Spanien: Was vom Bauboom übrig bleibt - DER SPIEGEL
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Spanien Was vom Bauboom übrig bleibt

Spanien lebte einen kollektiven Kaufrausch - bis die Krise den Traum zerstörte. Hunderttausende mussten ihre Häuser verlassen, weil sie ihre Hypothek nicht bezahlen konnten. Doch die Banken locken wieder mit Angeboten fürs schnelle Geld.
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Spanischer Fußballfan: Die Nationalmannschaft ist erfolgreich - die Wirtschaft des Landes nicht.

Foto: Daniel Dal Zennaro/ dpa
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Kneipier Fran Ameijeiras mit seiner britischen Frau Ellie Baker: Er hat seinen Banker-Job aufgegeben. Das Paar betreibt nun eine sehr gut laufende Bar. Trotzdem baten die beiden bei den Geldhäusern vergeblich um Kredit für ein weiteres Geschäft.

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Skyline von Madrid: Im Norden der spanischen Hauptstadt ragen die Hochhäuser der "Cuatro Torres Business Area" in den Himmel. Vor der Krise erlebte das iberische Land einen Höhenflug - die Wirtschaft boomte, die Bauindustrie brummte.

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Der Turm der "Caja Madrid" (l.) ist mit 250 Metern der höchste, er wurde von Stararchitekt Norman Foster entworfen.

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Der Business District liegt zwischen Wasserfontänen, Skulpturen und Schnellstraßen. Viele Büroräume konnten wegen der Krise nicht vermietet werden. Die jahrelange Bauwut, die Spanien einen schier grenzenlosen Aufschwung bescherte, hat die wirtschaftliche Talfahrt beschleunigt.

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Bauruine im Osten von Madrid: Allein 2009 wurden rund 1,2 Millionen Arbeitsplätze vernichtet - davon mehr als ein Drittel im Bausektor.

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Viele haben sich während der Krise verschuldet: Sie kauften Wohnungen und unterschrieben dafür Hypotheken mit einer Laufzeit von mehr als 30 Jahren. Doch die Immobilienblase platzte, viele verloren ihre Arbeit - und die Träume endeten. Im sechsten Stock dieses Gerichtsgebäudes in Madrid werden die Wohnungen zwangsversteigert.

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"Zu verkaufen" oder "zu vermieten": An vielen Häusern hängen solche Schilder.

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Viele haben sich verspekuliert - auch in der Siedlung El Quiñón 35 Kilometer südlich von Madrid.

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Ein Schild warnt vor dem Betreten des Neubaugeländes von El Quiñón.

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Straßen führen ins Nichts. Auf dem Spielplatz im Park spielen zwei Kinder - an einem Samstagnachmittag.

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40.000 Menschen sollten in der Siedlung einziehen, tatsächlich leben hier heute 3000.

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António Perez ist vor anderthalb Jahren hergezogen. "Hier sollte eine kleine Stadt entstehen, mir gefiel das Projekt", sagt der Lastwagenfahrer. Aber jetzt sei nicht einmal der Fußballplatz eröffnet.

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Auch die Kapelle von El Quinón ist wenig repräsentativ: Sie ist im Erdgeschoss eines Neubaus untergebracht, die Fenster sind vergittert.

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Gute Laune? Fehlanzeige. Die Krise in Spanien ist auch eine Krise dieser Gesellschaft. Zeitungen sprechen von einer "im Misstrauen versunkenen Öffentlichkeit".

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Doch das Leben geht weiter, sagen viele. Und auch die Geschäfte laufen wieder.

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Alles lässt sich kaufen: Die Digitalkamera - finanziert über 24 Monate. Der Fernseher, über 18 Monate. Der Computer, für 46 Euro monatlich

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Mittlerweile gibt es sogar Kredite, um die Hypotheken zu finanzieren.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?