Erfindung der Sonnenbank Wer rastet, der röstet
Fast wie am Strand: Im New York der Dreißigerjahre verwendeten Schönheitssalons diese Vorgänger des Solariums. Mit Aluminium ausgekleidete Lampenschirme warfen Licht mit sonnenähnlichem Spektrum gleichmäßig auf die Nutzerinnen. Infrarotlicht wärmte die Sonnenbadenden und den Sand, auf dem sie lagen.
Outdoor-Solarium: Die Schauspielerin Mozelle Britton sonnt sich 1933 in einem Sonnenbett im "El Mirador" Hotel in Palm Springs, Kalifornien. Das Sonnenlicht trifft durch Muschelkacheln gefiltert auf die Haut und ermöglicht langsames, aber gesünderes Bräunen.
Albtraum für Dermatologen: In den französischen Alpen lässt sich eine Dame 1971 im "Sunburn Roaster" rösten. Das Sonnen im Reflektor soll bei maximaler Geschwindigkeit maximal bräunen.
Braune Beine im Herbst: Schon lange vor der Erfindung des Solariums versuchte man, mit künstlichen Mitteln nachzuhelfen. Bei der "New York City electrical Show" im Oktober 1925 ließ sich diese Dame die Beine mit einer Quecksilberlampe bestrahlen. Der Werbeslogan des Vertreters lautete: "Jetzt müssen Sie nicht mehr bis zum Sommer warten!"
Ab in die Kiste: Der wahrscheinlich ähnlichste Vorgänger von Friedrich Wolffs Solarium war dieses Sonnenbett aus dem Jahr 1943. Die Lampen strahlten jedoch noch direkt auf die Sonnenbadende, die sich zusätzlich mit Handtüchern schützte.
Alles rausholen: Wenn die Sonne schon mal scheint in England, muss sie auch genutzt werden - das dachte sich wohl diese Dame aus Hastings und verstärkte die Sonnenstrahlen 1938 durch einen reflektierenden Schild.
Für bessere Leistung: Drei Spieler vom FC Arsenal lassen sich im Januar 1931 von einer Lampe bestrahlen - zu medizinischen Zwecken. Vor allem in den dunklen und kalten Wintermonaten sollte diese Lichttherapie die Laune heben und die Leistung verbessern.
Sonne im Büro: Im "Branksome Solarium" im südenglischen Poole sonnten sich Büroangestellte unter künstlichem Sonnenlicht in einer Wohnung. Liegestühle, Badekleidung und Sand sollten im März 1933 für Urlaubsfeeling im Büro sorgen.
Sonne auf dem Stundenplan: In dieser französischen Schule war 1939 Sonnenbaden Teil des Lehrplans. Weil Sonnenlicht als belebend und gesund galt, sollten die Schüler regelmäßig auftanken - natürlich von einer Lehrerin überwacht.
Ten shades of brown: Am Strand von Rye im Staat New York stellt der Erfinder Michael Mordkin im Juli 1941 sein "Tan-O-Meter" vor: "Sagen Sie mir, wie braun sie werden wollen, und ich verrate Ihnen, wann Sie aus der Sonne müssen."
Gun for Gold: Diese Pariserin lässt sich 1956 mit einer Infrarot-Pistole behandeln. Angeblich, so der Slogan, sollte die Maschine für einen goldenen Teint sorgen, der sonst tagelanges Sonnenbaden erforderte. Die Bräunungs-Schusswaffe konnte sich jedoch nicht durchsetzen.
Gegenmittel: Im modischen "Gold Coast"-Schönheitssalon von Helena Rubinstein im Chicago der späten Zwanzigerjahre verteilt eine Kosmetikerin eine bleichende Lotion auf dem sonnenverbrannten Rücken einer Kundin. Die weißen Abdrücke vom Badeanzug sollen so weniger auffallen.
Mit Helm am Strand: Nicht jeder wollte damals braun sein. Diese Erfindung aus dem Jahr 1931 sollte laut Werbezettel dafür sorgen, den Infrarot-Anteil des Sonnenlichts durch einen Glasschild zu filtern - damit das Gesicht weiß blieb. Der Hersteller pries sein Produkt als "wissenschaftlichen Beitrag zur Verbesserung der weiblichen Schönheit".
Nur nicht in die Röhre schauen: Wer sich im St. Louis der späten Siebzigerjahre effektiv sonnen wollte, ging ins "Tantrific Sun" Studio und lies sich von 24 UV-Lampen bestrahlen. Zum Schutz der Augen dienten spezielle Brillen.
Falsche Farbe: Vor Bodybuilding-Wettbewerben (hier ein Wettkampf in Essen 1983) verwenden viele Teilnehmer und Teilnehmerinnen großflächig Selbstbräuner und spezielle Öle, die die Haut braun glänzen lassen.
Bräunen, nicht verbrennen: Dieser Sonnenmilch-Hersteller versprach im Jahr 1959 eine schnellere, tiefere und gesündere Bräune. Heute weiß man: echter Sonnenschutz und schnelle Bräunung schließen sich aus.
Sie hat's erfunden: Modeschöpferin Coco Chanel - hier in einer Aufnahme um 1970 - erfand nicht nur das "kleine Schwarze" und Chanel No. 5, das erste synthetische Parfum. Sie machte in den Zwanzigern auch die bis dahin verpönte Hautbräune salonfähig.