Söldnerschicksal - DER SPIEGEL
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Als Söldner im Kongo Mordausflug im Morgengrauen

Er hatte keine Ahnung vom Krieg, aber er wollte für die Freiheit der Afrikaner kämpfen - und in kurzer Zeit 60.000 Dollar verdienen. In den sechziger Jahren heuerte Björn Pätzoldt als Söldner im Kongo an. Und war dabei, als ein ganzes Dorf ausgelöscht wurde.
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"Kleenshop": Die Wäscherei in Elisabethville (in der Region Katanga gelegen) diente während des Kongo-Krieges als geheimes Rekrutierungsbüro für Söldner. In den Sechzigerjahren war Björn Pätzoldt dabei, als ein ganzes Dorf ausgelöscht - er hatte als Söldner im Kongo angeheuert.

Foto: Björn Pätzoldt
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Sanitätssoldat: Auf dem Foto ist ein belgischer Sanitätssoldat zu sehen. Aus Frankreich, Südafrika, Großbritannien, Irland, Deutschland und Belgien wurden für den Kampf gegen die sogenannten Simbas Soldaten angefordert und Söldner angeheuert.

Foto: Björn Pätzoldt
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Unruhen in Elisabethville: Junge kongolesische Randalierer werfen in Elisabethville (heute: Lubumbashi) Steine auf einen Spähwagen, in dem Angehörige irischer Truppen der Vereinten Nationen sitzen. Während der gewalttätigen Ausschreitungen gegen die Uno am am 6. September 1961 waren indische und schwedische Truppen gezwungen zu schießen, um die Rebellen niederzuschlagen. Die Unruhen begannen, nachdem ein schwedischer Soldat sein Maschinengewehr auf das Uno-Krankenhaus gerichtet hatte.

Foto: AP
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60.000 Dollar für sechs Monate Krieg: Im "Kleenshop" überredete "Captain Latz" den damals 20 Jahre alten Björn Pätzoldt "für die Freiheit der Afrikaner zu kämpfen" - dafür sollte er für sechs Monate 60.000 Dollar erhalten.

Foto: Björn Pätzoldt
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Linientaufe: Björn Pätzoldt auf dem südafrikanischen Frachter "Yolanda". Wenn ein Besatzungsmitglied zum ersten Mal den Äquator überquert, ist es Brauch, den Seemann zu taufen. Bei dem Ritual wird der Täufling von einem als Neptun verkleideten Seemann "gereinigt".

Foto: Björn Pätzoldt
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In der Namibwüste: Björn Pätzoldt begutachtet ein Tierskelett in der Namibwüste, die auf dem Gebiet von Namibia und Angola liegt. In Namibia arbeitete Pätzoldt zeitweilig als Redakteur bei der "Windhoeker Allgemeinen Zeitung".

Foto: Björn Pätzoldt
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Deckshand Pätzoldt: Nach dem Abitur fing der junge Björn Pätzoldt auf dem südafrikanischen Frachter "Yolanda" als Deckshand an und reiste nach seiner Ankunft in Kapstadt per Anhalter quer durch den afrikanischen Kontinent. Hier ist er beim Schmirgeln der Schiffsbohlen zu sehen.

Foto: Björn Pätzoldt
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Am Steuer: Nicht nur als Deckshand, sondern auch als Steuermann - hier kurz vor dem Hafen von Kapstadt - machte sich Björn Pätzoldt auf der "Yolanda" nützlich.

Foto: Björn Pätzoldt
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Stürmische Zeiten: An Bord des südafrikanischen Frachters "Yolanda" als auch an Land erlebte Björn Pätzoldt stürmische Zeiten. Als er 1965 in den Kongo einreiste, heuerte er als Söldner an - und musste schon bald in den Krieg ziehen.

Foto: Björn Pätzoldt
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Per Anhalter durchs Land: Bevor Björn Pätzoldt in den Kongo einreiste, erkundete er - meist per Anhalter - den schwarzen Kontinenten. Auf diesem Foto, eine Aufnahme von 1964, ist er während eines Sandsturms in der Namibwüste in Südwestafrika zu sehen.

Foto: Björn Pätzoldt
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Alltag der Einheimischen: Bei einer Trampfahrt durch Südrhodesien und Bemba verbrachte Björn Pätzoldt einige Wochen unter den Stämmen der Shona, Tonga und Bemba. Dabei lernte er den Alltag der Einheimischen kennen - auf diesem Foto von 1965 sind zwei afrikanische Mädchen beim Maisstampfen zu sehen.

Foto: Björn Pätzoldt
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Kopflast: Kinder transportieren geerntete Früchte.

Foto: Björn Pätzoldt
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Ritual: Männer schmücken sich gegenseitig für einen Festtag.

Foto: Björn Pätzoldt
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Familienfoto: Ein Vater mit seinen Söhnen. Das Foto wurde 1965 vermutlich in einem Vorort von Salisbury (heute: Harare) in Südrhodesien (heute: Simbabwe) aufgenommen.

Foto: Björn Pätzoldt
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Verbotener Fleischkonsum: Massai grillen Antilopenfleisch. Hier verbrachte ich als "Olmurran" (junger Krieger) in deren "Manyatta" (Kriegerdorf) zwei Wochen im Sommer 1965. Die jungen Krieger müssen das Fleisch heimlich essen, weil ihnen - bevor sie zu Seniorkriegern werden - der Verzehr von Fleisch verboten ist und sie sich nur mit "Saroi" (einem Gemisch aus Kuhblut und -milch) ernähren dürfen.

Foto: Björn Pätzoldt
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Marktware: Frauen und Knaben beim Transport von geernteten Früchten auf dem Weg zu Markt.

Foto: Björn Pätzoldt
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Festnahme: Zwei schwarze Soldaten führen am 12. Juli 1960 einen Weißen - mit hochgehaltenen Schuhen - in das Stabsbüro der Armee in Leopoldville/Kongo. Dem Mann wird zur Last gelegt, Waffen in seinem Besitz zu haben.

Foto: AP
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Prügel für Demonstranten: Polizisten prügeln am 27. November 1962 in Leopoldville mit Schlagstöcken auf einen Mann ein. Er hatte gegen die USA und Cyrille Adoula demonstriert. Adoula war von 1961 bis 1964 Premierminister der Demokratischen Republik Kongo.

Foto: AP
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Angriff der Uno: Kongolesiche Truppen und europäische Söldner versuchen am 9. Dezember 1961 vor dem Postbüro in Elisabethville, einen Angriff von zwei Jets abzuwehren. Die Flieger hatten das Gebäude bombardiert, während sich kongolesische Soldaten dort aufgehalten haben.

Foto: AP
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Krieg im Kongo: Paramilitärs bewachen in Leopoldville auf der N'djili-Straße liegende Häftlinge. Das Foto entstand am 13. Juli 1960.

Foto: JEAN JACQUES LEVY/ AP
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Abgeführt: Ein Soldat nimmt am 2. Juli 1960 ein Bayaka-Stammesmitglied in Ngiri (nahe Leopoldville) fest. Der Mann hatte versucht, eine Versammlung der Abako-Partei zu stören. Die Allianz der Bakongo (Abako) war eine kulturelle und politische Organisation, die sich in den späten fünfziger Jahren als bedeutende Gegenpartei der belgischen Kolonialherrschaft hervorhob. Die Abako war stark verflochten mit der Kimbanguisten-Kirche. Obwohl ihr Begründer Simon Kimbangu politische Aussagen vermied, verurteilten ihn die belgischen Kolonialbehörden im September 1921 zum Tode - wegen Störung der öffentlichen Ruhe.

Foto: AP
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Hilfsbereite Soldaten: Kongolesische Soldaten helfen am 2. Juli 1960 einem verletzten Bayaka-Stammesangehörigen auf die Beine. An diesem Tag war es zu Ausschreitungen zwischen Mitgliedern des Bayaka- und Bakongo-Stammes in der Ngiri-Ngiri-Kommune in Leopoldville gekommen. Die Kämpfe hatten begonnen, kurz nachdem Präsident Joseph Kasavudu und Ministerpräsident Patrice Lumumba an Feierlichkeiten zur Unabhängigkeit von Belgien teilgenommen hatten.

Foto: AP
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1. Juli 1960: Einen Tag nachdem die Demokratische Republik Kongo ausgerufen wurde, feiern Kongolesen den Sieg.

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Kongo-Wirren: Der übereilte Rückzug Belgiens stellte die Unabhängigkeitsbewegung vor große Probleme: Das Land war in einem sehr instabilen Zustand. Regionale und ethnische Führer hatten teilweise mehr Macht als die Zentralregierung in Kinshasa. Auf diesem Bild verfolgen zwei Soldaten einen Kongolesen. Am 3. Mai 1963 war es - zur Zeit der sogenannten Kongo-Wirren - in Leopoldville erneut zu Ausschreitungen gekommen.

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Festgenommene Aufständische: Am 27. August 1964 führen Soldaten der kongolesischen Regierungstruppen eine Gruppe von Rebellen ab, nachdem Moïse Tschombés Einheiten die Rebellen unter der Führung von Gaston Soumaliot aus der Stadt Bukavu zurückgedrängt hatten.

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Marktplatz: Frauen mit ihren Waren auf dem Marktplatz in Elisabethville (heute: Lubumbashi) in der Provinz Katanga. Björn Pätzoldt hat dieses Foto 1965 aufgenommen.

Foto: Björn Pätzoldt
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