Sportspionage bei Olympia 1972 - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Sportspionage bei Olympia 1972 Eiskalter Krieg

Bau auf, bau auf? Bau nach! Als die BRD für die Kanurennen der Olympischen Spiele 1972 einen künstlichen Eiskanal errichtete, fürchtete die DDR um ihre Medaillen. Die Lösung war so genial wie perfide: Die Wildwasserbahn wurde einfach nachgebaut. Um an die Pläne zu kommen, wurde der Osttrainer zum Spion im Westen.
1 / 5

Mitreißendes Novum: Der Augsburger Eiskanal bekam seinen Namen durch die ursprüngliche Funktion als Umgehungskanal für Treibeis. Nach seinem Umbau war er 1972 die erste künstliche Wildwasserstrecke in einem olympischen Wettkampf. Im Jahr zuvor...

Foto: Thorsten Hartmann / CC BY-SA 3.0
2 / 5

...entschieden die zuständigen Funktionäre in der DDR, den weltweit ersten künstlichen Eiskanal so genau wie möglich zu kopieren. Das Bild zeigt den inzwischen nicht mehr betriebenen Kanal im Jahr 2009.

Foto: Kanuclub Zwickau
3 / 5

Einzug der Nationen: Die XX. Olympischen Sommerspiele von München 1972 waren die ersten, bei denen die Ostdeutschen unter eigener Flagge und mit einer eigenen Hymne antreten durften. Umso größer war der Erfolgsdruck für die DDR-Delegation, sportlich zu überzeugen. Um jeden Preis sollten die Ostdeutschen im Medaillenspiegel vor den Gastgebern landen - was letztlich auch dank der vier Goldmedaillen in Augsburg auch gelang.

Foto: AP
4 / 5

Rivalität mit Tradition: 1961 fanden die Weltmeisterschaften im Kanu-Slalom und Wildwasserrennen in Hainsberg in der DDR statt. Der Deutsche Kanu-Verband aus dem Westen boykottierte die Spiele.

5 / 5

Frostige Zeiten: Der damalige Bundeskanzler Willy Brandt auf der Tribüne des Münchner Olympiastadions während der Eröffnungsfeier zu den Sommerspielen 1972. Als die DDR-Kanuten im Olympischen Dorf während des Essens auf ihn trafen, suchten sie Abstand. Doch nicht nur den deutschen Bundeskanzler mieden die DDR-Athleten, es traf auch die westdeutschen Kollegen: "Ein bisschen Ost-West-Krieg war das schon", erinnert sich der damalige BRD-Nationaltrainer Günter Brümmer: "Die Ostdeutschen haben nicht mit uns gesprochen."

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?