Dunstige Eislandschaft Spektakuläre Pluto-Fotos
Künstlerische Darstellung von "New Horizons": Hauptziel der Mission war Pluto, ein 1930 entdeckter Himmelskörper, dessen Bahn jenseits der des Neptun liegt.
Beim Start im Januar 2006 war Pluto offiziell noch ein Planet. Doch im August 2006 war es damit vorbei. Die International Astronomical Union (IAU) erkannte Pluto den Planetenstatus ab, indem sie eine neue Definition beschloss.
Offiziell gibt es im Sonnensystem acht Planeten: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun. Ein Himmelskörper gilt als Planet, wenn er eine kreisnahe Bahn um die Sonne hat und eine annähernd kugelförmige Gestalt besitzt. Zudem muss er seine Umlaufbahn um die Sonne von anderem kosmischen Material freigeräumt haben. Das letzte Kriterium erfüllt Pluto nicht.
Pluto war für die Astronomen über Jahrzehnte kaum mehr als ein unscharfer Fleck. Diese Aufnahme des Weltraumteleskops "Hubble" aus dem Jahr 1994 zeigt Pluto und seinen Mond Charon. Die Entfernung beträgt 4,4 Milliarden Kilometer. Mithilfe dieser Aufnahme konnten Astronomen die Größe der Himmelskörper neu abschätzen: Plutos Durchmesser wurde mit 2320 Kilometern angegeben, der des Mondes mit 1270 Kilometern. Charon war erst 1978 entdeckt worden.
Anfang Juli 2015 funkte "New Horizons" diese Aufnahme zur Erde. Die Sonde näherte sich Pluto immer mehr - erste Strukturen auf der Oberfläche waren erkennbar.
Am 15. Juli passierte die Sonde den Zwergplaneten in nur 12.000 Kilometern Entfernung. Die hochaufgelösten Fotos von Pluto sorgten weltweit für Begeisterung. Sie zeigen eine ferne, aber teils auch vertraute Welt. Unten rechts ist Pluto zu sehen, dahinter sein Mond Charon.
Der Zwergplanet ist deutlich abwechslungsreicher als Forscher angenommen hatten. Die Nasa-Fotos zeigen Berge, Schluchten, kraterzerklüftete Landschaften und ausgedehnte, glatte Eisebenen.
Nahaufnahmen enthüllten Überraschendes: ein Stück Pluto-Oberfläche mit einer Struktur wie eine Schlangenhaut.
Die Brocken auf der Oberfläche könnten Berge sein - oder Eisklumpen.
Hohe Berge, gefrorene Ebenen, dichte Nebelschwaden zeigt diese Aufnahme des Zwergplaneten.
In der weiten Eisebene, einer auffälligen herzförmigen Region auf Pluto, scheint Stickstoff zu verdunsten und sich weiter östlich abzulagern. Astronomen gaben ihr den Namen Sputnik Planum (Sputnik-Ebene).
Zusammengesetzte Aufnahme von Pluto: So würde der Zwergplanet aussehen, wenn man etwa 1800 Kilometer überm Äquator schwebt und nach Nordosten blickt. Die dunkle, zerklüftete Region nennt die Nasa informell Cthulhu-Region, den hellen Bereich darüber Sputnik-Ebene.
Der Ausschnitt zeigt ein rund 350 Kilometer breites Stück der Pluto-Oberfläche. Die kleinsten erkennbaren Strukturen sind nur rund 800 Meter breit. Im dunklen Gebiet in der Bildmitte erinnert die Oberfläche an eine Dünenlandschaft.
Eislandschaft: Hohe Eisberge sind auf diesem Bild blau hervorgehoben.
Sputnik-Ebene: Die große eisbedeckte Ebene ist nach geologischen Maßstäben wohl noch recht jung.
Am nordwestlichen Rand der Ebene ist das Terrain zerklüftet. Die Oberfläche des Pluto sei so komplex wie die des Planeten Mars, schwärmte ein beteiligter Forscher.
Die Sonde "New Horizons" nahm auch den Mond Charon ins Visier. Er entpuppte sich nicht als jene kraterübersäte Einöde, die manche Astronomen erwartet haben.
Auf der Mondoberfläche finden sich unter anderem ein bis zu neun Kilometer tiefes Schluchtensystem, das mindestens viermal so lang ist wie der Grand Canyon in den USA, sowie eine 600 Kilometer lange Kette von Tälern und Abhängen.