So viel Hoffnung Blitzkarrieren
Steinmeiers Agrarexperte Udo Folgart kann auf ein langjähriges, erfülltes Dasein in der Landwirtschaft zurückblicken: In einem brandenburgischen Kombinat als Ableger zweier festkochender "Dagmar" zur Welt gekommen, hat er sich erste Sporen in der Trecker-Reparatur (Zulieferung) und als Ein-Mann-Tanzkapelle beim traditionellen Erntedankfest verdient - der Schritt in die Bundespolitik erscheint da nur konsequent.
Die designierte Verteidungsministerin Ulrike Merten hat die Kriegsführung, wie sie selber gern in geselliger Runde sagt, "mit der Muttermilch aufgesogen". Sie verweist dabei auf die jahrhundertelange Erfahrung derer von Merten: So sei etwa ihr Urgroßvater Alfons-Fritz Merten genau in den Kriegsjahren 1870/71 im waffenfähigen Alter (aber dann leider verhindert) gewesen. Für Fototermine zeigt sie sich vorwiegend im Kreise ihrer wehrhaften Afghanenrüden "Strucki" und "Ypern".
Im zukünftigen Kabinett wird sie für Bildungspolitik zuständig sein: die bildhübsche Andrea Nahles (25) aus Oberpfaffenried, nicht zu verwechseln mit ihrer vergnatzten Namensschwester Andrea Nahles (43) aus Mayen, die in der SPD-Bundespolitik aufgrund von mittelmäßigem Intrigantentum, anfängerhafter Scheinheiligkeit und Zählfehlern beim Skat schon lange unten durch ist.
Thomas Oppermann (56) ist in Berlin beileibe kein Unbekannter mehr: Beim Vereinskegeln ohne Hingucken konnte er schon beachtliche dritte und vierte Plätze erringen, und selbst seine Töchter (Bettina, 25, und Tina, 16) erkennen ihn aus einer Entfernung von bis zu fünfzig Metern mühelos am "recht potenten" Rasierwasserduft.
Als Steinmeiers Geheimwaffe gilt der hessische Innenminister Volker "Vlad" Bouffier (CDU). Der gebürtige oder jedenfalls irgendwie dort entstandene Transsylvanier (326) könnte die Bundestagswahl ganz allein zugunsten der SPD entscheiden: Seine Nichtnominierung gilt als vielleicht größte Tat des Schattenberufers Steinmeier.
Als "Ministerin für besondere Aufgaben" wie etwa "Frauen", "Wasserstoff" oder "Vorpommern" steht Manuela Schwesig (18) in den Startlöchern. Erste politische Erfahrungen hat sie bereits beim "Gemeinsamen Verschönern des Oberstufenraums" sowie auch bei zähen Taschengeldverhandlungen mit ihrer Mutter (36) gemacht. Manuela Schwesig gilt jetzt bereits als gesetzt für die SPD-Kanzler-Kandidaturen 2013 bis 2057.
Barbara Kisseler (56) schließlich ist die Frau fürs Grobe: Germanistik und Theaterwissenschaften sind der gebürtigen Beteigeuzerin ebensowenig fremd wie die Arbeit im Berliner rot-roten Senat. Als Hobbies gibt sie "Zahnpflege" und "Auspeitschen" an, berüchtigt sind ihre literarischen Salons, in denen sie abendfüllend aus Achtziger-Jahre-Filmen zitiert, die meist aus den späten Siebzigern stammen.