Galaktische Müllkippe Was so im All rumfliegt
Galaktische Müllkippe: Mehr als hundert Gegenstände ließen Buzz Aldrin (Foto) und Neil Armstrong auf dem Mond zurück, als sie am 21. Juli 1969 um 17.54 Uhr Weltzeit den Erdtrabanten verließen. Im Vordergrund befindet sich ein Gerät zur Messung von Mondbeben. Ganz im Hintergrund ist die US-Flagge zu sehen. Doch es blieben nicht nur Messgeräte und ein Banner zurück - unter anderem landeten auch die Urinbeutel der Astronauten im Mondstaub.
Wir kommen in Frieden: ... und bringen Geschenke mit. Der goldene Ölzweig, den Neil Armstrong auf der Mondoberfläche hinterließ, soll den Wunsch der Menschheit nach Frieden symbolisieren - nun ist er ein weiteres Stück Nippes auf dem Erdtrabanten.
Eine Scheibe Erde: Die "Apollo 11"-Astronauten ließen zur Erinnerung an ihre Mission auch diese Scheibe aus Silizium (r.) mit eingravierten Botschaften aus 73 Ländern der Erde auf dem Mond zurück. Die münzgroße Platte mit den Mitteilungen sollte einen symbolischen Zweck erfüllen und die friedlichen Absichten der Mission unterstreichen.
Kurzer Aufenthalt: Zwei Stunden und 31 Minuten verbrachte die "Apollo 11"-Crew auf dem Mond - und hinterließ mehr als hundert Gegenstände. Gewiss mehr Müll, als eine vierköpfige Familie bei einem ebenso langen Picknick auf der Autobahnraststätte zurücklassen würde. Auf dem Foto richtet Buzz Aldrin ein Sonnenwindsegel aus.
Auch in der Umlaufbahn der Erde befindet sich jede Menge Allmüll: Die Computersimulation der Europäischen Weltraumorganisation Esa nach Daten vom Februar 2009 zeigt Weltraumschrott in der erdnahen Umlaufbahn.
Ein Kracher: Rund hundert Tonnen Altmetall und -plastik liegen auf dem Mond herum. Das wohl hübscheste Stück dieser Sammlung lieferten die Russen, obwohl sie nie persönlich auf dem Mond gelandet sind. Es ist die Sowjetsonde "Lunik 2" (Foto). Diese krachte 1959 mit rund 12.000 Stundenkilometern auf den Erdtrabanten.
Lunares Kulturerbe: Auf dem Foto ist der Astronaut und Kommandant der Apollo 17, Eugene A. Cernan, zu sehen, wie er den Lunar Rover am 11. Dezember 1972 bei einem Außenbordmanöver im Taurtus-Littrow-Tal testet. Dort blieb das Mondauto auch nach dem Rückflug stehen.
Wem gehört der Mond?: Die Fußabdrücke der Apollo-Astronauten (hier im Bild Buzz Aldrin) gehören gemäß des Weltraumvertrages der Vereinten Nationen von 1967 den USA. Doch wer hat Anrecht ...
... auf den Mondstaub, in den der Fußabdruck gedrückt wurde?: Diese Frage bedarf einer Klärung. Denn Weltraumschrott gehört zwar der Nation, die ihn ins All geschossen hat. Doch für den Grund und Boden auf dem Mond gibt es bislang keine juristische Lösung.
Wenig Stauraum im Raumschiff: "Apollo 12"-Astronaut Alan Bean sammelt Mondstaub - den nimmt er mit, seinen Müll nicht. Die Crew hatte den Auftrag, Stauraum für wertvolle Bodenproben zu schaffen, dafür wurde sogar eine der Hasselblad-Fotokameras auf dem Mond gelassen.
Außenbordmanöver: "Apollo 15"-Astronaut James B. Irwin am Mondauto. Die Crew sammelte mit dem Gefährt kilogrammweise Gestein und legten rund 34 Kilometer zurück. Als der Lunar Rover seinen extraterrestrischen Dienst geleistet hatte, parkten die Astronauten ihn an der "Hadley-Rille". Dort könnte er nun von betuchten Weltraumtouristen bestaunt oder gar Stück für Stück als galaktisches Mitbringsel entwendet werden. Dies zumindest befürchten die Gründer des Lunar Legacy Project, die sich dafür einsetzen, dass die Mondlandestellen unter Denkmalschutz gestellt werden.
Bald schon ein Ausflugsort?: "The Eagle", die "Apollo 11"-Landefähre, auf dem Mond. Am 20. Juli 1969 um 20.17 Uhr landete sie vor den Augen von Millionen Fernsehzuschauern im Meer der Ruhe - und machte dieses Fleckchen Mond mit einem Schlag berühmt. Weltraumarchäologen befürchten nun, dass sich der Stützpunkt schon bald in einen Rummelplatz für Mondtouristen verwandeln könnte, die die historischen Fußspuren der Astronauten zertrampeln.
Zukunftspläne: Nach dieser Nasa-Illustration könnte es auf dem Mond schon bald wie auf einem Rummelplatz zugehen. Ein Schreckensszenario für die Wissenschaftler des Lunar Legacy Project.
Souvenirs vom Mond: Sollte der Weltraumtourismus richtig in Schwung kommen, könnte das den lunaren Hinterlassenschaften zum Verhängnis werden. Denn ans Einbetonieren dachte niemand, als die "Apollo 11"-Astronauten die US-Flagge in den Mondboden rammten - zukünftige All-Reisende könnten deswegen die Überreste der Weltraummissionen ganz leicht mitgehen lassen, befürchten einige Wissenschaftler.