Sonde "Philae" Landung mit Problemen
Erst Jubel, dann Sorge: Kontrollzentrum der Esa in Darmstadt. Zwei von drei Landemechanismen haben offenbar nicht funktioniert wie geplant.
Thomas Reiter, ehemaliger Astronaut und inzwischen Direktor der bemannten Raumfahrt bei der Esa, jubelt gemeinsam mit Esa-Generaldirektor Jean-Jaques Dordain. Doch der erste Applaus war möglicherweise vorschnell.
Im Kontrollzentrum herrschte erst einmal Erleichterung nach der Meldung von der erfolgreichen Landung. Der heikelste Moment der Mission war geschafft. Die ersten Fehlermeldungen brauchen noch ein wenig länger.
"Philae" auf Komet "Tschuri" (Zeichnung): So soll der Lander sich auf dem Kometen festkrallen.
Die Trennung verlief wie geplant (künstlerische Darstellung): Um 10.03 Uhr deutscher Zeit kam die Bestätigung, dass der Lander "Philae" die Raumsonde "Rosetta" verlassen hat. Gestartet wurde das Manöver um 9.35 Uhr unsere Zeit.
Bye-bye "Rosetta": Das "Philae"-Landegerät schoss dieses Porträt ihrer Muttersonde kurz nach dem Abkoppeln.
"Philae" schwebt davon: Dieses Foto hat die "Rosetta"-Sonde mit ihrer "Osiris"-Kamera aufgenommen.
Dieses Foto nahm "Philae" wenig später aus einer Höhe von drei Kilometern über der Oberfläche des Kometen auf.
Modell des Landers im DLR-Kontrollzentrum Köln: Mit Bohrern an den drei Beinen soll "Philae" sich nach dem Bodenkontakt fest im Kometen verankern. Zusätzlich verfügt der Lander über Harpunen, die aber offenbar nicht funktioniert haben.
Kontrollraum in Köln: Von hier aus haben die DLR-Mitarbeiter den Landeapparat "Philae" gesteuert.
"Philae"-Landung auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko: Vor dem Abkoppeln gab es Probleme mit einer Düse.
Abstieg zum Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko: Der kühlschrankgroße Landeapparat musste 22 Kilometer zurücklegen, bis er festen Boden unter seine drei Beine bekam.
Moment des Aufsetzens: Mit Bohrern an den drei Beinen, Harpunen und einer Düse auf der Oberseite der Sonde sollte "Philae" sicher auf dem Kometen zum Stehen kommen. Die Düse funktionierte nicht, doch die Landung glückte trotzdem.
Flugbahnen von "Rosetta" und "Philae": Vor dem Ausklinken des Landers änderte "Rosetta" ihre Flugbahn. In 22 Kilometern Entfernung wurde "Philae" abgeworfen und näherte sich dann dem Kometen. Selbst steuern konnte der Lander nicht.
Größenvergleich: Der Komet Tschuri ist nur etwa vier Kilometer lang. Entsprechend gering ist seine Anziehungskraft, was die Landung erschwerte.
Landegebiet Agilkia: Viel Sonne, wenige Steilhänge, wenige große Brocken - das waren die entscheidenden Kriterien bei der Wahl des Landeplatzes.
Mögliche Landestellen: Die Region J inzwischen auf den Namen Agilkia getauft, erlaubt nach Einschätzung der Forscher die sicherste Landung.
Unförmiger Trumm: Die Form des Kometen hat die Esa-Forscher überrascht. Und sie verkompliziert die Landung.
Blick in eine fremde Welt: Wird "Philae" das geplante Landegebiet treffen? Bleibt der Lander auf seinen drei Beinen stehen? Oder überschlägt er sich, rutscht in eine dunkle Spalte? Vor der Landung gab es viele bange Fragen.
Schattenspiel: "Philae" soll mindestens eine Woche den Kometen "Tschuri" erforschen und fleißig Daten zur Erde funken.
Fremde Kometenwelt: Bei der Mission wollen die Wissenschaftler mehr erfahren über die Anfänge des Sonnensystems. Kometen sind fast so alt wie das Sonnensystem selbst. Sie bestehen aus Material, das vor 4,6 Milliarden Jahren entstanden ist.