Spionage in West-Berlin - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Spionage in West-Berlin "Alle wurden abgehört"

Mehr als hundert gestörte Telefonleitungen auf einmal? 1973 schrillten im Büro von Fernmeldetechniker Christian Felchow alle Alarmglocken. Schnell machte er ein altes Bleikabel als Ursache ausfindig, kappte es - und geriet so ins Visier des britischen Geheimdienstes.
1 / 8

Abhörmuscheln: Das britische Militär zapfte in den siebziger Jahren diverse Anschlüsse von West-Berliner Bürgern an. Insbesondere bekannte Politiker und Wirtschaftsgrößen, aber auch Studentenführer, konnten sich nicht sicher sein, ob sie unbelauscht telefonierten.

2 / 8

Olympiastadion Berlin: Blick auf das Berliner Olympiastadion (Aufnahme aus dem Jahr 1986). In direkter Nachbarschaft befand sich die Britische Militärbehörde, von der aus die Apparate der Westberliner Polit- und Wirtschaftsprominenz abgehört wurden.

Foto: AP
3 / 8

Fernmeldeamt: Eine junge Frau an ihrem Arbeitsplatz in der Telefonauskunft, Winterfeldtstraße in West-Berlin, aufgenommen 1978. Die Briten hörten bis zu ihrem Abzug aus West-Berlin die Telefone der halben Stadt ab.

4 / 8

Telefonzellen in West-Berlin: Ein Mann muss vor zwei besetzten Telefonzellen warten (Foto von 1970). Auch öffentliche Fernsprecheranlagen wurden vermutlich von den Briten abgehört.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Alexander Enger
5 / 8

Die Stasi hört mit: Auch im Ostteil der Stadt wurde bekanntlich fleißig abgehört. Wer überhaupt den Luxus eines Telefons genoss, musste vorsichtig sein, wen er wohin telefonieren ließ. Mit solchen Aufzeichnungseinrichtungen mit Kassettenrecorder, Ansteuerung und Rufnummernidentifizierung konnte der Geheimdienst der DDR jedes Gespräch abhören.

Foto: Peter_Roggenthin/ dpa
6 / 8

Abhörequipment: Ein Mann hantiert mit einer Anlage zum Anzapfen von Telefonleitungen aus den neunziger Jahren (Aufnahme von 1995). Die Briten zeichneten die Gespräche im Berlin der siebziger Jahre mit großen Magnetspulenbändern auf.

7 / 8

Das Fräulein vom Amt: Der damalige Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Walter Sickert, erkundigt sich im Dezember 1972 bei den Mitarbeiterinnen einer West-Berliner Vermittlungsstelle, ob die Telefonverbindungen zwischen Ost- und West-Berlin störungsfrei funktionieren.

Foto: AP
8 / 8

Ein Gespräch für Liberia: Mitarbeiterinnen einer internationalen Telefonvermittlungszentrale im Jahr 1975. Ein unterbrochenes Bleikabel, dass den Briten zum Abhören diente, ließ den Lauschangriff auffliegen.

Foto: GETTY IMAGES
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?