Siemens Geschichte - DER SPIEGEL
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Die Siemens-Story Immer wieder neu erfinden

Umbauen, verkaufen und neu ausrichten sind Dauerthemen bei Siemens. Konzernchef Joe Kaeser will das Unternehmen zukunftsfähig machen. Eine Bilderreise durch die Siemens-Historie.
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Bei Siemens ist derzeit Großbaustelle. Der Konzern will sich wieder einmal neu erfinden. Die größte Sorge der Siemens-Führung ist, dass das Unternehmen nicht mehr innovativ genug ist.

Foto: Roland Weihrauch/ picture alliance / dpa
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Konzernboss Joe Kaeser gilt als eingefleischter Siemensianer. Doch seit er Mitte 2013 die Führung übernommen hat, arbeitet er am Umbau. Der große Erfolg will sich bisher nicht einstellen.

Foto: JOHN MACDOUGALL/ AFP
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Siemens ist neben ThyssenKrupp eine deutsche Industrielegende. Der Erfinder Werner von Siemens legte im Alter von 30 Jahren den Grundstein für den heutigen Weltkonzern, als er 1847 in Berlin gemeinsam mit Johann Georg Halske die Telegraphen-Bau-Anstalt von Siemens & Halske gründete.

Foto: Siemens
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Am Anfang der Siemens-Geschichte stand eine kleine Werkstatt in einem Berliner Hinterhof. Das Bild zeigt einen elektrischen Zeigertelegrafen zur Übertragung von Nachrichten, den Werner von Siemens weiterentwickelte.

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Der Erfolg von Siemens gründete stets auf Innovationen und einem Gespür dafür, was technisch gefragt sein könnte. So dachte Werner von Siemens über elektrische Hochbahnen nach, um die Großstädte vom Verkehr zu entlasten. 1879 stellte Siemens & Halske die weltweit erste elektrische Eisenbahn vor.

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Werner von Siemens lag daran, seine Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden. Schon 1858 wurden die Lohnarbeiter am Gewinn beteiligt. Ab 1879 galt für Arbeiter von Siemens ein Neun-Stunden-Tag, ab 1891 ein 8,5-Stunden-Tag.

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Um frisches Geld für Investitionen zu bekommen, wird Siemens & Halske 1897 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die Familie von Siemens ist aber darauf bedacht, Einfluss von außen so gering wie möglich zu halten.

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Forschung und neue Entwicklungen bildeten den Grundstein für den Erfolg von Siemens. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden in den Berliner Werken kleine Forschungslabore eingerichtet. Ab Juli 1905 gab es ein zentrales Labor, das für Weiterentwicklung zuständig war.

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Um 1900 herum bündelte Siemens seine Aktivitäten auf einem Gelände nordwestlich von Berlin. Dort entsteht die Siemensstadt mit Betrieben und Werkssiedlungen. Das Bild zeigt das Kabelwerk Westend.

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Zur Siemens-Geschichte gehört auch, dass sich das Unternehmen immer wieder mit anderen Firmen zusammengetan hat, um in bestimmten Geschäftsfeldern weiterzukommen. Der Lampenhersteller Osram war so ein Fall. 1919 schlossen sich die damals führenden deutschen Glühlampenhersteller zusammen. Siemens & Halske beteiligt sich mit 40 Prozent. Ab 1978 war Osram eine hundertprozentige Siemens-Tochter. 2013 brachte der Konzern Osram an die Börse.

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1923 stieg Siemens auch in die Entwicklung von Rundfunkgeräten ein und präsentierte 1924 eines seiner ersten Empfängergeräte, den Siemens-D-Zug.

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Siemens setzt ab den Zwanzigerjahren auf die Fließfertigung, um Zeit und Kosten zu sparen. Vor allem Haushaltsgeräte und Rundfunkgeräte wurden so günstiger produziert.

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Zur Siemens-Produktpalette gehört bis heute die Bahntechnik. 1930 präsentierte das Unternehmen eine Mehrzweck-Elektrolokomotive, die besonders leicht war und sowohl Personen- als auch Güterzüge ziehen konnte.

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Nach dem Zweiten Weltkrieg waren viele der Siemens-Werke zerstört. Das Unternehmen stand vor einem schwierigen Wiederaufbau. Einzelne Unternehmensteile begannen damit unabhängig von der Zentrale in Berlin. Ab 1949 wurden die Firmenteile wieder zusammengezogen. Siemens verlegte angesichts der politisch angespannten Lage in Berlin seine Zentrale nach München.

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In den Fünfzigerjahren stieg Siemens in die Datenverarbeitung ein. Während der Wirtschaftswunderjahre machte der Konzern mit Konsumgütern wie Waschmaschinen und Fernsehgeräten gute Geschäfte. In der Medizintechnik setzte Siemens unter anderem auf Herzschrittmacher. 1966 wurden die verschiedenen Geschäftsbereiche unter dem Dach der Siemens Aktiengesellschaft gebündelt.

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Um wettbewerbsfähiger zu werden, bündelte Siemens 1967 zusammen mit Bosch sein Geschäft mit Hausgeräten in der Gemeinschaftsfirma Bosch-Siemens Hausgeräte (BSHG). 2015 zog sich Siemens aus dem Unternehmen zurück und gab es vollständig an Bosch ab.

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In der Medizintechnik setzte Siemens ab den Siebzigerjahren auf Computertomographie und entwickelte bald den ersten Schädelscanner der Welt. Das Gerät wurde 1974 präsentiert.

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Die Telekommunikationstechnik war einst das Kerngeschäft von Siemens. 1984 präsentierte der Konzern ein ISDN-Kommunikationssystem, mit dem Texte, Bilder und Daten übermittelt werden können. 2007 aber trennte sich Siemens vom Rest des Telekommunikationsgeschäfts.

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Anfang der Achtzigerjahre setzte Siemens auf Megabit-Speicherchips. Diese Entwicklungen brachten den Konzern in vielen Bereichen voran. Das eigentliche Geschäft mit Speicherchips gliederte Siemens aber 1999 aus und gründete Infineon Technologies.

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1997 brachte Siemens das weltweit erste GSM-Handy mit Farbdisplay auf den Markt. Doch im Handygeschäft verlor Siemens den Anschluss an die Konkurrenz. 2005 verkaufte der Konzern das Geschäft an den taiwanesischen Konzern BenQ. Doch schon 2006 ging BenQ Mobile Deutschland in die Insolvenz.

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Siemens setzt inzwischen stark auf das Energiegeschäft. Diese Gas- und Dampfturbinenanlage wurde von dem Konzern in Abu Dhabi errichtet.

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Siemens hat sich oft neu erfunden. Aber bis heute hält der Konzern an seiner Bahntechnik fest.

Foto: Daniel Reinhardt/ picture alliance / dpa
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2015 leistete sich Siemens mit dem Zukauf des Öl- und Gastechnikausrüsters Dresser-Rand den teuersten Einkauf in seiner Firmengeschichte. 7,6 Milliarden Dollar investierte Siemens in das US-Unternehmen. Bisher zahlt sich das nicht aus: Der rapide Ölpreisverfall stürzte Dresser-Rand zuletzt in Turbulenzen.

Foto: Getty Images/Siemens
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