Kalenderblatt: 5.1.1919 Aufstand des Spartakus-Bundes in Berlin
Spartakus-Aufstand: Im Berliner Zeitungsviertel warten Spartakisten hinter einer zerschossenen Barrikade vor dem "Vorwärts"-Gebäude. Der Spartakus-Aufstand, der am 5. Januar 1919 nach einer Massendemonstration begonnen hatte, wurde nach elf Tagen mit äußerter Brutalität niedergeschlagen.
Karl Liebknecht bei einer Rede: Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht hatten bereits 1914 die USPD gegründet. Nach dem Spartakus-Aufstand 1919 in Berlin wurden sie zu dessen Anführern stilisiert - dabei hatte Rosa Luxemburg sich eher widerwillig mit den Aufständischen solidarisiert.
Helden von 1919: Die originale zum Foto gehörige Bildbeschreibung weist die abgebildeten Personen als Mitglieder der durch den Leutnant Paul Hahn aus den Resten des alten (württembergischen) Heeres nach der Demobilisierung im Spätherbst 1918 formierten "Württembergischen Sicherungstruppen" aus, die im Namen der provisorischen Regierung des "Volksstaates Württemberg" am 10. Januar 1919, also während der v.a. von Berlin aus auch auf Stuttgart übergegriffen habenden Spartakus-Unruhen, dort zur Sicherung der "Württemberger Zeitung" eingesetzt worden sind. Ähnlich wie in Berlin, wo es während der Januar-Unruhen im Zeitungsviertel zu regelrechten Straßenkämpfen gekommen ist, markierten die Pressehäuser (in denen im Normalfall auch die Druckereien untergebracht waren) auch in Stuttgart Schwerpunkte der gewaltsamen Auseinandersetzungen: Die angesprochenen Sicherungsmaßnahmen um das Gebäude der "Württemberger Zeitung" (tatsächlich kam es am 10.1. auch hier zu Schießereien mit Toten und Verletzten) etwa wurden angeordnet, nachdem die Spartakisten am Vortag bereits den Tagblatt-Turm, also das Gebäude des Stuttgarter Neuen Tagblatts, zeitweise unter ihre Kontrolle gebracht hatten.