Soap Operas - DER SPIEGEL
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Soap Operas Knutschen, Streiten, Intrigieren

Schmutzige Wäsche mit Inbrunst gewaschen - so funktionieren Seifenopern. In den USA der dreißiger Jahre wurde Unterhaltung als Putzhilfe entwickelt, inklusive Einkauftipps. 60 Jahre später griff das deutsche Fernsehen die Idee auf - erschreckend konsequent.
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"Days of our Lives": Liebe, Hiebe, Betrug und Freundschaft, das sind die klassischen Themen einer Seifenoper. Die amerikanische Serie "Days of our Lives" setzte das so gut um, dass 1965 die Sendezeit von 30 auf 60 Minuten verdoppelt wurde. Hier die Darsteller (v.o.l.n.r.) James Reynolds (als Abe), Renee Jones (Lexie), Kristian Alfonso (Hope), Peter Reckell (Bo), Deidre Hall and Drake Hogestyn (M. als Marlena and John).

Foto: NBC / Getty Images
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Strahlende Reinheit: Die ersten Seifenopern liefen bereits in den dreißiger Jahren - allerdings nicht im Fernsehen, sondern im Radio. Sie richteten sich in erster Linie an Hausfrauen, die die Serien während der Hausarbeit hörten. Die Geschichten waren thematisch so konzipiert, dass sich die Zuhörerinnen mit der jeweiligen weiblichen Hauptfigur identifizieren konnten. Sie sollten mit ihr leiden und lieben. So stellten die Produzenten sicher, dass die Frauen jeden Tag wieder das Radio einschalteten. Die hohen Einschaltquoten waren von großer Bedeutung. Denn finanziert wurden die Hörspiele zumeist von Firmen, allen voran Procter & Gamble, die darin geschickt für ihre Produkte warben und auf eine möglichst hohe Reichweite aus waren. Deshalb gab die amerikanische Presse dem populären Hörspielgenre den Namen "Soap Opera".

Foto: Getty Images
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TV-Traumhochzeit: Vorläufiger Höhepunkt der deutschen Soap "Gute Zeiten, Schlechte Zeiten", war die 1998 ausgestrahlte 1500. Folge, in der Flo und Andy (Rhea Harder und Raphael Schneider, M.) endlich heirateten. Aktuelle und ehemalige Darsteller der Serie trafen bei den Dreharbeiten in Berlin zusammen. Weitere Meilensteine von GZSZ waren die vielen Gastauftritte von Prominenten wie Ingrid Steeger, Brigitte Mira, Gerhard Schröder, Klaus Wowereit und Martin Semmelrogge.

Foto: dpa
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Regelmäßig Fernsehen: Im Februar 1949 lief die erste Soap Opera im Fernsehen. "A Woman to Remember" wurde allerdings bereits wenige Monate später aus finanziellen Gründen wieder abgesetzt. Die Produzenten hatten schlicht den finanziellen Aufwand unterschätzt.

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Die Beimers: Helga Beimer (Marie-Luise Marjan) mit ihrem ersten Mann Hans (Joachim Hermann Luger) in einer Szene der frühen "Lindenstraßen"-Tage. Die Serie war die erste deutsche Weekly Soap. Im Gegensatz zur klassischen Seifenoper werden die Weekly Soaps nur einmal pro Woche gesendet. Die "Lindenstraße" ist der englischen Serie "Coronation Street" nachempfunden und startete 1985 im WDR. Auch die "Lindenstraße" diente einigen Schauspielern als Sprungbrett für ihre Karriere. Dazu zählt unter anderem Til Schweiger, dessen Rolle allerdings 1992 aus dem Drehbuch herausgeschrieben wurde, weil er wegen seiner Erfolge beim Film keine Zeit mehr für die "Lindenstraße" hatte.

Foto: dpa/WDR
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Die Lieblingsnachbarn: Kylie Minogue und Jason Donovan waren das Traumpaar der australischen Soap "Neighbours" - und im richtigen Leben. Heute würde man das wohl "perfektes Cross-Marketing" nennen.

Foto: Getty Images
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As the World Turns: Die amerikanische Soap Opera "As the World Turns" läuft bereits seit 1956 im Fernsehen - seit 1967 sogar in Farbe.

Foto: ddp images
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Coronation Street: Seit 1960 halten die Briten ihre Lieblingssoap "Coronation Street" die Treue. Die Geschichten spielen in einem Arbeiterviertel in Manchester - das hier allerdings Weatherfield heißt. Die Serie, deren Darsteller früher oder später immer im Pub "The Rovers Return" enden, wird auch liebevoll "Corrie" genannt.

Foto: Getty Images
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Eastenders: Erst seit 1985, aber trotzdem sehr erfolgreich läuft auch die Soap Opera "Eastenders" im britischen Fernsehen. Darsteller und Serie werden seitdem mit Fernsehpreisen überhäuft, wie im September 2000 bei den "TV Quick Awards" in London.

Foto: Getty Images
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Gute Zeiten, schlechte Zeiten: 1992 begann in Deutschland das große Soap-Fieber mit dem Start von "Gute Zeiten, schlechte Zeiten". Vorbild für die bis heute erfolgreich laufende Serie war die australischen Seifenoper "The Restless Years", die von 1977 bis 1981 im ausgestrahlt wurde. Hier die Darstellern der ersten Stunde: Sandra Keller und Andreas Elsholz.

Foto: ddp images
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Ein Prinz auf der Straße: Zum 40. Geburtstag der beliebten Seifenoper "Coronation Street" besuchte Prinz Charles am 8. Dezember 2000 höchstpersönlich die Dreharbeiten der Serie und ließ sich mit den Darstellern fotografieren (v.l.n.r.) Jack Shepherd, William Roach, Jacqueline Pirie, Jennifer James, Simon Gregson und Tina O'Brien.

Foto: Getty Images
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Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Die Schauspielerinnen Yvonne Catterfeld, Susan Sideropoulos, Jeanette Biedermann und Maike von Bremen (v.l.n.r.) aus der RTL-Serie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" im August 2003 während der Dreharbeiten in den Fernseh-Studios in Potsdam-Babelsberg. Die bereits seit 1992 laufende deutsche Soap Opera war nicht nur für diese vier, sondern auch für viele andere Schauspieler wie Alexandra Neldel, Nina Bott und Oliver Petszokat das Sprungbrett zur Fernseh-Karriere.

Foto: dpa
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Liebe, Tränen und Geheimnisse: Das sind die Zutaten für jede gute Seifenoper: Tränen, Verzweiflung, ein bisschen nackte Haut. In dieser Szene aus "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" krallt sich Andrea Höhne ihren Schauspielerkollegen Frank-Thomas Mende.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?