Simbabwe Land in der Krise
Robert Mugabe, 85 Jahre alt, herrscht seit 1980 in Simbabwe. Den Pluralismus im Land schränkte er immer stärker ein, er errichtete ein autoritäres Regime in dem afrikanischen Staat - und überzog die Bevölkerung mit Terror. Oppositionelle wurden verfolgt und ermordet. Sein Land litt unter Cholera und Chaos, unter Hunger und Epidemien - aber der Diktator wollte nicht weichen.
Bei den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen 2008 brachen schwere Unruhen aus, nachdem sowohl Mugabe als auch Oppositionspolitiker Morgan Tsvangirai (im Bild) den Sieg für sich beanspruchten. Nach einem erbitterten Machtkampf und internationalen Vermittlungsbemühungen ließ sich Tsvangirai auf die Bildung einer Einheitsregierung ein, in der er als Ministerpräsident agiert. Doch auch die ist brüchig.
Tsvangirais enger Berater Roy Bennett (im Bild) wurde an dem Tag seiner Vereidigung als stellvertretender Agrarminister im Februar verhaftet. Das Lager um Präsident Robert Mugabe wirft dem weißen Farmer Besitz von Waffen und Planung eines Umsturzes vor. Darauf steht die Todesstrafe. Mitte Oktober wurde Bennett erneut festgenommen - Tsvangirai boykottierte daraufhin Kabinettssitzungen und die Zusammenarbeit mit Mugabe. Inzwischen arbeitet Tsvangirai wieder in der Regierung mit.
Doch Tsvangiras Partei erreichen vor allem aus den ländlichen Gebieten jeden Tag neue Berichte über Gräueltaten gegen ihre Mitglieder. Fast täglich klagen neue Opfer von Mugabes Schlägerbanden über Ausschreitungen. Einen Uno-Sonderberichterstatter, der Folter durch Mugabes Sicherheitskräfte untersuchen sollte, ließ der Despot kurzerhand ausweisen. Auf dem Foto wird ein Mann von Polizisten aus einem Stadion gezerrt.
Mugabe müsse ihn als gleichwertigen Partner in der Regierung akzeptieren, forderte Tsvangirai vor Anhängern am 8. November. Doch der Präsident beschimpfte ihn als "unehrenhaft", "unzuverlässig" und "untreu".