2010, als das Nexus One auf den Markt kam, wurde es als solches angepriesen. Immerhin bot es eine Fünf-Megapixel-Kamera und einen Bildschirm in Amoled-Technik. Vor allem aber hatte es das damals aktuelle Android-System Version 2.1. Ich benutzte es lange.

Eines Tages flutschte es mir dann aus der Hand und krachte auf einen Steinboden. Eigentlich hatte ich noch Glück: Das Display bekam nicht einen Kratzer. Der Rahmen aber wurde bei dem Sturz so unglücklich getroffen, dass er sich wohl verzogen hat. Der Rückendeckel steht seitdem immer etwas ab.

Blöderweise scheint beim Sturz auch die Elektronik etwas abbekommen zu haben. Im Grunde funktioniert alles noch, nur mit WLAN will sich das Nexus nicht mehr verbinden. Damals, als ich das Nexus noch intensiv nutzte, war das ein echter Nachteil, denn trotz aus heutiger Sicht mäßiger Geschwindigkeit war das mickrige Datenvolumen meines Mobilfunkvertrags damit immer viel zu schnell aufgebraucht.

Ich habe das Handy bis heute aufbewahrt, einfach, weil es das älteste Android-Gerät ist, das ich habe. In meinem Job kann man so etwas manchmal gut gebrauchen.

(Matthias Kremp)

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