Solange Knowles' neues Album "When I Get Home" Beiläufig und experimentell
Sängerin Solange Knowles - sie wurde vor zwei Jahren zur Symbolfigur für politisch bewussten R'n'B.
Angela Davis sagte damals über sie: "Ganz sicher brauchen wir für unseren Widerstand die Kunst. Wir brauchen Musik. Wir brauchen Poesie... und nun werdet ihr Zeuge einer Performance von einer Frau, die uns dabei helfen wird, die Hymnen unseres Widerstands zu produzieren."
Solange hatte sich als Künstlerin von ihrer älteren Schwester, dem R'n'B-Superstar Beyoncé, emanzipiert und als eigenständige diskurs- und kunstsinnigere Pop-Persönlichkeit etabliert - und sollte nun, so Davis' Vorstellung, zur Stimme einer neuen Protest-Generation werden.
Solange Knowles neues Album "When I Get Home" begegnet diesem Anspruch jetzt mit souveräner Lässigkeit.
Die Platte wirkt mit knapp 40 Minuten Spielzeit und kaum Songs über der Drei-Minuten-Marke beiläufig und experimentell, geradezu unfertig.
Anders als viele R'n'B-Sängerinnen ihrer Generation lässt sich Solange nicht von Songwriter-Camps oder schwedischen Hit-Lieferanten helfen, wenn es ums Songwriting geht.
Stars wie Pharrell Williams, der hier gemeinsam mit Solange zu sehen ist, stellen ihre Mitarbeit auf der Platte in den Dienst der künstlerischen Version der Sängerin.