Spuk von Rosenheim Geisterjäger, bitte kommen
Der entgeisterte Anwalt: Von den Wänden seines Büros fielen die Teller herunter, Deckenlampen pendelten plötzlich hin und her, Schubladen öffneten sich von alleine. Als von seinem Telefon mehrfach die gebührenpflichtige Hotline der Zeitansage angerufen wurde, wusste sich Rechtsanwalt Sigmund Adam (Bild) nicht anders zu helfen und stellte Anzeige gegen unbekannt - wegen Täuschung und Unterschlagung.
Unbekannte Kräfte im Verdacht: Physiker und Techniker wurden beauftragt, den Fall, der als einer der bestuntersuchten im Bereich der paranormalen Geschehnisse gilt, zu klären - darunter auch Paul Brunner vom Technischen Prüfamt der Stadtwerke. Mit eigenen Augen konnte er mitansehen, wie sich ein Ölgemälde an der Wand um 320 Grad drehte. In seinem Abschlussbericht vermerkte er: "Für diese phänomenalen Erscheinungen müssen für die Technik bisher unbekannte Kräfte verursachend sein."
Spukt's hier? Im oberbayerischen Rosenheim kam es im Herbst 1967 zu unerklärlichen Vorfällen: In der Anwaltskanzlei Adam platzten Glühbirnen, Säure lief aus einem Kopierer, Bilder an der Wand drehten sich. Parapsychologen sahen darin einen Fall von Telekinese, Medien schrieben einen Poltergeist herbei, und die Techniker, die die Geschehnisse untersuchen sollten, waren einfach nur ratlos.
Im Fokus: Vor allem wenn die Kanzleiangestellte Annemarie Schaberl anwesend war, traten die Phänomene verstärkt auf. So geriet die damals 19-jährige Sekretärin in den Verdacht, die paranormalen Vorgänge durch Telekinese zu verursachen.
Triumph für die Spukforschung: Auch Hans Bender, Leiter des Freiburger Instituts für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene, wurde hinzugezogen, um die Geschehnisse zu untersuchen.