Ort der Erinnerung "Aktion Weichsel"
Friedhof im Wald: Auf dem griechisch-katholischen Friedhof des Dorfes Czertyzne fanden eine Handvoll von Lemken ihre Ruhestätte. 170 Menschen der ukrainischen Minderheit lebten einst in der polnischen Siedlung, bis im Rahmen der "Aktion Weichsel" im Juni 1947 die Bewohner zwangsdeportiert wurden. Vom Friedhof abgesehen...
...ist von dem Dorf Czertyzne wenig geblieben. Die Kirche und die Häuser wurden 1947 abgerissen, ihre Besitzer enteignet. Ein matschiger Weg führt zu der Siedlung von einst, die sich in der waldigen Gegend am Flüsschen Czertyzanka nur noch erahnen lässt. An einer Böschung des Pfades...
...entdeckte der Autor Matthias Kneip ein hölzernes Kreuz.
"Aktion Weichsel": Im Sommer 1947 führte die polnische Regierung eine Zwangsumsiedlung durch. Dabei wurden ukrainische Dörfer umstellt. Die Bewohner bekamen wenige Stunden Zeit, das Nötigste zu packen, dann wurden sie in bewachten Zügen deportiert. Die Dörfer wurden oftmals niedergebrannt. Bewohner, die man verdächtigte, mit der Ukrainischen Aufstandsarmee zu sympathisieren, wurden in die ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau und Jaworzno gebracht.
Grabkreuze: Einige Kreuze erinnern als letzte Überbleibsel, an das vergessene Dorf. Manche sind aus Gusseisen, andere...
...aus Holz. Die Inschriften sind in Kyrillisch. Von 1785 bis 1947 ließen sich 521 ehemalige Bewohner der Siedlung hier zu Ruhe zu betten.
Gedenken an die Opfer: Das Denkmal auf dem orthodoxen Friedhof an der Terebelska-Straße in Biala Podlaska wurde den Opfern der "Aktion Weichsel" gewidmet