Stauffenberg-Film - DER SPIEGEL
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Stauffenberg-Film "Ich will das nicht sehen"

Gute Unterhaltung oder Geschichtsklitterung? Der umstrittene Stauffenberg-Film läuft jetzt in den deutschen Kinos an. Nachfahren von Widerständlern durften ihn vorab sehen. Die Reaktionen auf die Hollywood-Version des 20. Juli 1944 sind unterschiedlich - selbst innerhalb einer Familie.
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"Operation Walküre": Der Widerstand, wie ihn Hollywood sieht. Claus Schenk Graf von Stauffenberg (Tom Cruise) wird von Henning von Tresckow (Kenneth Branagh) in den Kreis der Verschwörer eingeführt. Es sind Szenen wie diese, die den Historiker Detlef Graf von Schwerin stören: "Diese Menschen lebten jahrelang im Schatten der Gestapo, ein Treffen wie dieses hätte gegen alle Vorsichtsmaßnahmen verstoßen."

Foto: UNITED ARTISTS
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Detlef Graf von Schwerin: Der Sohn des hingerichteten Widerstandskämpfers Ulrich-Wilhelm Graf von Schwerin von Schwanenfeld und promovierte Historiker ist kein Fan des Stauffenberg-Films "Operation Walküre". Ihn stören vor allem Fehler in der Verfilmung: "Manche Szenen sind historisch einfach falsch." Detlef Graf von Schwerin hat Erfahrung beim Aufspüren von falschen Fährten: Er war über zehn Jahre lang Polizeipräsident von Potsdam. Auf dem Foto von 1997 präsentiert er auf einer Pressekonferenz eine Goethe-Büste und ein Gemälde, die zuvor von Räubern gestohlen worden waren.

Foto: dpa
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Gedenken an den Vater: Detlefs älterer Bruder Wilhelm Graf von Schwerin von Schwanenfeld bei der Feierstunde zum 64-jährigen Jubiläum des gescheiterten Hitler-Attentats 2008 an der Gedenkstätte im Berliner Bendlerblock. Er bewertet den Stauffenberg-Film "Operation Walküre" positiv. Der Film sei eine gute Plattform, um den deutschen Widerstand in Amerika und in der Welt bekannt zu machen. Die Sorgen, dass Stauffenberg und seine Mitverschwörer in einem reinen Effekt-Feuerwerk verheizt würden, haben sich seiner Meinung nach nicht bestätigt. "Es ist eben nicht der reine Hollywood-Film, vor dem wir alle Angst hatten."

Foto: dpa
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Widerstandskämpfer: Ulrich-Wilhelm Graf von Schwerin von Schwanenfeld - hier mit seiner Frau Marianne - gehörte zum engsten Kreis der Verschwörer des 20. Juli. Er arbeitete im Amt Abwehr des Oberkommandos der Wehrmacht und war die Schnittstelle zwischen militärischem und zivilem Widerstand. Er wurde am 8. September 1944 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

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Mahnmal für den 20. Juli 1944: 1953 wurde im Hof des Bendlerblocks in Berlin das "Ehrenmal der Opfer des 20. Juli 1944" des Bildhauers Richard Scheibe aufgestellt. Der militärische Widerstand gegen Hitler galt in den folgenden Jahren als Vorbild für die neu geschaffene Bundeswehr.

Foto: FRITZ REISS/ AP
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In der "Wolfsschanze" bei Rastenburg: Am Ort des Attentats, dem Führerhauptquartier "Wolfsschanze" in Ostpreußen versammeln sich 1944 Oberst Claus Graf von Stauffenberg, Konteradmiral von Puttkamer, General Bodenschatz, Hitler und Generalfeldmarschall Keitel (mit Mappe) (v.l.n.r.).

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?