Statistiker Emil Gumbel Rechnen gegen den Terror
Kühler Kopf: Der Mathematiker Emil Julius Gumbel hatte 1922 mit seinen Statistiken die Rechtslastigkeit der Weimarer Justiz entlarvt. Eine würdige Anerkennung seines Werks blieb ihm jedoch versagt.
Politikone: Rosa Luxemburg, eine der prominentesten Linken ihrer Zeit wurde am 15. Januar 1919 unter Federführung des rechten Freikorps Garde-Kavallerie-Schützen-Division ermordet. Das Freikorps forcierte die Jagd auf Sozialisten in Berlin.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-14077-006
Prominenter Redner: Karl Liebknecht spricht im Dezember 1918 im Berliner Tiergarten auf einer seiner letzten Kundgebungen. Etwa einen Monat später wird er gemeinsam mit Rosa Luxemburg durch die Garde-Kavallerie-Schützen-Division verhaftet und anschließend hinterrücks in einem Park erschossen.
Signatur im Bundesarchiv: B 145 Bild-P046271
Standrechtlich erschossen: Nicht nur namhafte Personen des linken Spektrums wurden von den rechtsextremen Freikorps erschossen. Unter dem Deckmantel des Standrechts fanden zahlreiche revolutionäre Kämpfer nach deren Gefangennahme den Exekutionstod. Dass im Zuge dessen auch viele unbeteiligte Personen ermordet wurden, belegte Gumbel in seinen Büchern. In einem Fall berichtet er von einem bayerischen Sozialdemokraten, der von Freikorpssoldaten hingerichtet wurde, weil er mit Feldstecher und Straßenkarte aufgegriffen wurde. Dass der Mann unbewaffnet war, interessierte niemanden.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 102-00539
Prominentes Opfer: Er war kein Linker - dennoch wurde der Liberale Walter Rathenau (DDP), zuletzt Reichsaußenminister, ein Opfer des rechten Terrors. Er wurde im Juni 1922 von zwei Angehörigen der sogenannten Organisation Consul ermordet.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-L40010
Politischer Mord: Seine konservative Gesinnung als Mitglied der Zentrumspartei konnte Matthias Erzberger, Mitte, nicht vor dem Hass der Rechtsterroristen schützen. Zunächst durch seine Unterstützung der Annahme des Versailler Vertrags als Erfüllungspolitiker verschrien, schuf er sich durch die Steuerreform, die er als Finanzminister durchführte, weitere mächtige Feinde auf Seiten des konservativen Großkapitals. Schließlich wurde die nationalsozialistische Terrororganisation Consul auf Erzberger angesetzt.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-R10390
Letzter Abschied: Diese Aufnahme von der Beisetzung des ermordetem KPD-Führers Karl Liebknecht und anderer Opfer des Spartakus-Aufstands wurde auch als Postkarte verbreitet. Die sterblichen Überreste von Liebknechts Mitstreiterin Rosa Luxemburg wurden erst am 1. Juni 1919, fast ein halbes Jahr nach der Tat, aus dem Landwehrkanal geborgen. Auch Liebknecht und Luxemburg waren dem rechten Terror zum Opfer gefallen.
Spartakisten: Einige nur spärlich bewaffnete Aufständische marschieren im Januar 1919 zu ihrem Einsatzort in Berlin. Der Spartakusaufstand, der am 5. Januar 1919 nach einer Massendemonstration begonnen hatte, wurde nach elf Tagen mit äußerter Brutalität niedergeschlagen. Die reaktionären Freikorps, die die Revolution niedergeschlagen hatten, gaben sich mit ihrem Sieg jedoch nicht zufrieden und mordeten anschließend unter den Unterstützern und Führern der Linken weiter.