Stasi-Akten Vergangenheit in Fetzen
Stück für Stück: In Zirndorf bei Nürnberg werden aus Säcke vergilbter Papierschnipsel Stasi-Akten rekonstruiert. Als in den letzten Tagen der DDR die Aktenhäcksler heiß liefen, wurden viele belastende Dokumente per Hand zerrissen.
Mühsame Puzzlearbeit: Zerissene Stasiunterlagen werden im fränkischen Zirndorf in mühevoller Kleinarbeit sortiert und wieder zusammengesetzt. Inzwischen hilft dabei ein vom Fraunhofer-Institut eigens entwickeltes Computerprogramm.
Geschredderte Unterlagen: Säcke mit Stasi-Unterlagenschnipseln in Zirndorf bei Nürnberg
Sascha Anderson: Der Schriftsteller Sascha Anderson am 1. März 2002 bei einer Pressekonferenz in Berlin. Der Künstler stellte sein Buch "Sascha Anderson" vor, in dem er seinen Lebensweg von der Kindheit in der DDR bis zu seiner Tätigkeit als IM-Zuträger (inoffizieller Mitarbeiter) für die Stasi schildert. Viele seiner IM-Berichte wurden erst durch die Rekonstruktion in Zirndorf bekannt.
Rekonstruktionsobjekt: Gerd Pfeifer, der Leiter der Abteilung Rekonstruktion von Stasi-Unterlagen, zeigt am 22. Januar 2004 in der Bundesbehörde in Zirndorf einen Sack mit Papierschnipseln. In seiner Abteilung werden zerrissene Stasiunterlagen zusammengesetzt und ausgewertet.
Stolpe und Bischof Braecklein: Der Thüringer Altbischof Ingo Braecklein (rechts) am 3. Mai 1992 neben Manfred Stolpe bei einer Pressekonferenz in Potsdam. Braecklein trat als einer von acht Entlastungszeugen für den unter Stasi-Verdacht geratenen Stolpe auf - aus rekonstruierten Stasi-Akten wurde Braecklein 1996 allerdings selbst als Stasi-IM seit 1959 enttarnt.
Silke Maier-Witt: Die ehemalige RAF-Terroristin Silke Maier-Witt tauchte 1979 in der DDR unter. Wieder zusammengesetze Stasi-Akten dokumentieren, wie die Stasi ihr eine neue Identität verschafft hatte. Das erste Bild stammt aus dem Jahre 1975, die beiden anderen sind undatiert.
Gregor Gysi unter Druck: Der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei wehrt sich seit Jahren gegen die Vermutung, er sei identisch mit dem Stasi-IM "Notar". Per Gericht versuchte Gysi die Freigabe von belastenden Unterlagen durch die Birthler-Behörde zu verhindern, unter denen auch rekonstruierte Aktenschnipsel sind. Das Bild zeigt ihn bei einer Rede im Bundestag am 30. Mai 2008.