Spaßvogel Ronald Reagan - DER SPIEGEL
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Spaßvogel Ronald Reagan Fünf Minuten bis zum dritten Weltkrieg

Vor 25 Jahren kündigte US-Präsident Ronald Reagan die Bombardierung Russlands an - aus Jux. Der Ex-Cowboy-Darsteller war der wohl mächtigste Witzbold aller Zeiten. Für seine große Rolle als US-Präsident brauchte er Spickzettel - und sorgte so oft für unbeabsichtigte Lacher.
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"Die Hand am Colt": In diesem Western aus dem Jahr 1953 jagt Ronald Reagan als Gesetzeshüter Marshall Johnson üble Schurken. Schon während seiner Filmkarriere spielte Reagan gerne den großen Aufräumer.

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"Million Dolar Baby": 1937 hatte Ronald Reagan von Warner Brothers einen Sieben-Jahres-Vertrag bekommen - und blieb Hollywood dann für rund zwanzig Jahre erhalten. Während seiner Filmkarriere spielte er in mehr als 50 Filmen mit.

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Neue Rolle: Im Dezember 1975 kündigte Ronald Reagan, bisher Gouverneur von Kalifornien, seine Kandidatur für das Weiße Haus an. Zwar verlor er den Vorwahlkampf der Republikaner gegen Gerald Ford, doch vier Jahre später wurde er Kandidat und gewann 1980 die Präsidentschaftswahl. "Ich nehme an, dass jeder Schauspieler davon träumt, einmal den Präsidenten der Vereinigten Staaten zu spielen", sagte der demokratische Kongressabgeordnete Morris Udall über Reagan, "er aber spielt ihn nicht nur - er ist es, was den Spaß an der Sache sicher erhöht."

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Überlebt: Selbst nach dem Attentat auf ihn am 30. März 1981 verlor Reagan nicht seinen Humor. "Liebling", sagte er danach zu seiner Gattin, "ich habe vergessen mich zu ducken." Das war ein im sportvernarrten Amerika wohlbekanntes Zitat des früheren Boxweltmeisters Jack Dempsey nach dessen verlorenem Kampf gegen Gene Tunney 1926.

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Charmebolzen: Sogar die schöne Marilyn Monroe brachte Ronald Reagan zum Lachen - für ihn sang sie jedoch nie "Happy Birthday", wie für Reagans Amtsvorgänger im Weißen Haus, John F. Kennedy.

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Der Witz des Präsidenten: Der Witz, den Reagan am liebsten erzählte,, war dieser: "Ein Kommissar besucht eine Kolchose und hält den ersten Bauern an, den er trifft, um ihn zu fragen, wie ihm sein Leben gefalle. 'Wunderbar', sagte der Mann, 'alle hier fühlen sich pudelwohl' - 'Na', sagt etwas ungläubig der Kommissar, 'was ist mit der Ernte?' - 'Alles in Ordnung', antwortet der Bauer. 'Auch die Kartoffeln?' - 'Mein Herr, wir haben Berge von Kartoffeln, die reichen fast bis an die Füße Gottes.' Da bellt der Kommissar: 'Moment mal. In der Sowjetunion gibt es keinen Gott!' Sagt der Bauer: 'Nun ja, Kartoffeln gibt es ja auch nicht.'"

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Weltgeist zu Pferde: "Es ist ein Gerücht", witzelte Reagan einmal, "dass ich nur deswegen immer jünger aussehe, weil ich immer ältere Pferde reite."

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Wahnsinnig witzig: Präsident Nixon vertraute einmal im Oval Office einem Besucher an, er könne jederzeit "in das Zimmer nebenan gehen, einen Knopf drücken - und 20 Minuten später wären 60 Millionen Menschen tot". Mit der Last dieser Verantwortung gingen manche Politiker eher locker um - wie Nixons Nachfolger Ronald Reagan, der 1984 bei einer Mikrofonprobe ankündigte, die Bombardierung der Sowjetunion beginne in fünf Minuten. Aber auch auf der Gegenseite war man nicht pingelig. Der sowjetische Generalsekretär Leonid Breschnew etwa soll den französischen Präsidenten Georges Pompidou im Oktober 1970 bei einem Besuch in Moskau aufgefordert haben auf einen bestimmten Knopf zu drücken. Als Pompidou gedrückt hatte, sagte Breschnew angeblich: "Herr Präsident, sie haben soeben Paris zerstört". Die Aufnahme zeigt einen US-Atombombenversuch auf den Marshall-Inseln 1946.

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Alternder Cowboy: Auch als Präsident trug Reagan ab und zu Cowboyhut. Die Schurken gegen die er nun antrat, kamen nun aus dem "Reich des Bösen", wie er die Sowjetunion nannte.

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Reagan am Brandenburger Tor: Im Juni 1987 hielt US-Präsident Reagan eine Rede an der Berliner Mauer direkt am Brandenburger Tor, in der er den sowjetischen Generalsekretär Michail Gorbatschow direkt ansprach: "Herr Gorbatschow, öffnen Sie dieses Tor! Herr Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer nieder!" Viele westliche Beobachter hielten diese Forderung für einen unfreiwilligen, dafür besonders schlechten Witz des politischen Naivlings im Weißen Haus - doch in diesem Fall sollte die Geschichte Reagan Recht geben.

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Affiger Auftritt: Nach fast zwanzigjähriger Schauspielkarriere als Star in Filmen wie "Bedtime for Bonzo" (Foto) verdingte sich Ronald Reagan als hochbezahltes Werbegesicht des Elektrokonzerns "General Electric". Schon damals in seinen Werbeauftritten polterte er mit dem Zeitgeist gegen den Kommunismus. " Viele Menschen unter uns glauben nicht, dass wir uns im Krieg befinden", lautete sein mantra, "aber der Krieg ist vor 100 Jahren von Karl Marx erklärt und 50 Jahre später von Nikolai Lenin bestätigt worden."

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Frisch verheiratet: Der junge Ronald Reagan mit seiner ersten Ehefrau Jane Wyman. Er hatte die Schauspielerin 1940 geheiratet, neun Jahre später wurde die Ehe wieder geschieden. 1952 heiratete Reagan erneut - Nancy Davis zog mit ihm 1980 als First Lady in das Weiße Haus ein.

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Zelluloid-Krieger: Im Anti-Nazi-Propagandafilm "Sabotageauftrag Berlin" von 1942 spielte Reagan (links) den Offizier Johnny Hammond, dessen Bomber in Deutschland abgestürzt ist. Von Nazis gejagt, sucht er einen Fluchtweg nach England und schaltet dabei mehrere deutsche Verfolger aus. Fast ein halbes Jahrhundert später, nun als amerikanischer Präsident, zeigte sich Reagan 1984 bei der Feier des 40. Jahrestages der alliierten Invasion in der Normandie tief gerührt - fast als sei er dabei gewesen.

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Happy Birthday, Mr. President: First Lady Nancy Reagan überrascht Reagan am 6. Februar 1983 im Weißen Haus mit einem Geburtstagskuchen.

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