Sinnlose Technik: Irre Erfindungen - DER SPIEGEL
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Vergessene Erfindungen Motorisiertes Surfbrett und die Spaghettiaufwicklmaschine

Leuchtende Autoreifen? Ein Fahrrad mit Nähmaschine? Ein Bett in V-Form? Nicht alle Erfindungen im technikbegeisterten 20. Jahrhundert veränderten auch die Welt. Viele von ihnen werden Archäologen der Zukunft ratlos zurücklassen. Ein Blick ins Kuriositätenkabinett der Technikgeschichte.
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Einrad-Automobil: Der britische Erfinder J. A. Purves testet am Strand des britischen Seebads Weston-super-Mare das "Dynasphere", ein elektrisch angetriebenes Einrad, mit dem er eine Geschwindigkeit von bis zu 30 Meilen in der Stunde erreicht. Purves hatte das Gerät gemeinsam mit seinem Sohn entwickelt.

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Fahrender Reifen: Das "Dynasphere" in freier Wildbahn - schon der Anblick dürfte andere Autofahrer ziemlich erschreckt und die Unfallgefahr erhöht haben.

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Surfboard mit Motor: Model Diane Dorsey führte am 5. Dezember 1938 in Los Angeles das neue "Aquaplane" vor, ein von einem 4-PS-Motor angetriebenes Surfboard - im Grunde die Vorwegnahme des heutigen Jetskis.

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Eine Schiene reicht: Demonstration eines Models der Einschienenbahn, die sich Louis Brennan 1903 patentieren ließ. Die Bahn wurde durch ein Kreiselsystem stabilisiert. Aus Angst davor, dass die Kreisel versagen könnten, setzte sich das System jedoch trotz anfänglicher Anerkennung nicht durch. Aufnahme vom Mai 1907.

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Multifunktionsfahrrad: Tüftler Charles Steinlauf und seine Familie bei einem gemeinsamen Ausflug auf Steinlaufs neuester Erfindung, dem "Vier-Positions-Fahrrad". Während Frau Steinlauf in der Mitte an der eingebauten Nähmaschine näht, treten der Konstrukteur und sein Sohn Fred in die Pedale, Tochter Ruth sitzt vorn und genießt die Aussicht.

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Kampf dem Butterfleck: Mehr als 60 witzige, aber meist ziemlich nutzlose Erfindungen gehen auf das Konto des amerikanischen Hobbytüftlers Russell E. Oakes. Diese Vorrichtung soll verhindern, dass der Anzugärmel in der Butter landet, wenn man einmal über den Tisch langt.

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Badewanne mit Tür: Stolz präsentiert Per Bergmann im November 1953 seine neueste Erfindung, die alten und behinderten Menschen das Ein- und Aussteigen aus der Badewannen erleichtern sollte. Ob bei gefüllter Wanne eine Türsperre griff, ist nicht bekannt - möglicherweise nicht, denn die Erfindung konnte sich nicht durchsetzen.

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Propeller-Fahrrad: Mit einer Luftschraube wollte dieser junge Franzose die Geschwindigkeit seines Fahrrads erhöhen - die Vermutung, dass er mit dem schwer kopflastigen Gefährt bei nächster Gelegenheit einen gehörigen Salto machte, liegt nahe. Möglicherweise kamen durch den wenig durchdachten Propellerantrieb auch arglosen Passanten zu Schaden. Das Foto entstand am 5. September 1936 in Paris.

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Glatzenbürste: Die "Hairline Brush" wurde eigens für Männer mit Glatze entwickelt - Herren mit schütterem Haupthaar sollten mit diesem Produkt gleichzeitig die Haare kämmen und ihre Glatze massieren können. Ingenieur Ted Spence vom Hersteller Los Angeles Brush Manufacturing Corporation präsentiert hier am 12. Januar 1950 die Innovation, die sich schlussendlich nicht als bahnbrechend erwies.

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Leuchtende Autoreifen: Ein wenig Licht in dunklen Straßen kann nicht schaden - und sei es nur, um einen Strumpf wieder zu befestigen. Goodyear entwickelte anfang der sechziger Jahre diese speziellen Leuchtreifen. Sie bestehen aus synthtischem Gummi und werden von innen mit Glühbirnen beleuchtet. Die Fassungen waren in der Felge montiert, ein Glühbirnenwechsel kam also einem Reifenwechsel gleich.

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Faltige Schlafstätte: Evelyn Myers testet in New York das von Josph Pilates entworfene V-Bett. Pilates, der auch das heute so beliebte Körpertraining erfand, wollte ein Bett schaffen, aus dem man nicht herausfällt und das einen besonders erholsamen Schlaf garantiert.

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Halstrockenwäsche: Dem fünfjährigen Tim Gregory gefällt die Halswaschbürste, die ihm seine Mutter umgelegt hat, ganz offensichtlich nicht - obwohl sie ohne die bei Kindern verhassten Waschutensilien Seife und Wasser auskommt. Die Bürste, von der der Hersteller wirklich glaubte, dass Kinder sie beim Spielen tragen würden, wurde von der Los Angeles Brush Corporation auf Empfehlung einer Mutter entwickelt und am 12. Januar 1950 präsentiert.

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Pfeife für zwei: Mit dieser neuartigen Pfeife mit dem Namen "Double Ender" sollten sich nach Angaben des Herstellers Raucher eine Pfeife und damit den Tabak teilen können - ein Ansatz zur Kostensenkung, der wohl nur bei Verliebten funktioniert hätte. Und auch das nur, wenn die beiden Raucher von etwa der gleichen Körpergröße gewesen wären.

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Ausgekochter Suppenlöffel: Der Propeller dieses um 1948 entwickelten Essgeräts sollte nicht, wie man meinen könnte, die Suppe kühlen, jedenfalls nicht nur. Der Erfinder dachte vielmehr daran, mit dem Ventilator den Geruch wegzupusten, falls man bei einer Einladung eine ungenießbare Suppe vorgesetzt bekäme. Nur die ahnungslose Gastgeberin sollte glauben, der Gast wolle die Suppe lediglich kühlen - offenkundig litt der Erfinder des ziemlich nutzlosen Teils unter einem schweren frühkindlichen Suppentrauma.

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Auf den Trichter gekommen: Tropfen akkurat in die Augen zu befördern, ist immer wieder eine Herausforderung. Ob die Trichterbrille dieses Problem im Alltage löst? Kaum - sie ist eine der vollkommen nutzlosen Erfindungen des Japaners Kenji Kawakami, der 1995 ein Buch mit den 101 witzigsten, aber sinnlosen Erfindungen aus Japan veröffentlichte.

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Klarsicht durch Propellerantrieb: In einer Zeit, als Kraftfahrzeuge noch offen daherkamen, war diese Regenbrille eigentlich keine schlechte Sache. Ab einer Geschwindigkeit von 15 Meilen pro Stunde fing der kleine Propeller an, sich zu drehen und die Minischeibenwischer in Gang zu setzen. Wahrscheinlich hätte der Fahrer bei Regenwetter aber eher das Verdeck geschlossen oder unter einer Brücke Halt gemacht.

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Erfinder hört mit: Russell E. Oakes, spezialisiert auf skurrile Erfindungen, wollte gerne wissen, was hinter seinem Rücken so geredet wird - und erfand Mitte der fünfziger Jahre die Abhör-Ohrtrompete. Die beiden Frauen im Hintergrund tun so, als überrasche sie sein mehr als offensichtlicher Lauschangriff.

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Automatischer Anzünder: Ein vollautomatisches Feuerzeug, das ohne Docht und ohne Feuerstein funktionierte, wurde im September 1950 auf der Frankfurter Herbstmesse vorgestellt. Das Gerät war mit "Vulcanit" gefüllt, einer Flüssigkeit, von der die Hersteller behaupteten, dass sie eine Woche lang Feuer spenden könne. Möglicherweise setzte das Gerät ungewollt auch andere Dinge wie Hosentaschen in Brand, denn ein Verkaufsschlager wurde es nicht.

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Spaghetti à la Oakes: Nudeln zu essen ist nicht immer leicht. Das fand auch Hobbyerfinder Russel E. Oakes und entwickelte Anfang der fünfziger Jahre den Spaghettiaufwickler - den man aber nur einsetzen konnte, wenn einen rote Sprenkel auf Wand und Kleidung nicht störten.

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Duschhaube mit Pfiff: Diese Duschhaube von 1970 sollte nicht nur die Frisur in Form halten, sondern auch gleich das Makeup schützen. Der Zielkonflikt ist offenkundig - das Produkt verschwand alsbald in der Versenkung.

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Der perfekte Schwung: Zwei Golferinnen trainieren mit einem Golfroboter - im Jahr 1925. Mit seiner Hilfe wollen sie ihre Schlagtechnik verbessern.

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Elektrisches Haustier: Sparko, der erste Roboterhund, wurde erstmals 1940 in New York präsentiert. Er konnte laufen, bellen, mit dem Schwanz wedeln und sich auf Befehl hinsetzen. Nur schmusen ließ sich mit ihm nicht wirklich, weshalb er sich wohl nicht durchsetzte - obwohl das Gassigehen entfallen konnte.

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Selbstfahrer für die lieben Kleinen: Ein motorisierter Kinderwagen kann ja durchaus sinnvoll sein, etwa für Mütter mit Zwillingen. Dieser Selbstfahrkinderwagen wurde schon Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt, trotzdem setze sich das Konzept nicht durch - vielleicht weil Eltern zu viel Angst hatten, ihre lieben Kleinen würden sich unkontrolliert auf große Fahrt begeben wie in einem Buster-Keaton-Film?

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Hund in der Zange: Was aussieht wie eine überdimensionierte Grillzange, sollte dazu dienen Hunde einzufangen und zurückzuhalten. Was der Vorteil gegenüber einer simplen Leine sein soll, ist nicht offensichtlich, die Nachteile des sperrigen Geräts dagegen sofort augenfällig. Das Foto entstand in den vierziger Jahren.

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Spaß mit dem Butterbrot: Der 13-jährige Tobias Heindl aus Neumarkt bei Nürnberg demonstrierte am 16. März 2001 seinen Butterroller. Da dem Schüler das allmorgendliche Aufstreichen der Butter mit dem Messer zu lästig war, erfand er diesen Roller mit zwei Walzenpaaren. Im ersten Durchgang wird die Butter auf die perforierte Walze aufgenommen, anschließend kommt sie mit der inneren Walze durch die Perforation der äußeren Walze auf das Brot.

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Liegender Raser: Das erste Liegerad ging bereits 1914 bei Peugeot in Serie. Hier testet ein Herr in Knickerbocker am 5. September 1935 in Birmingham ein besonders rasantes Modell, das eine Geschwindigkeit von fast 50 Stundenkilometern erreichen sollte.

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Schutz für Hühneraugen: Brillen für Hühner stellte 1903 der Amerikaner Andrew Jackson jr. vor. Die Brillen sollten allerdings nicht das Sehvermögen der Tiere verbessern, sondern die Augen der Hennen vor Verletzungen durch die Schnäbel anderer Vögel schützen.

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Bügeln leicht gemacht: Dieses elektrische Walzenbügeleisen sollte laut Erfinder Heinrich Hohkamp so effizient sein wie ein gewöhnliches Bügeleisen - jedoch viel einfacher zu bedienen. Auf der Messe für Neuheiten und Erfindungen in Nürnberg suchte Hohkamp am 10. September 1954 nach einem Fabrikanten für seine Erfindung. Heute ist es vergessen.

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