Sonneneruptionen: Erdklima unter Beschuss - DER SPIEGEL
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Sonneneruptionen Erdklima unter Beschuss

Die Sonne ist so ruhig wie schon seit rund 100 Jahren nicht mehr. Die Nasa konnte im vergangenen Jahr in 73 Prozent der Beobachtungszeit keinen einzigen Sonnenfleck registrieren. Und dieses Jahr fallen die Zahlen sogar noch krasser aus: An 87 Prozent der Tage war die Sonne komplett fleckenlos.
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Beeinflusst aus dem All: Auf dem Jahrestreffen der European Geophysical Union (EGU)debattierten Forscher, ob und wie Planetenbewegungen und Sonnenaktivitäten den Klimawandel und andere geologischen Prozesse auf der Erde beeinflussen. Die These, dass die Erderwärmung nicht auf mehr CO2 in der Atmosphäre, sondern allein auf Schwankungen solarer Aktivitäten zurückgeht, gilt indes als längst widerlegt.

Foto: AP
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Wackelkandidat: Die Sonne eiert permanent um den Schwerpunkt des Sonnensystems herum. Forscher sprechen von der sogenannten Solar Inertial Motion (SIM). Bis zu 4,3 Sonnenradien (300.000 Kilometer) entfernt sich das Zentralgestirn dabei immer wieder vom Schwerpunkt des Sonnensystems. Auslöser ist die Bewegung der sie umkreisenden Planeten. Die SIM-Bewegung hat eine Periode von 179 Jahren.

Foto: DPA
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Schwankende Aktivität(Sonnenaufnahme vom 31. März 2009 durch die Nasa-Sonde "Soho"): Im Jahr 2008 ließen sich an 266 der 366 Tage überhaupt keine Sonnenflecken finden. Das entspricht 73 Prozent des Beobachtungszeitraums. Doch 2009 übertrifft - zumindest bisher - die Werte des vergangenen Jahres noch einmal drastisch: Bis 31. März gab es an 78 von 90 Tagen keine Flecken, also in 87 Prozent der Beobachtungszeit.

Foto: SOHO / NASA / ESA
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Periodische Schwankungen: Elf Jahre dauert der Zyklus der Sonnenflecken normalerweise. In Zeiten des Maximums gibt es Hunderte von dunklen - und damit kühleren - Bereichen auf der Oberfläche unseres Zentralgestirns. In Zeiten des Minimums sind diese Störungen im Magnetfeld der Sonne fast gar nicht zu beobachten.

Foto: NASA
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Sonnenoberfläche: Diese Aufnahme der "Hinode"-Sonde zeigt, wie normalerweise gewaltige Ausbrüche den Stern erschüttern - was für die Erde nicht folgenlos bleibt. Einige Forscher vertreten die Minderheitenmeinung, dass die Solaraktivitäten auch maßgeblich für den Klimawandel verantwortlich sind.

Foto: JAXA / NASA / PPARC
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Koronaler Massenauswurf auf der Sonne (grafische Darstellung): Einige Forscher wollten alles mit der Sonne erklären, beklagt Dietrich Feist vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena. "Wenn die Recht haben, können wir ganze Bereiche der Geowissenschaft schließen und uns allein auf Solarforschung konzentrieren."

Foto: NASA / GSC / Walt Feimer
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Kosmischer Schutzschild (grafische Darstellung): Die Magnetosphäre schirmt die Erde weitestgehend vom Sonnenwind ab.

Foto: NASA / Goddard Space Flight Center
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Sonnenfleck: In drei unterschiedlichen Wellenlängen hat "Hinode" im Jahr 2006 einen sich entwickelnden Sonnenfleck fotografiert. Doch im Moment sind die Flecken rar.

Foto: JAXA / NASA / PPARC
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Sonnenausbruch: Messungen der Sonde "Ulysses" zeigen, dass der Druck des Sonnenwindes seit Mitte der Neunziger um 20 Prozent gesunken ist. Dadurch kann mehr kosmische Strahlung unser Sonnensystem erreichen, weil der vom Sonnenwind aufgebaute Schutzschild derzeit vergleichsweise schwach ausfällt. Sonnenausbrüche wie hier gibt es nur selten.

Foto: JAXA / NASA / PPARC
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"Stereo"-Fotos: Der Nasa-Satellit Soho fotografierte die brodelnde Sonnenoberfläche in 3D.

Foto: NASA
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Mächtiger Ausbruch: Längerfristige Vorhersagen von Sonneneruptionen sind bisher noch sehr schwierig.

Foto: NASA
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?