Stasi und DDR-Opposition - DER SPIEGEL
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Stasi und DDR-Opposition Zoff um Zion

Mit der Aktion "Falle" wollte die Stasi Ende November 1987 die Ost-Berliner Opposition zerschlagen. Doch der Sturm auf die "Umweltbibliothek" in der Berliner Zionsgemeinde geriet zum PR-Desaster - der erste Übergriff auf kirchliche Räume seit der Stalin-Ära wurde zur Geburtsstunde der Massenproteste gegen die SED.
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Verhaftet um Mitternacht: In der Nacht vom 24. auf den 25. November 1988 durchsuchte ein Kommando des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR die Räume der oppositionellen "Umweltbibliothek" (UB) in der Zionsgemeinde in Berlin-Prenzlauer Berg. Das Foto wurde nach der Stürmung der UB von der Stasi aufgenommen und zeigt die Mitglieder der UB, die gerade die oppositionelle Zeitschrift "Umweltblätter" druckten. Von links nach rechts: Bodo Wolff, Till Bötcher, Bert Schlegel, Wolfgang Rüddenklau und Tim Eisenlohr.

Foto: Robert-Havemann- Gesellschaft/BStU
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Die Berliner Zionskirche: In den Räumen der Zionskirche (hier eine Aufnahme von 1985) kam 1987 die oppositionelle "Umweltbibliothek" unter, die innerhalb kürzester Zeit zum wichtigsten Zentrum der DDR-Umweltbewegung zu einer der wichtigsten Schaltstellen der DDR-Opposition wurde. Hier wurden die Samsidat-Zeitschriften "Umweltblätter" und "Grenzfall" gedruckt - letzterem galt die Durschuchungsaktion der Stasi in der Nacht zum 25. November 1988.

Foto: Robert-Havemann- Gesellschaft
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Ausstellung in der "Umweltbibliothek": Die "UB" wurde sehr schnell auch ein wichtiger kultureller Treffpunkt für staatsunabhängige Künstler und ihr Publikum, wie hier bei der Eröffnung der Ausstellung "Zerfallserscheinungen" des Künstlers Eckerhard Ruthenberg, die die Verwahrlosung jüdischer Friedhöfe in der DDR thematisierte.

Foto: Robert-Havemann- Gesellschaft/Siegbert Schefke
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Blattmacher Rüddenklau: Wolfgang Rüddenklau, Mitbegründer der oppositionellen Ost-Berliner "Umweltbibliothek" (UB), beim sortieren und heften der Untergrundzeitschrift "Umweltblätter" in den Räumen der UB, Dezember 1987.

Foto: Robert-Havemann- Gesellschaft/Ann-Christine Jansson
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Oppositionsblatt "Grenzfall": Anders als andere DDR-Untergrundzeitschriften verzichtete der "Grenzfall", herausgegeben von der "Initiative für Frieden und Menschenrechte" (IFM), darauf, sich das Plazet der Kirchenführung zu holen - und damit auf eine gewisse Legalität als "innerkirchliche" Publikation. Bei der Razzia in den Räumen der Berliner "Umweltbibliothek" am 25. November 1988 wollte die Stasi die eigentlich die Macher des "Grenzfall" erwischen - und damit auch die Kirche unter Druck setzen, weil diese in ihren Räumlichkeiten die Herstellung "illegaler Druckerzeugnisse" zuließ. Tatsächlich wurden zum Zeitpunkt der Durchsuchung aber die "Umweltblätter" gedruckt, der als "innerkirchliche" Zeitschrift zugelassen war.

Foto: Robert-Havemann- Gesellschaft
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TV-Team vor der Zionskirche: Ein ARD-Team nimmt Demonstranten vor der Zionskirche auf, die eine Mahnwache für die Inhaftierten des Stasi-Überfalls auf die "Umweltbibliothek" vom 25. November halten. Indem sie die Information über die Razzia noch in der Nacht an die Westmedien weitergaben, konnten die Ost-Berliner Oppositionellen Protest in Ost wie West mobilisieren und die SED zur Freilassung der Inhaftierten zwingen. Zum ersten Mal erlebten viele DDR-Bürger, dass sich mit Protest Veränderungen erreichen ließen. Dass die Stasi die Arbeit der Westjournalisten genau bebobachtete, wie dieses Observationsfoto dokumentiert, nützte ihr am Ende wenig.

Foto: Robert-Havemann- Gesellschaft/BStU
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Stasi-Observationsfoto: Von Anfang an stand die oppositionelle "Umweltbibliothek" (UB), die sich in den Räumen der Zionsgemeinde in der Griebenowstraßee 16 in Berlin-Prenzlauer Berg befand, unter strenger Beobachtung durch das MfS - wie dieses Observationsfoto von März 1987 belegt. In der Nacht zum 25. November 1988 startete das MfS dann die Aktion "Falle": eine Razzia auf die UB, bei der die Redaktion des Untergrundblattes "Grenzfall" ausgehoben werden sollte. Doch für SED und Stasi geriert die Durchsuchung zum Desaster.

Foto: Robert-Havemann- Gesellschaft/BStU
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?