SPD-Kanzlerkandidat Schulz Treue Genossen
Stephan Weil, Ministerpräsident und SPD-Chef von Niedersachsen: Hat sich allein schon deshalb zum Unterstützer von Martin Schulz entwickelt, weil er weder mit dem scheidenden Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel noch mit Hamburgs SPD-Regierungschef Olaf Scholz kann - auch Scholz wäre eine mögliche Alternative zu Schulz gewesen. Traute sich in den vergangenen Wochen auch öffentlich, die Kanzlerkandidatur Gabriels zumindest vorsichtig in Frage zu stellen. Intern hat er währenddessen noch offener für Schulz geworben.
Matthias Miersch, Bundestagsabgeordneter und Chef der Parlamentarischen Linken: Ähnlich wie sein Landeschef Weil - auch er kommt aus Niedersachsen - drückte Miersch seit dem Sommer öffentlich immer wieder mal Skepsis aus, wenn es um die Kanzlerkandidatur von Gabriel ging. Miersch hat wie viele heimische Genossen ausreichend schlechte Erfahrungen mit dem scheidenden Parteichef aus Niedersachsen gemacht - umso bessere dafür mit seinem designierten Nachfolger. Schulz lernte der Parteilinke schätzen, als er mit ihm den Kompromiss für den Ceta-Konvent der SPD im vergangenen Herbst erarbeitete. Miersch stand dem europäisch-kanadischen Freihandelsabkommen anders als der damalige Chef des Europaparlaments lange sehr kritisch gegenüber - am Ende kamen beide zusammen.
Lars Klingbeil, Bundestagsabgeordneter und Chef der niedersächsisch-bremischen Landesgruppe: Klingbeil war sich spätestens im November sicher, dass nur Schulz der SPD aus der Misere helfen könnte. Der war damals zum Nominierungsparteitag des Abgeordneten in Walsrode zu Gast - und wurde von den anwesenden Genossen frenetisch gefeiert, insbesondere von jüngeren Sozialdemokraten. Seitdem warb Klingbeil in der SPD für die Kanzlerkandidatur von Schulz.
Achim Post, Bundestagsabgeordneter und Chef der nordrhein-westfälischen Landesgruppe: So lange wie er hat von den politischen Unterstützern von Schulz keiner mit dem Kanzlerkandidaten zu tun gehabt. Post arbeitete schon als Mitarbeiter der SPD-Gruppe im Europaparlament mit dem damaligen Abgeordneten Schulz zusammen. Als Post Chef der außenpolitischen Abteilung im Willy-Brandt-Haus und Generalsekretär der Sozialdemokratischen Partei Europas wurde, geriet der Kontakt zu Schulz noch enger, der 2012 seine erste Amtszeit als Präsident des Europäischen Parlaments antrat. Als Chef der größten Landesgruppe im Bundestag ist Post nun ein enorm wichtiger Verbündeter für Schulz.
Dietmar Nietan, SPD-Schatzmeister und Bundestagsabgeordneter: Nietan ist als Abgeordneter aus Düren quasi Nachbar des Manns aus Würselen - und ihm schon lange verbunden. Als der junge Parlamentarierer 2005 den Wiedereinzug in den Bundestag verpasste, kümmerten sich der damalige Fraktionschef Peter Struck und Schulz um einen Job für Nietan an der Schnittstelle zwischen Bundestag und Europaparlament. So etwas vergisst man nicht. Als Schatzmeister ist Nietan inzwischen auch Mitglied im SPD-Präsidium, wo in den vergangenen Monaten wohl keiner so eine klare Präferenz für Schulz als Kanzlerkandidat zeigte wie er.