Sozialdemokratie in NRW "Hömma, wir regeln dat schon"
Johannes Rau: "Band der Solidarität" im Ruhrgebiet - gemeinsam mit Bergleuten singt der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Johannes Rau am 14. Februar 1997 in Lünen. Im Kontrast zur "sozialen Kälte" des Kabinetts von Helmut Kohl präsentierte Johannes Rau sein Land der Barmherzigkeit.
SPD-Politiker Kurt Schumacher: Der erste Nachkriegsvorsitzende der SPD Kurt Schumacher (1895-1952) in einer undatierten Aufnahme. Schumacher war maßgeblich an der Neugründung der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands 1945 beteiligt.
Bei den ersten Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen am 20. April 1947 war die SPD der CDU deutlich unterlegen, die Gleichung NRW - Ruhrgebiet - Zechen - Arbeiterpartei SPD ging nicht auf.
Bergarbeitersiedlung: Kinder im November 1968 in der Hohlmannstraße - in einer Bergarbeitersiedlung des Essener Stadtteils Altenessen. Der Blick geht auf die Kokerei der Zeche "Zollverein".
Katholische Arbeiterkultur: Die große Zeit der Zechen im Ruhrgebiet war auch eine große Zeit der katholischen Arbeiterkultur. Doch trotz der frühen Ausrichtung der SPD als Arbeiterpartei dominierten bei den Wahlen in der Weimarer Republik die katholische Zentrumspartei und die Kommunistische Partei Deutschlands, in der Nachkriegszeit dann die CDU.
Die Aufnahme vom 14. April 2006 zeigt Bergleute, die am Karfreitag ein Kreuz zu einem Gottesdienst auf der Zechenhalde Haniel des Bergwerks Prosper-Haniel in Bottrop tragen. An jeder Station des Kreuzwegs sind neben christlichen, auch Motive aus der Arbeitswelt des Ruhrgebietes dargestellt.
Johannes Rau: Der damalige Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen Johannes Rau bei der Abschlusskundgebung des SPD-Wahlkampfes 1983. Zwei Jahre später kam Rau bei den NRW-Landtagswahlen mit dem Slogan "Versöhnen statt spalten" auf 52,1 Prozent.
Industriestandort Duisburg: Eisenwerk am Rhein bei Duisburg. Aufnahme um 1935. Mit Kohle und Stahl war Nordrhein-Westfalen das Pionierland des Industriekapitalismus in Deutschland.
Taubenzucht in NRW: In den sechziger bis achtziger Jahren hatte die SPD in Nordrhein-Westfalen die Rolle des großen Bruders der "kleinen Leute", der sich um alles kümmert, inne. Der sozialdemokratische Funktionär war einer von ihnen - Betriebsrat im gleichen Werk, direkter Nachbar oder auch Züchter im selben Verein. Die Aufnahme zeigt Fritz Eichenauer aus Gelsenkirchen, einen der erfolgreichsten Taubenzüchter Deutschlands, am 27. Januar 1995 in einem Taubenschlag mit seinen Brieftauben-Weibchen.
Wolfgang Clement: Am 27. Mai 1998 wurde Clement zum Nachfolger Johannes Raus im Amt des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen gewählt. Mit ihm kam es zu einem Wechsel in der SPD-Politik im Ruhrpott - "Ergreift Initiative, übernehmt Verantwortung, werdet innovativ, verändert euch", wurde verlangt.
Die Aufnahme zeigt den damaligen nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten am 9. Oktober 2001 in der Düsseldorfer Staatskanzlei bei der Vorstellung seines Beschäftigungsprogramms für Nordrhein-Westfalen.
Moment des Triumphs: Nach seiner Wahl zum Bundeskanzler wird Gerhard Schröder am 27. Oktober 1998 im Bundestag in Bonn vom SPD-Vorsitzenden Oskar Lafontaine (M.) umarmt, links applaudiert Rudolf Scharping, vorne rechts klatschen Peter Struck und Anke Fuchs (verdeckt). Ende der neunziger Jahre war es mit dem politischen Kümmerermodell der SPD in Nordrhein-Westfalen vorbei - stattdessen waren nun Eigenverantwortung, Selbstbeteiligung und private Vorsorge gefordert. Viele Menschen, die im "System Rau" Geborgenheit und Schutz gefunden hatten, wandten sich enttäuscht von der Partei ab.
Bergarbeiter: Eine Gruppe Kumpels 1956 in der Zeche Hannover-Hannibal im Ruhrgebiet. Ab den sechziger Jahren setzte die SPD in Nordrhein-Westfalen auf ein bürgernahes Konzept - sozialdemokratische Funktionäre hatten stets ein offenes Ohr für die Sorgen der "kleinen Leute" und spendeten Trost.
Warnstreik: Mit dem Beginn der Kohlekrise 1958 und dem folgenden Zechensterben in Nordrhein-Westfalen in den sechziger Jahren, erlebte die SPD dort ihren Aufstieg. Mit der Erosion des Bergbaus zerbrach das kommunistische Milieu und die wirtschaftsliberal grundierte CDU unter Ludwig Erhard büßte Vertrauen ein.
Die Aufnahme vom 28. April 2005 zeigt eine Gruppe Stahlarbeiter, die in Bochum im Rahmen eines Warnstreiks für eine Erhöhung ihrer Löhne protestiert.
Johannes Rau wird Bundespräsident: Kurz vor seiner Wahl zum Bundespräsidenten machte Johannes Rau einen Besuch in München. Seine herzliche und christliche Art hat sehr beeindruckt.