Sindschar Fotostrecke: Die zerstörte Stadt
Noch leben immer leben rund 5000 Flüchtlinge im Sindschar-Gebirge.
Durch solche Tunnelanlagen krochen die IS-Kämpfer von Gefechtsstand zu Gefechtsstand, um eine größere Truppenstärke vorzutäuschen.
Zerstörtes Sindschar: US-Präsident Barack Obama ordnete Luftangriffe an, nachdem der IS die Stadt eingenommen hatte. Durch die Luftunterstützung konnten die kurdischen Kämpfer Sindschar zurückerobern.
Es gibt nichts mehr zu reparieren in Sindschar, man kann nur noch die Betongerippe abreißen, den Schutt wegräumen und alles neu aufbauen.
Der IS hat den Ort bei seinem Rückzug noch vermint. In jeder Tasche, in jedem Koffer kann eine Bombe sein, jeder Draht eine Detonation auslösen.
Überlebende suchen in den Resten der Häuser nach Decken, Kleidung, Töpfen, nach allem, was noch brauchbar ist.
Mehma Khalil ist Bürgermeister dieses Ortes, der keine Bürger mehr hat.
"Wir brauchen unbedingt internationale Wiederaufbauhilfe", sagt Bürgermeister Khalil. "Ohne Beistand schaffen wir es nicht."
In einem Zelt neben einer Ruine, die mal das Rathaus war, geht der Bürgermeister seinen Amtsgeschäften nach.
Im provisorischen Rathaus werden die Pläne für die Zukunft gemacht. "Am dringendsten benötigen wir Wasser und Strom", sagt der Bürgermeister. "Und Schulen müssen so bald wie möglich eröffnen, damit Familien mit ihren Kindern zurückkehren."
Peschmerga-Kämpfer im befreiten Sindschar (15. November): Für die Peschmerga ist die Befreiung auch eine Wiedergutmachung.
Die Stadt wurde beinahe zu hundert Prozent zerstört.
Zwei Kilometer von Sindschar, im nächsten Dorf, herrscht der IS noch immer.
Bombardement der US-Truppen auf Sindschar (12. November 2015): Durch die Luftunterstützung konnten die kurdischen Kämpfer die Stadt zurückerobern.
Der IS zerstörte auch die Tempel der Jesiden.
Die PKK leistete den IS-Milizen Widerstand, als die Extremisten Sindschar im August 2014 überrannten. An der Rückeroberung waren Peschmerga, jesidische Truppen und PKK beteiligt, unterstützt von der internationalen Anti-IS-Koalition.
Peschmerga bei ihrem Einzug in Sindschar (am 15. November)
In den Bergen wurde inzwischen ein Kriegerdenkmal errichtet, ein Kampfwagen.
SPIEGEL-ONLINE-Reporter Hasnain Kazim in Sindschar.