Elektronik reinigen So werden Computer, Smartphones und Tablets wieder sauber
Keyboard putzen
Bevor man eine Tastatur säubert, sollte man das Gerät auf jeden Fall abstöpseln beziehungsweise das Notebook komplett ausschalten. Ansonsten kann Flüssigkeit auf die Kontakte gelangen und einen Kurzschluss verursachen.
Geht es um eine externe Tastatur, einfach das Keyboard umdrehen und schütteln, um die Brotkrümel zwischen den Tasten herauszubekommen. Bei einem Laptop sollte man diese Methode allerdings vermeiden. Besser ist es in diesem Fall, die Zwischenräume mit einem Druckluftspray oder einem Mini-Blasebalg für Spiegelreflexkameras auszupusten. Auch mit einer Zahnbürste lassen sich die Krümel entfernen. Viel mehr Spaß macht es, die Essensreste mit einer Art Reinigungsschleim aufzusammeln. Das Glibbergel erinnert an die Klatschhand aus dem YPS-Heft und wird einfach über die Tasten gezogen. Aufgrund seiner Konsistenz gelangt das Gel auch in Ritzen und Ecken, der Dreck bleibt beim Abziehen kleben - so die Theorie. Das Reinigen mit dem Glibber-Flummi macht recht viel Spaß. Mit den anderen Methoden wird die Tastatur aber deutlich sauberer.
Um die Flecken zu entfernen, dippt man ein Baumwolltuch in eine Mischung aus 50 Prozent Putzalkohol, der oft auch mit dem chemischen Begriff Isopropanol gekennzeichnet ist, und 50 Prozent Wasser. Damit über die Tasten wischen. Den Alkohol niemals direkt auf die Tasten sprühen, da die Flüssigkeit sonst in die Zwischenräume fließen könnte. Wichtig: Vor dem Einschalten das Keyboard vollständig trocknen lassen.
Computermaus reinigen
Der optische Sensor ist der empfindlichste Teil der Computermaus. Lagert sich dort Schmutz ab, dann funktioniert das Gerät im schlimmsten Fall gar nicht mehr. Daher sollte man zunächst die rot oder blau leuchtende LED auf der Unterseite abwischen. Dafür eignen sich Reinigungstücher oder Wattestäbchen, die man vorher in eine Mischung aus Reinigungsalkohol und Wasser tunkt.
Viel Schmutz sammelt sich außerdem in den schmalen Zwischenräumen an den Rändern der Maustasten an. An diese schmalen Stellen gelangt man am besten mit Wattestäbchen oder mit dem Zipfel eines Tuchs. Anschließend lohnt es sich, die komplette Oberfläche der Maus mit der Alkohol-Mixtur oder Reinigungstüchern abzuwischen.
Bildschirm säubern
Fingerabdrücke, Staubkörnchen und Kaffeespritzer: Der Bildschirm bietet viel Angriffsfläche für Schmutz. Die gute Nachricht: Das Display lässt sich ganz einfach reinigen. Noch besser klappt es, wenn man den Bildschirm vorher ausschaltet. Dann sieht man die Flecken besser. Im ersten Schritt benutzt man für den groben Schmutz ein trockenes Mikrofasertuch, das keine Fusseln hinterlässt. Damit über den Bildschirm wischen und die Staubpartikel entfernen.
Um anschließend die Fettflecken und Spritzer wegzuwischen, sollte man auf Reinigungsmittel wie Alkohol verzichten. Es genügt in der Regel ein bisschen Wasser, um die Schlieren wegzuwischen. Auch dafür sollte man ein Mikrofasertuch benutzen. Haushaltstücher oder Toilettenpapier können empfindliche Bildschirme verkratzen. Für hartnäckigen Schmutz kann man ein wenig Essig ins Wischwasser geben oder speziellen Bildschirmreiniger benutzen.
Tablet und Smartphone pflegen
Smartphones sind Schmutzfänger. Da man ständig mit den Fingern über das Display wischt, lagern sich dort viele Viren und Bakterien ab. Eine Untersuchung britischer Forscher aus dem Jahr 2011 zeigte, dass 92 Prozent der getesteten Mobiltelefone mit Bakterien verschmiert waren. Daher sollte man sein Handy eigentlich täglich reinigen und nicht nur beim Frühjahrsputz.
Für den Touchscreen gelten die gleichen Regeln wie für Bildschirme. Auch hier können Chemikalien und Alkohol das Display zerstören. Für die Oberfläche des Smartphones sollte man ein mit Wasser befeuchtetes Mikrofasertuch benutzen. Bei schlimmeren Flecken ein wenig Essig ins Wischwasser mischen.
Dann sollte man sich die Anschlüsse vornehmen. Denn nach einiger Zeit kann es passieren, dass sich Kopfhörerklinke und Ladekabel nicht mehr so richtig ins Smartphone stecken lassen. In diesem Fall haben sich vermutlich kleine Fussel aus der Hosentasche zu kleinen Klumpen geformt und blockieren den Anschluss. Am besten pult man die Stoffreste mit einem Zahnstocher heraus. Mit einer Büroklammer gelangt man zwar auch an den Schmutz. Doch härtere Materialen wie Eisen und Kupfer können die Kontakte beschädigen.
Fotos auf der Festplatte sortieren
Es wird Zeit, die vielen Schnappschüsse auf dem Smartphone zu sortieren. Und zwar in zwei Schritten: Hässliche und doppelte Bilder löschen und den Rest auf den Rechner kopieren. Die Fotos sollten auf der Festplatte in strukturierten Ordnern angelegt werden, die zunächst grob nach Themen sortiert sind. Kategorien wie Reise, Familie und Freunde geben zunächst einen Überblick, welche Bilder in dem Ordner zu finden sind. Spätestens in der nächsten Ebene sollten die Fotos chronologisch gespeichert werden nach dem Schema: Jahr, Monat und Ereignis. Bei einer Reise im September 2014 nach Paris würde der Unterordner in der Kategorie Reise dann lauten: "2014-09_Paris".
Bilder lassen sich auch im Windows Explorer oder im Mac-Finder sortieren. Einfacher klappt das allerdings mit Software wie Adobe Lightroom oder Mylio. Mit den Programmen lassen sich die Fotos bearbeiten, bewerten und gleich im richtigen Verzeichnis ablegen. Bei so wichtigen Erinnerungen wie Familienfotos ist ein Backup unverzichtbar . Am besten die Bilder auf mindestens zwei Datenträgern speichern, die getrennt voneinander an verschiedenen Orten lagern.
Posteingang aufräumen
Die Flut ist kaum zu stoppen: Mehr als 215 Milliarden E-Mails werden weltweit jeden Tag verschickt. Dass die Nachrichten immer mehr werden, kann jeder selbst in seinem Postfach beobachten. Das Problem: Nur ein Bruchteil dieser Nachrichten ist wirklich wichtig und muss beantwortet werden. Beim Rest handelt es sich um uninteressante Werbung und unerwünschte Newsletter. Um Speicherplatz freizuschaufeln und das Postfach wieder ein wenig übersichtlicher zu machen, lohnt sich eine große Löschaktion. Auch eine Ordnerstruktur bietet sich an, um neu ankommende E-Mails gleich in die richtige Kategorie zu verschieben.
Um die Nachrichtenflut in Zukunft einzudämmen, gibt es auch viele Software-Helfer. Die App Astro (iOS , Andoid ) beispielsweise setzt künstliche Intelligenz ein, um die wichtigsten Infos aus den Nachrichten zu filtern und dem Nutzer häppchenweise zu servieren. Die Anwendung Unroll.me (iOS ) hingegen hilft dem Nutzer dabei, sich bei unerwünschten Newslettern abzumelden.
(Hinweis: Die Links zum AppStore sind sogenannte Partner-Links. Besucht ein Nutzer darüber Apples Onlineshop und kauft dort ein, wird SPIEGEL ONLINE in Form einer Provision an den Umsätzen beteiligt. Bei dem Link zu Google Play ist dies nicht der Fall.)
Passwörter ändern
Sein Passwort sollte man regelmäßig ändern. Das gilt vor allem für alle Nutzer, die fahrlässig mehrere Accounts im Netz mit einem einzigen Passwort schützen. Denn nach Hacker-Angriffen auf Yahoo , Dropbox und die Telekom sind Millionen von Zugangsdaten auf dem Markt. Wenn diese ausgespähten Kombinationen aus E-Mail und Passwort dann auch noch auf anderen Portalen funktionieren, ist es ein leichtes Spiel für die Angreifer noch mehr Schaden anzurichten. Daher sollten Sie möglichst regelmäßig das Passwort ändern. Der Frühjahrsputz ist eine gute Gelegenheit dafür.
Ein passables Passwort besteht aus mindestens acht Zeichen, die aus Ziffern und Groß- und Kleinbuchstaben sowie Sonderzeichen zusammengemixt werden. Ganze Wörter sollten Sie vermeiden. Stattdessen bieten sich Abkürzungen an wie die Anfangsbuchstaben des Satzes zuvor: GWsSv. Wenn Sie dann noch ein paar Sonderzeichen hinzufügen, dann haben Sie mit "!#GWsSv??" schon ein ganz gutes Passwort erzeugt.
Software aktualisieren
Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, dass man regelmäßige Updates aufspielt. Ist es aber offenbar nicht. Laut Kaspersky Lab installiert lediglich jeder zweite Nutzer regelmäßig Software auf seinem Rechner. Bei Tablets aktualisieren immerhin 42 Prozent ständig ihre Apps, bei Smartphones sind es 65 Prozent. Doch eigentlich sollten das alle machen.
Dabei ist es auch egal, ob es sich um eine neue Version des Betriebssystems handelt oder um das Office-Paket: Jede ungeschützte Sicherheitslücke, die mit einem Patch gestopft werden sollte, ist ein Risiko auf dem Rechner. Daher ist es empfehlenswert, möglichst alle automatischen Updates zu aktivieren. Sobald eine neue Softwareversion verfügbar ist, wird das Programm im Hintergrund aktualisiert. Dann muss der Anwender nicht jedes Mal selbst überprüfen, ob ein Update verfügbar ist.