Star-Jäger Ron Galella - DER SPIEGEL
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Ron Galella "Parasit", "Widerling", "Stalker"

Er bestach Kellner, fälschte Ausweise, sprang aus Büschen: Um die Stars in intimen Momenten abzuschießen, war Ron Galella kein Trick zu schäbig. Für einestages erinnert sich der Uropa der Paparazzi, wie er Jackie Kennedy um die Welt jagte - und welche Schauspieler ihm Zähne ausschlugen.
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Grande Dame: Schauspielerin Elizabeth Taylor, aufgenommen am 8. Mai 1983 während einer Premierenparty im Restaurant "Tavern on the Green" in New York. Die Aufdringlichkeit Galellas mag Taylor mitunter gehasst haben - seine Schnappschüsse von ihr jedoch fand die Schauspielerin so schön, dass sie acht davon für ihre Autobiographie verwendete. "Die meisten Stars mochten meine Fotos", sagt Galella. Viele seien auch gern von ihm und seiner Nikon überrascht worden, so etwa...

Foto: Ron Galella
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...Rolling-Stones-Muse Jerry Hall und Mick Jagger, die Galella am 16. Januar 1983 in der Mizuno Gallery in Los Angeles ablichtete. "Sie liebten es, von mir fotografiert zu werden", sagt der Paparazzo. Und Pop-Art-Künstler...

Foto: Ron Galella
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Die Schönen und das Biest: Richard Gere und Cindy Crawford während eines Balls zu Ehren des Regisseurs Martin Scorsese 1991 in Los Angeles. Rechts hinter ihnen steht Star-Paparazzo Ron Galella, die Kamera im Anschlag.

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"Ein unheimlich freundlicher Typ": Auch Brooke Shields und Michael Jackson (hier mit dem kleinwüchsigen Schauspieler Emmanuel Lewis auf dem Arm) ließen sich gern von Ron Galella fotografieren. "Brooke stellte mich Michael Jackson vor, er war ein unheimlich freundlicher Typ", sagt Ron Galella. Der Paparazzo fotografierte die drei am 28. Februar 1984 während der 26. Grammy Awards im Shrine Auditorium in Los Angeles.

Foto: Ron Galella
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"Garstige Person": Sean Penn nach einer Aufführung von "Goose & Tom Tom" am 29. August 1986. Außer sich vor Wut holte der Schauspieler gerade zum Faustschlag gegen einen anderen Paparazzo aus, als ihn Ron Galella ablichtete. "Als ich das Foto schoss, stand Madonna hinter mir und rief Sean Penn zu: 'Aufhören, aufhören!'. Er war eine garstige Person", sagt Galella.

Foto: Ron Galella
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Lieblingsbeute Jackie: Jaqueline Kennedy Onassis, die Witwe des US-Präsidenten John F. Kennedy, verlässt am 15. Oktober 1970 das New Yorker Ladengeschäft "Bonwit Teller". "Jackie war ein Traum, sie war mein absoluter Liebling", schwärmt Fotograf John Galella im einestages-Interview, "auch weil sie so natürlich war, nie posierte". Der Rasen gegenüber ihrer Wohnung am New Yorker Central Park wurde zu Galellas zweitem Zuhause, einmal piesackte er Sohn John-John so sehr, dass dieser ihm einen Ball gegen die Kamera warf. Galella ließ erst von Jackie und ihren Kindern ab, als ein Gericht ihm 1982 verbot, sie jemals wieder zu fotografieren - unter Androhung von bis zu sieben Jahren Haft.

Foto: Ron Galella
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"Keine Fotos!": Alfred Hitchcock während einer Veranstaltung der Film Society zu seinen Ehren am 29. April 1974 im Lincoln Center in New York. Der Regisseur vollführte die typische "Keine Fotos!"-Handbewegung - doch da war es schon zu spät. "Beobachte, schieße schnell, und gib niemals auf. So lautet mein Erfolgsrezept", verrät Star-Paparazzo Ron Galella im Interview.

Foto: Ron Galella
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...Andy Warhol bezeichnete Ron Galella einmal gar als seinen "Lieblingsfotografen". Hier fotografierte der Paparazzo den Künstler 1985 beim jährlichen "Council of Fashion Designers of America" im New Yorker Metropolitan Museum.

Foto: Ron Galella
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Liza Minnelli: Die Schauspielerin und Sängerin am 1. April 1974 im Pips Club in Beverly Hills. Um sich Zutritt zu den begehrten Veranstaltungen der Stars zu verschaffen, bestach Galella mitunter Kellner, bandelte mit dem Küchenpersonal an und fälschte Eintrittskarten.

Foto: Ron Galella
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Obsession Jackie: Am 12. Januar 1972 verlässt Jacqueline Kennedy Onassis das Gerichtsgebäude in New York. 26 Tage lang dauerte der Prozess, den sie gegen den Paparazzo Ron Galella angestrengt hatte. Am Ende...

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...ging Jackie siegreich aus dem Verfahren hervor: Die Richter untersagten Galella, der einstigen First Lady Amerikas näher als 25 Fuß (knapp acht Meter) zu kommen - eine Anordnung, gegen die er mehrfach verstieß.

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"Eine Scheinheilige": Bei den Verhandlungen wähnte sich Ron Galella (hier 1972 vor dem New Yorker Gericht) stets im Recht. Jackie habe sich immer gern von ihm fotografieren lassen und seine Arbeit geliebt, sagt er im einestages-Interview: "Sie war eine Scheinheilige."

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Paparazzi-Pionier: Ron Galella wurde 1931 in den New Yorker Bronx geboren, erste Erfahrungen als Fotograf sammelte er während des Koreakrieges bei der U.S. Air Force. Seit Ende der fünfziger Jahre lichtete Galella die Schickeria der Vereinigten Staaten in ihren privaten Momenten ab und erhob den Star-Schnappschuss zur Kunstform. Heute macht es ihm eine Arthritis in den Beinen unmöglich, mit seiner Kamera weiter auf Jagd zu gehen. Was er nicht bedauert: Schließlich gebe es die Ikonen von einst heute nicht mehr, so Galella. Einzig Taylor Swift würde er gern noch einmal fotografieren, die junge Schauspielerin sei "bildhübsch und talentiert, eine junge Blume, die ganz groß rauskommen wird", sagt er (Aufnahme von 2010).

Foto: AP
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Die Göttliche: Greta Garbo am 1. Juni 1978 in New York. Ron Galella hatte herausbekommen, dass die Filmdiva in der East 52nd Street wohnte und lauerte ihr so lange in einer Telefonzelle auf, bis er sie erspähte. Um unerkannt zu bleiben, hielt sich Garbo ein Taschentuch vors Gesicht - zu erkennen war "die Göttliche" dennoch.

Foto: Ron Galella
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"Zertrümmere seine Kamera!" "Smash his camera" lautet der Titel einer 2010 gedrehten Dokumentation über das Leben Galellas. Der Filmtitel geht auf ein Zitat von Jackie Kennedy Onassis zurück: Als Ron Galella die JFK-Witwe 1972 wieder einmal gemeinsam mit ihrem Sohn John-John ablichtete, schrie Jackie ihrem Agenten zu, er solle den Fotoapparat des lästigen Paparazzo zerstören - was dem Agenten allerdings nicht gelang.

Foto: Getty Images
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