Comiczeichner Matt Groening "coolster Typ in der Stadt, coolster Typ überhaupt"
Der Vater des Welterfolgs: Matt Groening 1990 im Alter von 36 mit einem kleinen Homer Simpson. Die rülpsende Hauptfigur der Zeichentrickserie wurde 2007 von der "USA Today" zu den 25 einflussreichsten Personen der vergangenen 25 Jahre gewählt. Eine britische Online-Umfrage kürte Homer sogar zum bekanntesten US-Amerikaner, noch vor Abraham Lincoln.
Die "echten" Simpsons: Matt Groenings Familie - von links Bruder Mark, Mutter Margaret und die Kinder Maggie, Matt und Lisa. Mark, so sagte Matt Groening einmal in einem Interview, habe ihn zur Figur Bart Simpson inspiriert. Das Wort "Bart" wiederum sei ein Anagramm des englischen Worts "brat", was den Charakter der Figur gut umschreibt: Balg, Göre, Quälgeist.
Die Top 10 des Meisters
Matt Groenings liebste "Simpsons"-Folgen
Für die US-Zeitschrift "Entertainment Weekly" erstellte Groening im Jahr 2000 ein Ranking mit seinen zehn Lieblingsfolgen. Zum 60. Geburtstag zeigt einestages Groenings persönliches "Best of" - von Platz 10 bis Platz 1.
Platz 10: Per Stromschlag zum Familienfrieden?
Um ihre Ehe zu retten, gehen Homer und Marge in "Eine ganz normale Familie" (Staffel 1, Folge 10) zur Familientherapie. Zu mehr Frieden im Hause Simpson führt das nicht gerade. Am Ende beharken sich die Streithähne gegenseitig mit dem Elektroschocker.
Platz 9: TV-Clowns? Super!
"Ich habe eine spezielle Liebe für TV-Clowns", sagte Groening dem Magazin "Entertainment Weekly". "Der Clown mit der Biedermaske" (Staffel 1, Folge 12) mit Krusty sei ihm besonders in Erinnerung geblieben, weil das ganze Team immer wieder vor Lachen losgebrüllt habe. In der Geschichte geht es darum, dass Krusty zu Unrecht eines Überfalls bezichtigt wird.
Platz 8: Die Simpsons werden sexy
Kaum vorstellbar, aber in "Die Gefahr, erwischt zu werden" (Staffel 9, Episode 25) hat der dickbäuchige, dauerlethargische Homer Sex mit seiner Frau Marge - und das gleich mehrfach. Dabei ziehen die beiden sexuelles Vergnügen aus der Gefahr, beim Sex ertappt zu werden. In dieser Szene versucht Homer die Situation zu retten, indem er seine Blöße mit Teetassen bedeckt.
Platz 7: Scary Halloween!
In der Halloween-Episode "Hugo, kleine Wesen und Kang" (Staffel 8, Folge 1) erlebt jeder in der Familie Simpson etwas Unwirkliches. Bart entdeckt seinen bösartigen Zwilling Hugo, Lisa entwickelt eine höhere Form des Lebens und dann tauchen auch noch die Aliens Kang und Kodos auf. Sie verwandeln sich in Bill Clinton und dessen republikanischen Herausforderer von 1996, Senator Bob Dole.
Platz 6: Die Kunst des Nichtskönnens
Homer bekommt in "Homer hatte einen Feind" (Staffel 8, Folge 23) an seinem Arbeitsplatz einen pflichtbewussten, ehrgeizigen und überkorrekten Kollegen. Natürlich muss der Neue mit dem faulen Tollpatsch in Konflikt geraten - und daran verzweifeln, wie Homer ohne Können im Job erfolgreich ist.
Platz 5: Bei Springfields Seele!
Eine der schrägsten Folgen der Serie sei "Marge als Seelsorgerin" (Staffel 8, Folge 22), meint Matt Groening selbst. In ihr wird Marge die Telefonseelsorgerin für Springfield, während Homer versucht, herauszufinden, warum eine japanische Seifenfirma sein Konterfei für Werbezwecke missbraucht.
Platz 4: Der Broadway? Liegt in Springfield!
"Bühne frei für Marge" (Staffel 4, Folge 2) ist die erste große Musical-Episode der Serie. Marge singt darin das Lied "Oh! Streetcar!", eine Persiflage auf die Broadway-Version des Welterfolgs "Endstation Sehnsucht" (Originaltitel: "A Streetcar Named Desire"). Hier hat gerade der Inder Apu seinen großen Auftritt als singender Zeitungsbote.
Platz 3: Keine Zeichentrickfigur ist illegal!
Um von einer Steuererhöhung abzulenken, schiebt Bürgermeister Quimby in "Volksabstimmung in Springfield" (Staffel 7, Folge 23) illegale Einwanderer als Sündenbock vor. Muss Apu Nahasapeemapetilon, der indische Verkäufer in Springfields Supermarkt, deportiert werden?
Platz 2: Alter Schwede! Öh... Franzose
"Der schöne Jacques" (Staffel 1, Folge 9) ist eine der außergewöhnlichsten "Simpsons"-Episoden. Die treue Hausfrau Marge fängt in ihr beinahe eine Affäre mit einem Bowlinglehrer an. Ursprünglich sollte der Charmeur ein Schwede sein und die Folge "Bjorn to be Wild" heißen. Doch dann vermuteten die Macher, dass die Rolle des Verführers niemand besser besetzen könne als ein Franzose. So hieß sie im Original "Life on the Fast Lane".
Platz 1: Homer kommt ins Rollen
Dass Bart geschickt auf dem Skateboard ist, weiß jeder Simpsons-Fan - doch selten hat man Homer auf dem Brett gesehen. In "Der Teufelssprung" (Staffel 2, Folge 8) fährt er versehentlich Skateboard, was in einer Katastrophe enden muss: Homer stürzt in die Schlucht von Springfield.
Auf dem Weg ins Krankenhaus baut der Notarzt einen Unfall und Homer ist plötzlich wieder auf einem Brett mit Rollen unterwegs - einem Krankenbett allerdings, das nun über die Schlucht fliegt. Für Groening der "witzigste Moment" dieser Folge.
Ungefragt zum Vorbild: Homer und Margaret ("Marge") Groening hießen die Eltern des "Simpsons"-Erfinders Matt Groening. Auch seine Schwestern Lisa und Maggie sowie sein Großvater Abraham ("Abe") wurden zu Namensgebern für die berühmteste Zeichentrickserie der Welt.
Wenn er den Erfolg geahnt hätte, sagte Matt Groening einmal, hätte er das seiner Familie nicht angetan. Sein Vater Homer Philip Groening etwa habe nie einen Bauch gehabt und auch kaum Bier getrunken, wurde später aber oft als "Homer Simpson" gegrüßt.
Margaret Groening verstarb 2013 im Alter von 94 Jahren, Homer Philip Groening, ebenfalls ein erfolgreicher Zeichner, war bereits 1996 gestorben.
Meine Hasen gehören mir! Der Legende nach brauchte Matt Groening gerade mal 15 Minuten, um die erfolgreichste Serie aller Zeiten zu erschaffen. Ursprünglich wollte er dem Sender "Fox" 1985 seine schon recht bekannten "Life in Hell"-Comics mit den Abenteuern des Hasen Binky anbieten.
Doch dann wurde ihm plötzlich klar, dass damit sämtliche Rechte an den Sender "Fox" gehen würden - und er die Kontrolle über seine Hasenfiguren verlieren würde, mit denen er sich in den vergangenen Jahren als Zeichner über Wasser halten konnte. Also musste er sich schnell etwas Neues einfallen lassen: Im Foyer eines "Fox"-Produzenten kritzelt er den Entwurf der Simpsons hin - und kann die Verantwortlichen überzeugen.
Erinnerungsstück aus der Hölle: Matt Groening hält ein Kinderfoto von sich hoch. Seine Schulzeit empfand er durchgängig als Qual, seine Lehrer als überautoritär und humorfrei. Ständig musste er zum Direktor, seine im Unterricht angefertigten Comics landete zerrissen in den Mülleimer. Schon früh führte Groening Tagebuch und dokumentierte darin ironisch die "Verbrechen und Strafen" an der Schule. Später inspirierten ihn seine Erlebnisse zu dem Comic "School is Hell".