Skandal-Monarchie in Spanien Krise royal
Wohin steuert die spanische Monarchie? Das Königshaus blickt angesichts aktueller Umfragen bang in die Zukunft. Zu sehen sind hier v.l. Kronprinzessin Letizia, Kronprinz Felipe, seine Schwestern Elena und Cristina, ihr Ehemann Iñaki Urdangarin sowie König Juan Carlos.
König Juan Carlos I. war lange ein geschätzter Monarch, ein Symbol für Spaniens Demokratie. Doch seit seiner Elefantenjagd in Botswana im vergangenen Jahr - samt Damenbegleitung - hat sein Ansehen stark gelitten.
Das spanische Königshaus durchlebt eine schwere Krise. Der Schwiegersohn des Königs, Urdangarin (l.), ist in eine Betrugsaffäre verwickelt. Die Justiz ermittelt jetzt auch gegen seine Ehefrau, Königstochter Cristina (M.).
Cristina muss vielleicht als erstes Mitglied der Königsfamilie überhaupt vor der Justiz aussagen. Darüber entscheidet ein Untersuchungsrichter am 6. Mai.
Juan Carlos hat sich in den vergangenen Monaten von Urdangarin distanziert. Sein Auftritt auf der Website des Königshauses wurde gelöscht. Gemeinsame Fotos - wie beispielsweise dieses aus dem Jahr 2006 - gab es zuletzt nicht mehr.
Die Prinzessin von der Justiz verfolgt, der König in Umfragen abgestürzt - was nun? Viele Spanier sind der Meinung, Juan Carlos solle zugunsten von Kronprinz Felipe abdanken (hier mit Ehefrau Letizia). Dafür sprachen sich in einer Umfrage im Januar 45 Prozent der Befragten aus.
Letizia war früher Journalistin, heute ist sie Kronprinzessin. Sie sitzt zwar nicht auf dem Thron, ist aber die Königin der Öffentlichkeit. Fotos von ihr bringen ein Vielfaches der Bilder anderer spanischer Royals, sagen Fotografen.
Oder soll die Monarchie gar ganz abgeschafft werden? Immerhin wurde auch das spanische Kronprinzenpaar zuletzt kritisiert (hier mit Königin Sofía, r.). Felipe ziehe lange Gesichter, seine Ehefrau Letizia langweile sich häufig ganz offensichtlich.
Tausende Anti-Royalisten demonstrierten Mitte April gegen die Staatsform Monarchie und für die Republik. "Wir halten es für anachronistisch, ein Staatsoberhaupt zu haben, das nicht gewählt wurde."
Doch mit ihrer Forderung nach der Republik stehen die Demonstranten ziemlich allein. Die großen politischen Parteien PP und PSOE unterstützen Juan Carlos weiterhin - hinter den Kulissen sollen sie aber schon über die Abdankung spekulieren.