Silvio Berlusconi: Kavaliere mit Problemen - DER SPIEGEL
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Silvio Berlusconi Kavaliere mit Problemen

Dem italienischen Regierungschef hat das Volk schon so manchen Schnitzer verziehen, doch jetzt scheint Silvio Berlusconi ernsthaft in Bedrängnis zu sein. Im Parlament hat er keine Mehrheit mehr und ist auf die Unterstützung seines früheren Verbündeten und heutigen Rivalen Fini angewiesen.
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Silvio Berlusconi heizt am 3. Oktober seinen Anhängern bei einer Rede in Mailand ein. Die Italiener haben ihrem Regierungschef schon so manche Unverfrorenheit verziehen. Doch nun sorgt er erneut für Empörung. Auch der Vatikan ist jetzt erbost.

Foto: STEFANO RELLANDINI/ REUTERS
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In einem Video macht Berlusconi sich über angeblich geldgierige Juden lustig. Seine Aussagen beleidigten "die Gefühle der Gläubigen und die Erinnerung an die sechs Millionen Opfer der Shoah", schreibt die katholische Zeitung "L'Osservatore Romano". "Berlusconi muss sich bei allen Italienern entschuldigen", so Erzbischof Velasio De Paolis.

Foto: ALBERTO PIZZOLI/ AFP
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Es wird langsam brenzlig für Berlusconi. Eine Vertrauensabstimmung im Parlament hat der Ministerpräsident zwar überstanden, dennoch gilt seine Regierung als geschwächt.

Foto: Alessandra Tarantino/ AP
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Im Parlament ist der Regierungschef nun abhängig von seinem früheren Verbündeten und heutigen Rivalen Gianfranco Fini. Im Juli kam es zum Bruch zwischen beiden Männern, Berlusconi warf Fini aus dem Regierungsbündnis "Volk der Freiheit" - und Fini nahm seine Anhänger mit sich. Berlusconi hat damit die absolute Mehrheit verloren.

Foto: STRINGER/ITALY/ REUTERS
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Ausgerechnet Berlusconis bisheriger Kronprinz macht ihm nun das Regieren zur Hölle. Seit Monaten torpediert Fini das Lieblingsprojekt seines Premiers, das sogenannte Maulkorbgesetz, das Abhörmöglichkeiten von Justiz und Ermittlern und die Berichterstattung der Medien über laufende Verfahren beschneiden soll.

Foto: MAX ROSSI/ REUTERS
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Zehntausende Menschen demonstrierten zudem am 2. Oktober in Rom gegen die Politik Berlusconis.

Foto: Massimo Percossi/ dpa
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Auf Plakaten forderten die Demonstranten den Rücktritt des konservativen Ministerpräsidenten - und sie verlangten ein neues Gesetz gegen Interessenkonflikte, um Berlusconis Macht über die Medien via seines Medienkonzerns zu brechen.

Foto: Massimo Percossi/ dpa
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Ende 2009 trieben der Scheidungskrieg im Hause Berlusconi und der Klatsch um eine minderjährige Vertraute den Ministerpräsidenten in die Defensive.

Foto: Daniel Dal Zennaro/ dpa
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Das ganze Land wusste detailliert Bescheid über die angeblich spontane Stippvisite des damals 72-jährigen Berlusconi bei der Party zum 18. Geburtstag von Noemi Letizia. In einer Lokalzeitung plapperte die Blondine aus: "Er ist für mich wie ein zweiter Papa. Er hat mich erzogen. Ich habe nie herumerzählt von dieser so starken Freundschaft zu Papi Silvio." Der habe es nie "an Aufmerksamkeit" fehlen lassen, schenkte ihr mal einen Diamanten, mal ein Goldkettchen.

Foto: FRANCO CASTANO'/ AP
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Berlusconis Ehefrau Veronica Lario kündigte daraufhin die Scheidung an: "Ich kann nicht mit einem Mann zusammenbleiben, der mit Minderjährigen verkehrt." Lario wurde anschließend als Eine-Frau-Opposition gefeiert - sie hatte ihn in die Enge getrieben wie schon lange kein politischer Gegner mehr.

Foto: STEFANO MELUNI/ ASSOCIATED PRESS
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Bei einem Parteitreffen Mitte September in Rom ließ sich Berlusconi dennoch gerne mit einem hübschen Fan fotografieren. Das Lachen ist ihm jedoch vergangen - zumindest ein bisschen.

Foto: Gregorio Borgia/ AP
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?