Sprechende Primaten "Bitte kitzeln"
Sprachbegabt: Die Schimpansin Washoe war der erste Menschenaffe, der Unterricht in der amerikanischen Gebärdensprache ASL (American Sign Language) erhielt. Bereits nach vier Jahren hatte sie 160 Zeichen gelernt und konnte mit ihren Fingern Sätze wie "Bitte kitzeln" formulieren.
Am Ende beherrschte Washoe rund 250 Wörter und gab ihre Sprachkenntnisse auch an jüngere Artgenossen weiter, die wie sie im Forschungszentrum der Central Washington University in Ellensburg lebten. 2007 starb die talentierte Affendame eines natürlichen Todes.
"Bitte trinken!" Herbert Terrace brachte in den siebziger Jahren einem Schimpansen, den er Nim Chimpsky nannte, die Gebärdensprache bei.
Allerdings wollte der Psychologe nicht zeigen, dass Affen sprechen können. Ganz im Gegenteil: Er wollte beweisen, dass der Mensch die einzige Lebensform ist, die bewusst Sprache gebraucht.
Früh übt sich: Primatenforscherin Francine Patterson trainiert mit dem Gorilla-Baby Koko die Gebärdensprache ASL. Junge Tiere, genauso wie Menschenkinder, lernen leichter Sprachen als ältere Artgenossen - und...
...Koko lernte tatsächlich schnell. Auf diesem Foto von 1975 signalisiert sie ihrer Lehrerin mit der Geste für "Hören", dass sie den Hörer haben will. Das richtige Zeichen für "Telefon" kannte Koko damals noch nicht. Doch schon bald sollte sie sogar reimen können und kreative Metaphern erfinden - wie zum Beispiel weißer Tiger für ein Zebra.
Koko und Kätzchen: Die 115 Kilo schwere Gorilladame kuschelt 1985 mit ihrer neuen Katze. Diese bekam sie, nachdem ihre alte Hauskatze zwei Monate zuvor von einem Auto überfahren worden war.
Nicht schlau, sondern sensibel: Das Pferd "Kluger Hans" begeisterte Anfang des 20. Jahrhunderts sein Publikum damit, über Klopfzeichen mit seinen Vorderhufen Aufgaben in allen vier Grundrechenarten zu lösen, zu buchstabieren sowie Farben und musikalische Harmonien zu unterscheiden. Tatsächlich konnte das Tier weder rechnen noch buchstabieren. Das dressierte Tier reagierte lediglich auf die Reaktionen des Publikums und seines Besitzers Wilhelm von Osten.
Schimpansen-Chat: Mit Hilfe dieser Maschine formulierte die zweijährige Schimpansin Lana in den siebziger Jahren Sätze wie "Bitte gib mir eine Banane". Dies geschah, indem sie auf die entsprechenden Symboltasten drückte.
Die verwendete Computerzeichensprache namens Yerkish verfügte über 256 abstrakte Symbole für Substantive und Verben und wurde eigens für die Primatenforschung entwickelt.
Weltraumpionier: Der Schimpanse Ham in der "Mercury"-Landekapsel nach seinem Flug ins All am 30. Januar 1961. Ham war der erste Affe, der im All unterwegs war - das Experiment, bei der das Tier eine Höhe von 253 Kilometern erreichte, überstand Ham in guter Verfassung.
Unbequemer Flug: Diese vier Bilder zeigen den Schimpansen Ham während seiner Reise ins All. Eine Stunde dauerte sein Trip, den er wohlbehalten überstand.
Vater und Affensohn: Schimpanse Nim Chimpsky fährt mit seinem "Adoptivvater", dem Tierpsychologen Herbert Terrace, Auto - eine Szene aus dem 2011 veröffentlichten Dokumentarfilm "Project Nim".
Der Affenflüsterer: 1989 eröffnete der Tierparkdirektor Fritz Hirsch gemeinsam mit einem Zooaffen die neue U-Bahn-Haltestelle "Tierpark". Das verstörte Tier beruhigte Hirsch, indem er mit dem Schimpansen sprach - so gelang mir dieses Foto.