Skurrile Autoprototypen - DER SPIEGEL
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Kuriose Auto-Ideen Chrom, Glas und Genie

Warum auf die Ideen der Autofirmen warten, wenn man auch selber zu Zeichenbrett und Werkzeug greifen kann? Schon früh machten sich unermüdliche Tüftler an ihre eigene Vision des perfekten Autos. Die Ergebnisse waren oft grotesk, manchmal genial - und fast immer ihrer Zeit voraus.
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Aurora: Pater Julianos Schöpfung verfügte über wegweisende Features wie Seitenaufprallschutz, Teleskoplenksäule und ein gepolstertes Armaturenbrett - sogar an die passive Sicherheit hatte der Pater gedacht. Einziges Problem: Mitte der fünfziger Jahre interessierte sich dafür niemand.

Foto: www.beaulieu.co.uk
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Rohkarosse der Aurora: Pater Alfredo A. Juliano bei der Arbeit in seiner Garage. Ohne jegliche Erfahrung machte er sich an den Bau eines Automobils, beseelt von der Vision eines sicheren Autos. Nach vier Jahren war seine Aurora endlich fertig.

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Präsentation in New York: Pater Alfred A. Juliano bei der Präsentation der Aurora in New York. Auf dem Weg dorthin war er 15-mal liegengeblieben und kam Stunden zu spät - das Vertrauen in seine Schöpfung war entsprechend gering.

Foto: AP
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Dymaxion Nr. 1: R. Buckminster Fullers Dymaxion Nr. 1 in Washington. Das nach aerodynamischen Gesichtspunkten designte Fahrzeug lief knapp 200 Km/h bei einem für damalige Verhältnisse extrem niedrigen Verbrauch von 7,8 Litern auf 100 Kilometer - in Serienproduktion ging es trotzdem nie.

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Das Dymaxion Nr. 1 im Detail: R. Buckminster Fullers futuristisches Fahrzeug erregte viel Aufmerksamkeit - die Fachpresse widmete sich dem Thema eingehend.

Foto: www.blog.modernmechanix.com
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Dymaxion-Werbemotiv: Werbemotiv für R. Buckmister Fullers Dymaxion Nr. 1 - in Serienproduktion ging es nie.

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Sir Vival: Der Fahrer des Sir Vival thronte hoch oben über den Dingen, den Kopf in eine fast rundum verglaste Panoramakuppel gereckt, von der aus er die Gefahren des Straßenverkehrs bestens im Blick hatte.

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Sir Vival heute: Dicke Gummilippen laufen um die gesamte und komplett abgerundete Karosserie von Sir Vival. kleine Rempler wären für die automobile Trutzburg kein Problem gewesen. Das Bild zeit Walter C. Jeroms Konzeptauto im heutigen Zustand - in der Lagerhalle eines automobilen Kuriositätenhändlers in Bellingham, Massachusetts.

Foto: Gideon Ansell
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Ich bin zwei Autos: Der Motor des Sir Vival steckte samt Getriebe in einer Gondel vor dem eigentlichen Auto, dem Fahrgastraum war nach allen Regeln der Kunst verstärkt. Es war quasi die erste Sicherheitszelle der Welt. Verbunden sind die beiden Teile durch ein Knickgelenk, wie man es von Radladern kennt.

Foto: Gideon Ansell
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Der Snow-Cruiser: Das wohl größenwahnsinnigste Concept Car der dreißiger Jahre war der Snowcuiser. Das von der amerikanischen Regierung mitfinanzierte Projekt sollte die Erschließung des Südpols ermöglichen. 17 Meter lang und 37 Tonnen schwer sollte der Snowcruiser das Expeditionsteam warm und wohlbehalten zum Pol führen. Doch schon auf der Überführungsfahrt zum Hafen ereigneten sich zahlreiche Pannen. Eine kleine Sanddüne, die als Testobjekt für mögliche Schneewehen in der Arktis herhalten sollte, konnte der Snowcruiser nur nach etlichen Versuchen und mit enormem Anlauf überwinden. Ein kleiner Bach, der eine Gletscherspalte simulieren sollte, wurde dem Snowcruiser endgültig zum Verhängnis - er blieb stecken und konnte erst nach Stunden geborgen werden.

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Querschnitt des Snowcruisers: Nahrungsvorräte für ein Jahr, Treibstoff für 8000 Kilometer, ein Fotolabor, eine Küche, eine Werkstatt, einen Funkraum und auf dem Dach ein Flugzeug - die Konstrukteure des Snowcruiser hatten, so schien es, alles bedacht. Nur dass ihr Fahrzeug auch fahren musste, schienen sie vergessen zu haben. Schon die Jungfernfahrt endete als Desaster.

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Die Reifen des Snow Cruisers: Mit seinen gigantischen Reifen sollte der Snowcruiser Schneewehen und Gletscherspalten problemlos überwinden können - eine Fehleinschätzung, wie sich schon bei der ersten Fahrt zeigte.

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Multicar: Vier Autos auf einer Basis - mithilfe von austauschbaren Topteilen aus Aluminium sollte das Multicar allen Ansprüchen gerecht werden. Im Handumdrehen konnte es vom Kombi zum Cabrio zum Pick-Up zur viertürigen Limousine verwandelt werden. In Serienproduktion ging es nie.

Foto: www.blog.modernmechanix.com
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"Mechanix Illustrated" goes Multicar: Das Multicar auf der Titelseite des amerikanischen Technik-Fanzines "Mechanix Illustrated".

Foto: www.blog.modernmechanix.com
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Bubbletop-Auto: Dieser Tüftler versah sein Fahrzeug mit einer Panoramakuppel - und fand den Wagen offenbar ab Werk nicht ausreichend mit Chromzierstreifen behängt.

Foto: www.blog.modernmechanix.com
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Rollendes Haus mit knapp 200 Km/h: Dieser knapp acht Meter lange Prototyp eines schwedischen Designers war nicht nur windschlüpfig, sondern verfügte im Inneren sogar über ein Doppelbett - und eine Spüle.

Foto: www.blog.modernmechanix.com
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Propellerauto: Dieser Prototyp eines Propellerautos stammt aus Argentinien. Einziger Nachteil laut Eigenauskunft des Entwicklers: die dürftige Beschleunigung unterhalb von 60 Km/h. Angeblich gab es sogar einen kalifornischen Interessenten für eine Serienproduktion - doch daraus wurde offensichtlich nichts.

Foto: www.blog.modernmechanix.com
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"Teardrop": Dieses in Heimarbeit von Charles Christman und Bill Quiggle in Los Angeles entwickelte Fahrzeug hatte sich ganz den Prinzipien moderner Aerodynamik verschrieben - ein Leitwerk am Heck sollte außerdem für zusätzliche Spurstabilität sorgen.

Foto: www.blog.modernmechanix.com
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"The Box": Halb Auto, halb Motorrad, halb Boot. Dieser von Dan Hanebrink und Matt van Leeuwen in Kalifornien produzierte Prototyp verfügte über einen Motorradmotor, Vierradantrieb, Vierradlenkung - und konnte bei Bedarf sogar zum Boot umgerüstet werden. Wer die Reifen gegen Paddel tauschte, durfte sofort in See stechen.

Foto: www.blog.modernmechanix.com
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Zweirad-Auto: Dieser Entwurf aus dem Jahre 1938 war besonders gewagt - statt vier Rädern besaß dieses Auto nur zwei. Ein besonders niedriger Schwerpunkt sollte für ausreichende Stabilität sorgen - überzeugen konnte dies die Autofirmen scheinbar nicht.

Foto: www.blog.modernmechanix.com
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Trauriges Fundstück: Nach jahrelanger Recherche fand der britische Car-Customizer Andy Saunders die Aurora - oder was damals noch von ihr übrig war.

Foto: Andy Saunders
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Sicher ist sicher: Das riesige Maul der Aurora sollte Passanten im Falle eines Zusammenpralls auflöffeln, statt sie durch die Luft zu schleudern.

Foto: Andy Saunders
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Scharfe Kurven: In jahrelanger und mühevoller Arbeit restaurierte Andy Saunders die Aurora. Nun ist sie fast fertig - Saunders sucht nur noch jemandem, der ihm die extrem gewölbte Windschutzscheibe originalgetreu nachziehen kann.

Weitere Informationen zur Aurora unter www.andysaunderskustoms.co.uk

Foto: Andy Saunders
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