Paul Castellano Der Pate von New York
Meeting mit Folgen: Als der New Yorker Mafiaboss Paul Castellano und sein Vertrauter Thomas Bilotti am 16. Dezember 1985 vor dem Sparks Steakhouse eintreffen, erwarten sie John Gotti zu sehen. Doch der Gangster hat vier Killer geschickt, die den Konkurrenten und dessen Unterboss hinrichten. Das FBI übernimmt die Ermittlungen in dem Fall, der als "Steakhouse Massaker" in die Kriminalgeschichte eingeht.
Mord an Thomas Bilotti: Beim Anschlag auf Paul Castellano, Oberhaupt des Gambino-Mafiaclans, kommt auch dessen Stellvertreter und Leibwächter Thomas Bilotti ums Leben - das Bild zeigt Bilottis Leiche vor dem Sparks Steakhouse in New York, wo sich Castellano mit dem hochrangigen Mobster John Gotti treffen wollte. Nach Castellanos Tod übernimmt Gotti die Geschäfte des Paten.
Thomas Bilotti: Der Stellvertreter von Paul Castellano, Pate der Gambino-Familie, wurde wegen seiner Glatze - auf dem undatierten Foto trägt er ein Toupet - auch "The Wig", die "Perücke", genannt. Außerdem hatte Thomas Bilotti den Spitznamen "The Doberman", weil er für Castellano als Bodyguard arbeitete.
Gambinos Beerdigung: 1976 stirbt Carlo Gambino, Chef der gleichnamigen Familie und Pate von New York. Vor seinem Tod hatte er seinen Schwager Paul Castellano zu seinem Nachfolger bestimmt. Das Bild wurde am Tag der Beerdigung am 18. Oktober aufgenommen. Der 7000 Dollar teure Bronzesarg des Mafia-Oberhaupts wird gerade aus der katholischen Kirche "Our Lady of Grace Roman" in Brooklyn getragen.
Treffen mit Sinatra: Carlo Gambino, erster von rechts, am 26. September 1976 - nur wenige Tage vor seinem Tod. Zusammen mit anderen Mafiamitgliedern trifft er Showlegende Frank Sinatra, zweiter von links, am Rande einer Show im Westchester Premier Theater in New York City in der Garderobe.
Aniello Dellacroce: Als Unterboss des Gambino-Clans ist eigentlich Aniello Dellacroce (Foto vom 12. Februar 1970) der Anwärter auf die Nachfolge Carlo Gambinos. Widerwillig akzeptiert er die Ernennung Castellanos. Doch der neue Pate ist von Dellacroce abhängig. Der Unterboss hält die Familie zusammen - und den unberechenbaren John Gotti unter Kontrolle.
Neuer Pate: John Gotti, der als Auftraggeber hinter dem "Steakhaus-Massaker" steckt, verlässt am 13. Dezember 1990 lächelnd das FBI-Quartier in New York City. Der Mafia-Pate wurde wegen des Mordanschlags auf Paul Castellano befragt.
"Teflon-Don": John Gotti ist das genaue Gegenteil von Paul Castellano. Laut, selbstbewusst und egozentrisch inszeniert er seine Rolle als Pate. In Discotheken gibt er sogar Autogramme. Lange gilt er als "Teflon-Don", weil ihm kein Gericht etwas anhaben kann. Das Bild zeigt Gotti am 14. März 1987 vor seinem Haus in Howard Beach, New York, auf dem Weg zum Grab seines Sohnes.
Kronzeuge Gravano: John Gotti wird schließlich doch verraten, von seinem eigenen Unterboss Salvatore "Sammy" Gravano (Foto von April 1993). Selbst von einer hohen Haftstrafe bedroht, entschließt sich Gravano als Kronzeuge auszusagen. Gotti wird unter anderem wegen 13-fachen Mordes zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt.
"John Gotti forever": Im Juni 2002 stirbt John Gotti im Gefängnis an Kehlkopfkrebs. Am Tag seiner Beerdigung versammeln sich zahlreiche Fans in Queens, New York City.
Staatsanwalt Giuliani: 1983 wird Rudolph Giuliani zum Bundesstaatsanwalt von New York ernannt, um den Kampf mit der Mafia aufzunehmen. Seine Arbeit führt zu einer empfindlichen Schwächung der Organisierten Kriminalität. Zahlreiche Bosse werden zu Haftstrafen bis zu hundert Jahren verurteilt. Für Giuliani ist seine Arbeit ein entscheidendes Karrieresprungbrett. 1994 wird er Bürgermeister von New York und inszeniert sich als Kämpfer gegen Kriminalität.
Boss in Freiheit: Paul Castellano verlässt am 27. Februar 1985 das Gericht in New York, nachdem er eine Kaution von zwei Millionen Dollar gestellt hat. Zusammen mit den anderen Bossen der Mafiafamilien war er zuvor verhaftet worden.
FBI-Ermittlungen: Am Tag nach der Verhaftung der Mafiabosse präsentiert Staatsanwalt Rudolph Giuliani, links, zusammen mit FBI-Direktor William Webster ein Organigramm der fünf Familien. Der Fünferrat wurde als "Kommission" bezeichnet, die italienisch geprägte Mafia von New York als "La Cosa Nostra". Von der Polizei wurden die Mafiosi von "The Mob" oft als Mobster bezeichnet.
Paul Castellano: Schon einen Tag nach seiner Verhaftung ist Paul Castellano wieder auf freiem Fuß. Auf der Fahrt im Polizeiwagen hört er im Autoradio, dass das FBI sein Haus über Monate abgehört hatte. Erschrocken rechnet der Mafia-Pate mit einer langen Gefängnisstrafe.
Mafia-Boss Salerno: Am 27. Feburar 1985 verlässt Anthony "Fat Tony" Salerno das Gerichtsgebäude. Auch er musste wie Castellano zwei Millionen Dollar Kaution stellen. Als Boss der Genovese-Familie war er ebenso verhaftet worden. Später wird er zu hundert Jahren Gefängnis verurteilt, 1992 stirbt er in einem Gefängniskrankenhaus.