Steffi Grafs erster Grand-Slam-Titel - DER SPIEGEL
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Die Tennis-Gräfin "Ich glaube, letztlich hat sie sich auch gefreut"

Sie war das Mädchen mit der Killer-Vorhand: 1987 gewann Steffi Graf mit gerade 17 Jahren ihren ersten Grand-Slam-Titel. Der Sieg gegen Martina Navratilova war der Höhepunkt einer einzigartigen Rivalität im Frauentennis. Denn die beiden verband eine Zuneigung - die mit einem einfühlsamen Brief begann.
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Mit 17 hat man noch Träume: 1983 hat sie zum ersten Mal in Paris gespielt und als 13-Jährige die zweite Runde erreicht. Mit jedem Jahr, das vergeht, kommt Steffi Graf weiter - und triumphiert als 17-Jährige im Endspiel. Nach 50 Jahren hat wieder eine Deutsche einen Grand-Slam-Titel gewonnen. Gegen Martina Navratilova...

Foto: AFP/ dpa
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...ist Graf im Finale jedoch trotz ihrer Jugend keine Außenseiterin mehr. Sie hat die Weltranglistenerste 1986 in Berlin besiegt und auch im Halbfinale von Key Biscayne 1987 dominiert. Im Stade Roland Garros von Paris gewinnt Graf den ersten Satz 6:4. Nach dem...

Foto: AFP
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...4:6 im zweiten Satz und Breakbällen für Navratilova im dritten sieht die US-Amerikanerin wie die sichere Siegerin aus. Doch Graf siegt schließlich im letzten Satz 8:6 und holt sich den Titel - als bis dahin jüngste French-Open-Siegerin. Sie kassiert 1,178 Millionen Francs, ihr bleiben nach Abzug von Steuern umgerechnet rund 100.000 D-Mark. Gefeiert wird...

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...der Erfolg mit der Familie im Pariser Restaurant Bistrot 121. Vater Peter Graf hatte die Location für die Siegesfeier passend gewählt: Das Endspiel seiner Tochter gegen Navratilova dauerte 121 Minuten.

Foto: Chris Cole/ Getty Images
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Doppelpartnerin und Einzelrivalin: Steffi Grafs größte Rivalin war Martina Navratilova, doch Ende der Achtziger war eine gleichaltrige Argentinierin ebenfalls zur Konkurrentin geworden. Gabriela Sabatini besiegte Graf 1990 im Finale der US Open - es sollte der einzige Grand-Slam-Titel für Sabatini bleiben. Neunmal scheiterte sie bei den großen Turnieren an der Deutschen und unterlag Graf auch im Endspiel der Olympischen Spiele 1988.

Zusammen waren beide erfolgreich: 1988 gewann das Duo den Doppelwettbewerb von Wimbledon.

Foto: Getty Images/Allsport UK /Allsport
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Junger Schwede! Steffi Graf stellt kurz vor Beginn der French Open im Mai 1987 in Paris dem Schweden Stefan Edberg beim Interview-Termin ihres Sponsors eine Frage. Edberg war Ende der Achtziger einer der größten Rivalen des anderen deutschen Tennis-Wunderkindes: Boris Becker. Den Männerwettbewerb in Paris gewann 1987 aber Ivan Lendl im Finale gegen Edbergs Landsmann Mats Wilander.

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Zweiter Preis: Tapfer winkt Martina Navratilova am 6. Juni 1987 in die Kameras. Die US-Amerikanerin musste sich in Paris mit dem zweiten Platz zufrieden geben, revanchierte sich aber auf ihre Weise. Die beiden verbleibenden Grand-Slam-Turniere des Jahres in Wimbledon und Flushing Meadow gewann Navratilova - beide Male im Endspiel gegen Steffi Graf.

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Chris Evert: Die US-amerikanische Tennisspielerin Chris Evert 1981 in Aktion. Sie war mit nur einer kurzen Unterbrechung von 1974 bis 1978 Weltranglistenerste und dominierte zusammen mit Martina Navratilova das Damentennis. Doch auch Evert musste Mitte der Achtziger dem neuen Stern Steffi Graf weichen. Die bitterste Niederlage kassierte Evert dabei 1987 im Finale des Millionenturniers von Key Biscane. "Eine Hinrichtung" nannte der deutsche Bundestrainer Klaus Hofsäss Grafs 6:1, 6:2-Erfolg.

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Audienz für die Tenniskönigin: Im April 1987 durfte Steffi Graf Papst Johannes Paul II. im Vatikan die Hand schütteln. Ohnehin war 1987 das Jahr der besten deutschen Tennisspielerin. Sie gewann nicht nur die French Open, sondern siegte auch bei zehn weiteren Turnieren und wurde schließlich im August zur neuen Nummer eins der Tennis-Weltrangliste.

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Vater und Tochter: Nachdem Steffi Graf am 9. September 1989 die US Open in New York im Finale gegen Martina Navratilova gewonnen hatte, wird sie von ihrem Vater Peter Graf umarmt. Graf, ein Gebrauchtwagenhändler aus Mannheim, hatte den Aufstieg seiner Tochter von Beginn an begleitet und managte sie, bis er wegen Steuerhinterziehung Mitte der Neunziger zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt wurde.

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Geschenk für die Prinzessin: Wer in Wimbledon erfolgreich ist, kommt zwangsläufig mit der Queen und ihrer Familie in Kontakt. Steffi Graf lernte so 1988 auch Prinzessin Diana kennen. Die beiden spielten im Juni ein Doppel im Londoner Vanderbilt Tennisclub, das Bild zeigt Diana und Steffi unmittelbar vor dem Spiel. Graf, die das Turnier in jenem Jahr gewann, hatte der damaligen Ehefrau des britischen Thronfolgers einen Schläger geschenkt.

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