Siemens-Affäre Dunkle Machenschaften Made in Germany
Viscount Saito Makoto: Der Admiral und damalige japanische Marineminister war 1914 zusammen mit dem Premierminister Gonnohyoe Yamamoto im Zusammenhang mit der sogenannten Siemens-Affäre in arge Bedrängnis geraten. Die japanische Marine hatte Schmiergelder der deutschen Firma sowie des britischen Rüstungskonzerns Vickers angenommen. Dauerhaft trug Saitos politische Karriere jedoch keinen Schaden davon: 1932 wurde er selbst zum Premierminister Japans ernannt.
Hitlergruß: Seine letzte Rede vor der Wahl zum deutschen Reichskanzler hielt Adolf Hitler am 11. November 1933 in einer Fabrik des Siemens-Konzerns. Der Elektrohersteller hatte bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts versucht, sich dauerhaft auf dem japanischen Markt zu etablieren. 1914 erlitt Siemens bei diesen Bestrebungen jedoch einen herben Rückschlag: Als sich herausstellte, dass die Firma Offiziere der japanischen Marine geschmiert hatte um an Aufträge für Elektroausrüstungen gelangen, war es um das Ansehen des deutschen Konzerns in Nippon geschehen.
Der japanische Einmarsch: Japanische Infanterie 1914 beim Einmarsch in Tsingtau, der ehemaligen deutschen Kolonie in China. Sie tragen dabei die Flagge der japanischen Kriegsmarine (Rising Sun). Im Ersten Weltkrieg hatte sich Japan auf die Seite Großbritanniens geschlagen und Deutschland 1914 den Krieg erklärt. Die in Japan für Siemens arbeitenden Deutschen wurden zum Kriegsdienst eingezogen und mussten Tsingtau gegen die japanischen Angreifer verteidigen. Nach drei Monaten ergaben sich die deutschen jedoch und wurden bis zum Kriegsende interniert.
Rüstungsfabrik: Arbeiterinnen setzen in einem Vickers-Werk 1914 Granaten zusammen. Der britische Rüstungskonzern hatte zu diesem Zeitpunkt bereits gute Geschäftsbeziehungen zu Japan. Das Geschäft mit dem asiatischen Land geriet jedoch ins Stocken, als sich herausstellte, dass Vickers die Marine über das Handelshaus Mitsui geschmiert hatte. Obwohl die Schmiergeldzahlungen von Vickers deutlich höher ausfielen als die von Siemens, ging die Affäre als "Siemens-Skandal" in die japanischen Geschichtsbücher ein.
"SMS Gneisenau" : Das mit acht 21-Zentimeter-Geschützen bewaffnete Schiff war während des Ersten Weltkriegs in Tsingtau, der deutschen Kolonie in China, stationiert. Dem japanischen Angriff konnte die deutsche Streitmacht jedoch nicht lange standhalten.
Straßenszene in Tsingtau: Die deutsche Kolonialherren hatten es sich in Tsingtau wie in der alten Heimat eingerichtet. So prägte die bodenständige deutsche Bauweise auch nach der erzwungenen Aufgabe des "Schutzgebiets" 1914 das Stadtbild - nun mit chinesischen Schriftzeichen über den Ladengeschäften, wie in dieser Aufnahme aus dem Jahr 1935.