Parlamentswahl in Spanien Sánchez auf Siegeskurs
Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat vor Hunderten Anhängern den Sieg seiner Sozialistischen Arbeiterpartei (PSOE) bei der Neuwahl des Parlaments gefeiert. Nach Auszählung von mehr als 99 Prozent der Stimmen errang die PSOE mit 28,7 Prozent mit deutlichem Vorsprung vor allen anderen Parteien den ersten Platz.
"Die Zukunft hat gewonnen, die Vergangenheit hat verloren", rief der 47 Jahre alte Politiker in der Nacht zum Sonntag auf einer Bühne vor der Parteizentrale in Madrid unter tosendem Beifall.
Der Ministerpräsident bedankte sich bei den gut 7,3 Millionen Spaniern, die der PSOE ihre Stimme gegeben haben und ihr so den ersten Sieg bei Parlamentswahlen seit elf Jahren gesichert haben.
Sánchez mit seiner Frau Maria Begona Gomez bei seiner Stimmabgabe. Eine absolute Mehrheit erhält seine Partei aber nicht - es zeichnet sich eine schwierige Regierungsbildung ab.
Die oppositionelle konservative Volkspartei mit ihrem Chef Pablo Casado landete auf Platz zwei. Sie kam auf 16,7 Prozent der Stimmen und damit auf 66 Sitze im Parlament.
Die rechtsextreme Partei Vox und ihr Chef Santiago Abascal kommen auf etwa 10,3 Prozent. Damit wird erstmals seit Jahrzehnten eine rechtsextreme Partei ins Madrider Parlament einziehen. "Wir sind hier, um zu bleiben. Das ist erst der Anfang", sagte Abascal.
Bei der Parlamentsneuwahl in Spanien ist eine historisch hohe Wahlbeteiligung von rund 75 Prozent registriert worden. Das berichteten spanische Medien unter Berufung auf die Wahlbehörde. Das waren fast neun Prozentpunkte mehr als bei der Wahl im Juni 2016. Fast 37 Millionen Spanier waren aufgerufen, in 23.000 Wahllokalen ihre Stimme abzugeben.
Da keine Partei eine absolute Mehrheit erlangte, droht nun erneut eine Pattsituation wie bereits 2016, als Spanien fast ein Jahr lang ohne Regierung war.
Stimmenauszählerinnen in der Universität von Barcelona: Für eine Regierungsbildung wäre Sánchez auf die Podemos und kleinere Gruppierungen wie die baskischen Nationalisten oder katalanischen Separatisten angewiesen. Letztere waren es allerdings auch, die im Februar Neuwahlen erzwungen hatten, indem sie den Haushaltsentwurf der Sozialisten nicht mittrugen.