Stasi-Geheimknast - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Stasi-Geheimknast Härte bis zum Untergang

Revolution war anderswo: In den Zellen der Stasi herrschte noch Terror, als die SED bereits entmachtet war. Wer das frühere MfS-Gefängnis Hohenschönhausen besucht, kann dort Haarsträubendes hören - wie die Erlebnisse von Manfred Haferburg und Uwe Hädrich.
1 / 19

Wachturm: Umgeben von meterhohen, stacheldrahtbewehrten und mit Wachtürmen gesicherten Mauern, war an ein Entkommen aus Hohenschönhausen nicht einmal zu denken.

Foto: Gedenkstätte Hohenschönhausen
2 / 19

Zellentüren: Um Häftlinge gefügig zu machten, wurde in Hohenschönhausen auch mit Schlafentzug operiert - alle 15 Minuten schalteten die Wärter in der Nacht dann die grelle Neonbeleuchtung der Zelle an und kurz darauf wieder aus.

Foto: Gedenkstätte Hohenschönhausen
3 / 19

Einzelzelle: Das MfS hielt seine Opfer in Hohenschönhausen in winzigen, spärlich eingerichten Zellen wie dieser gefangen.

Foto: Gedenkstätte Hohenschönhausen
4 / 19

Blinder Fleck: Auf einem Stadtplan von Ost-Berlin ist dort, wo sich der Komplex des früheren Stasi-Gefängnisses Hohenschönhausen befindet, nur leeres Gelände zu sehen. Die wenigsten DDR-Bürger wussten von der Existenz dieser Haftanstalt.

Foto: Gedenkstätte Hohenschönhausen
5 / 19

Freigang im "Tigerkäfig": Dieses kleine Stück Himmel war alles, was Gefangene in Hohenschönhausen während ihrer Freigänge außer Mauern zu sehen bekamen. Wegen des Gitterdaches wurde der Hof von den Häftlingen "Tigerkäfig" genannt.

Foto: Gedenkstätte Hohenschönhausen
6 / 19

Total isoliert: Gummizelle im MfS-Untersuchungsgefängnis Berlin Hohenschönhausen.

Foto: Gedenkstätte Hohenschönhausen
7 / 19

Der Fotoraum: Akribisch wurden über die Häftlinge in Hohenschönhausen Akten geführt, einschließlich eines aktuellen Fotos.

Foto: Gedenkstätte Hohenschönhausen
8 / 19

Strandmusik: Manfred Haferburg (ganz rechts mit Gitarre) zu DDR-Zeiten mit Freunden am Ostseestrand. In Stasi-Haft fürchtete der Greifswalder 1989 um sein Leben.

Foto: Gedenkstätte Hohenschönhausen
9 / 19

Manfred Haferburg: Im Sommer 1989 wurde der Atom-Ingenieur verhaftet, als er versuchte, über Prag in den Westen zu flüchten. Er landete als einer der letzten Häftlinge in der Stasi-Untersuchungshaftanstalt Hohenschönhausen.

Foto: Gedenkstätte Hohenschönhausen
10 / 19

Zellentrakt: Das Gefängnis Hohenschönhausen auf einem Schulungsfoto des Ministeriums für Staatssicherheit. Nicht genau zu erkennen ist, ob die dunkel gekleidete Person ein Häftling mit auf den Rücken gefesselten Händen ist.

Foto: BStU
11 / 19

Auf Posten: Das Haftkrankenhaus von Hohenschönhausen auf einem Schulungsbild des MfS. Im Vordergrund rechts sind gut die Sicherungszäune mit Übersteigschutz und ein Wachtposten mit verschränkten Armen zu erkennen.

Foto: BStU
12 / 19

Das Haftkrankenhaus: Bereits Anfang der neunziger Jahre setzten sich ehemalige Häftlinge für den Erhalt der Gebäude und des Gefängnisareals in Hohenschönhausen ein. 1992 wurde das Ensemble unter Denkmalschutz gestellt und 1994 eine Gedenkstätte eröffnet.

Foto: Gedenkstätte Hohenschönhausen
13 / 19

Das Hauptgebäude: Teile des Gebäudekomplexes in Hohenschönhausen standen schon zu DDR-Zeiten leer und verfielen. Nur durch umfangreiche Sanierungsarbeiten nach 1992 konnten sie für die heutige Gedenkstätte erhalten werden.

Foto: Gedenkstätte Hohenschönhausen
14 / 19

Das Haupttor: Diesen Anblick bekamen die Häftlinge von Hohenschönhausen nicht zu sehen - sie wurden in getarnten Stasi-Fahrzeugen ohne Sichtfenster eingeliefert und auch während der Haft über ihren Aufenthaltsort bewusst im Unklaren gelassen.

Foto: Gedenkstätte Hohenschönhausen
15 / 19

Berüchtigter Bau: Ab Mai 1945 wurde der Komplex in Hohenschönhausen von den Sowjets als Gefängnis genutzt und diente als Sammel- und Durchgangslager. Über 20.000 Menschen wurden von hier in andere Lager abtransportiert. Nach Gründung der DDR übernahm das Ministerium für Staatssicherheit 1951 das Gelände und richtete hier seine zentrale Untersuchungshaftanstalt ein, in der bis Ende 1989 MfS-Opfer gefangengehalten wurden.

Foto: Gedenkstätte Hohenschönhausen
16 / 19

Gedenken: Im sogenannten Rosenhof steht heute ein Gedenkstein für die Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft 1945-1989.

Foto: Gedenkstätte Hohenschönhausen
17 / 19

Vernehmungszimmer: Besucher der Gedenkstätte können heute auch rekonstruierte Vernehmungszimmer wie dieses besichtigen. Verhöre konnten sich für Gefangene über einen Zeitraum von mehreren Monaten erstrecken.

Foto: Gedenkstätte Hohenschönhausen
18 / 19

In einer Zelle: Das Foto zeigt das Innere der spartanisch eingerichteten Zellen. Die Farbe an den tristen Wänden blättert langsam ab.

Foto: Timo Deiner
19 / 19

Zellentüren: Das Foto zeigt einen Teil des Gebäudes mit Zellentüren auf beiden Seiten. Durch ein Ampelsystem wurde sichergestellt, dass sich die Häftlinge auf den Gängen nie sehen konnten. Die einzige Bezugsperson für den Inhaftierten war ein Mitarbeiter des MfS, der auch Befragungen durchführte.

Foto: Timo Deiner
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?