Somalia Einmal durch die Hölle
Mogadischu ist eine Stadt im Kriegszustand. Seit 19 Jahren wird geschossen in Somalia, früher kämpften verschiedene Warlords gegeneinander, heute sind es die islamistischen Schabab-Milizen und die Soldaten der Afrikanischen Union.
Die Miliz ist beliebt bei den Jugendlichen in Daynile, im Norden von Mogadischu. Hier sind sie nicht mehr Jungs, hier können sie sich als Männer beweisen. Wer mitmacht, bekommt nach einer kurzen Ausbildung ein Gewehr. Manchmal auch ein kleines Salär. Diese vier Männer, ganz rechts der 17-jährige Ismail, weigern sich. Die Miliz...
...führt se in einem Schauprozess vor und lässt sie als "Spione und Diebe" nach der Scharia verurteilen. Ismail wird die Hand amputiert und der Fuß. Die Wunde verheilt schlecht. Die Miliz macht ein teuflisches Angebot: Eine ordentliche Behandlung, wenn sich Ismail und die anderen zum Selbstmordattentäter ausbilden ließen.
Ismail willigt ein - zum Schein. Wenig später gelingt ihm und seinen Mitgefangenen die Flucht. Sie werden im Justizministerium aufgenommen und erzählen ihre Geschichte. Ismail kann schließlich ausreisen - über Uganda gelangt er nach Norwegen, wo man ihm Asyl gewährt.
Wie Ismail wissen sich viele Somalis nicht mehr anders zu helfen, als das Land zu verlassen. Hundertausende sind in die Nachbarländer geflohen. Einen Staat, der sie schützt und ihnen Perspektiven bietet, gibt es nicht mehr.
Auch wenn die somalische Regierung regelmäßig ihre Erfolge gegen die Schabab-Milizen verkündet - die regulären Truppen haben nur den kleinsten Teil des Landes unter ihrer Kontrolle.
Seit 2006 schickt die afrikanische Union Truppen zur Unterstützung der amtierenden Regierung von Somalia. Trotzdem ist der Süden des Landes inzwischen fast komplett in der Hand der Miliz.