Stalker: Gefährlicher Liebeswahn - DER SPIEGEL
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Stalker Gefährlicher Liebeswahn

Immer wieder sind auch Prominente Opfer von Stalkern. Häufig ist die Erfahrung für sie ein Schock. Die Täter halten ihren Wahn meist für Liebe. Was in einigen Fällen schon zum Tod geführt hat.
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Rebecca Schaeffer: Die junge Schauspielerin wurde 1989 von einem Fan erschossen. Robert John Bardo hatte ihr drei Jahre lang Briefe geschrieben - auf einen hatte sie geantwortet. Mehrfach versuchte er vergeblich, sie am Set zu sprechen. Eines Tages stand er vor ihrer Wohnungstür. Sie schickte ihn weg - er kehrte mit einer Pistole zurück. Ihr Tod löste in den USA eine heftige Debatte über Stalking aus. In der Folge änderte sich die Gesetzgebung - zunächst in Kalifornien, später in allen Bundesstaaten

Foto: AP
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Steffi Graf: Gunter Parche verehrte die Tennisspielerin - so sehr, dass er ihre Konkurrentin Monica Seles aus dem Weg räumen wollte. Bei einem Turnier 1993 in Hamburg nutzte er einen Seitenwechsel, um Seles mit einem Schlachtermesser zu verletzen. Parche wurde zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt - was international Empörung hervorrief. Seles musste lange pausieren und fand nie wieder zu ihrer früheren Form zurück.

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Guido Westerwelle: Der FDP-Chef ließ 2002 einer Mitarbeiterin verbieten, sich ihm zu nähern. Sie hatte ihn über Monate belästigt.

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Jeanette Biedermann: Das Kriminalgericht Moabit verurteilte Eckehardt O. vor zwei Jahren wegen Diebstahl und Hausfriedensbruch zu 3600 Euro. Der frühere Gebrauchtwagenhändler war über ein Dachfenster in ihre Wohnung eingestiegen - weil er glaubte, sie habe sich etwas angetan. Doch sie war gar nicht da. Er war sicher, dass ihn die junge Frau liebte, sich jedoch nicht traute, das Gefühl zu gestehen. Er trank ihren Champagner, schlief in ihrem Bett. Biedermann hielt es in der Wohnung nicht mehr aus und zog um

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Michael Douglas: Dawnette Knight glühte vor Verehrung für den Schauspieler - und hasste seine Frau. "Wir werden Zeta-Jones in Scheiben schneiden und an die Hunde verfüttern", schrieb sie ihm. In einem anderen Brief hieß es: "Wie Präsident Kennedy" werde man ihr das Gehirn aus dem Kopf schießen. Die Frau wurde zu drei Jahren Haft verurteilt.

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Sven Hannawald: Der Skispringer wurde 2004 mehrere Monate von einer 34-jährigen Frau verfolgt. Sie zog sogar in seinen Heimatort Hinterzarten. Immer wieder versuchte sie, Kontakt aufzunehmen, tyrannisierte den Sportler mit Anrufen und Liebesbriefen. Schließlich wollte sie Mitglied in seinem Ski-Club zu werden, doch der Vorstand blockte ab. Hannawald zeigte die Frau an.

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Jil Sander: Das Hamburger Landgericht verurteilte im Frühjahr eine 33-jährige Frau, die der Modeschöpferin über Jahre hinweg immer aggressiver nachgestellt hatte. Schließlich äußerte sie Morddrohungen gegen Sander und ihre Lebensgefährtin. Vor Gericht behauptete sie, sie selbst sei das Opfer und mehr als 300 Mal von Sander anfgerufen worden. Die Richter verhängten ein Jahr und drei Monate Haft.

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John Lennon: Am 8. Dezember 1980 erschoss Mark Chapman den früheren Beatle in New York. Er war als Kind ein glühender Verehrer von Lennon, was später in grenzenlosen Hass umschlug. Auslöser soll der Satz Lennons gewesen sein "Wir sind jetzt berühmter als Jesus". Viele Jahre später sagte Chapman einmal: "Ich tötete John Lennon, weil ich kein Niemand mehr sein wollte."

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Jodie Foster: Die Schauspielerin erlebte einen der wohl verstörendsten Stalking-Fälle. Monatelang verfolgte John Hinckley die Oscar-Gewinnerin. 1981 verübt er ein Attentat auf den damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan, um Foster auf sich aufmerksam zu machen. Er wollte sie mit der Tat beeindrucken, schrieb er in einem Brief. Reagan überlebt schwer verletzt mit einem Lungenschuss. Foster schottet seitdem ihr Privatleben völlig ab. In einem ihrer spärlichen Interviews sagte sie später einmal, sie habe sich in gewisser Weise schuldig gefühlt.

Foto: REUTERS
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