Sportskandale Eis-Zeit in Genf
Seite an Seite: Beim Besuch von DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker in der Bundesrepublik am 7. September 1987 wehen die Fahnen der BRD und der DDR nebeneinander im Wind - lange undenkbar. Bei der Eishockey-WM 1961 in Genf trat die bundesdeutsche Equipe nicht an, weil das Protokoll verlangte, die Fahnen beider Teams zu hissen.
Heinrich von Brentano: Der CDU-Außenminister schaltete sich 1961 höchst persönlich ein, um eine Ehrung der "Spalterfahne" durch die westdeutschen Eishockey-Nationalspieler zu verhindern. Nach der "Hallstein-Doktrin" drohte die Bundesrepublik allen Staaten mit diplomatischen Konsequenzen, wenn sie die DDR anerkannten - folglich konnte man schlecht eine eigene Nationalmannschaft zur DDR-Hymne gerade stehen lassen.
Willi Daume: Der damalige Präsident des Deutschen Sport-Bundes (DSB) eilte im Porsche aus seinem Urlaub herbei, um vor Ort in Genf einen Kompromiss im Fahnenstreit auszuhandeln - vergeblich. Daume stieg später zum Chef des Nationalen Olympischen Komitees der Bundesrepublik und zum Vizepräsidnet des Internationalen Olympischen Kommitees auf.