Stewardessen Nur die Schönsten kamen in den Himmel
Laufsteg über den Wolken: US-Stewardessen der Fluggesellschaft Southwest Airlines in den siebziger Jahren
Als Fliegen noch schön war: Alexa Hengstenberg, die Autorin, arbeitete von 1964 bis 1971 als Flugbegleiterin für die Lufthansa. Stewardessen hatten zu dieser Zeit allerdings noch den Anspruch, nicht einfach Kellnerinnen in der Luft, sondern "Gastgeberinnen an Bord" zu sein. Sie hatten dafür Sorge zu tragen, dass sich die Fluggäste wie Könige fühlten.
Ganz in Gelb: Eine Stewardess präsentiert die Lufthansa-Uniform der Jahre 1970 bis 1979 - mit Minirock, Handschuhen und Hut.
Glamour-Beruf: Alexa Hengstenberg (l.) lässt sich mit einigen Arbeitskollegen der Lufthansa in der Tür eines Flugzeugs fotografieren. Stewardessen waren Anfang der sechziger Jahre, fast Popstars. Es gab keinen anderen Frauenberuf, der so viel Glamour versprühte, außer vielleicht Schauspielerin oder Mannequin. In Hochglanzmagazinen berichteten Stewardessen von exotischen Orten, die sie bereisten, und von ihren wohlhabenden Gatten, die sie während der Arbeit kennengelernt hatten.
Knietief im Stiefel: Eine TWA-Stewardess präsentiert im Juni 1971 die neueste Uniform der Fluglinie mit Hotpants und Safarikleid. TWA brachte damit mehr nackte Haut über die Wolken als jemals zuvor eine andere Fluglinie.
Makellose Schönheit: Alexa Hengstenberg zu Beginn ihrer Laufbahn als Stewardess 1964. Sie war die erste geschiedene Frau, die von der Lufthansa als Flugbegleiterin eingestellt wurde. Der Ausleseprozess zu dieser Zeit war noch extrem streng, kein Makel durfte das Gesamtbild stören. Schon eine Brille reichte als Ausschlusskriterium.
Ein Tag im Park: In den sechziger Jahren hatten die Crews von Intercontinentalflügen noch bis zu fünf Tagen Aufenthalt in den angeflogenen Städten - aufregende Unternehmungen inklusive. Ausflüge in den Krüger-Nationalpark mit Übernachtung im Zeltlager während des Stop-Overs in Johannesburg standen genau so auf dem Plan wie Expeditionen zu den Tempelanlagen von Chiang Mai im Norden Thailands. Am meisten genoss Alexa Hengstenberg jedoch ihre Aufenthalte in New York, die sich genau so anfühlten, wie sie es sich beim Lesen von Artikel über das Leben von Stewardessen erträumt hatte.
Haute Couture über den Wolken: In den Sechzigern wurden die Stewardessenuniformen häufig von großen Designern kreiert. 1962 stellte die Air France diese Winter- und Sommerkostüme vor. Die Entwürfe stammten von niemand geringerem als Christian Dior.
Flug in die Zukunft: Die Fluggesellschaft Braniff Airways präsentierte 1966 diese futuristischen Uniformen im Pucci-Stil für ihre Stewardessen.
Von der Straße in die Luft: Was die Flugbereiterin der Zukunft tragen würde, stellte sich der Designer Pierre Balmain so vor: 1967 präsentierten zwei Models auf dem Pariser Champs Elysee seine Entwürfe.
Spezieller Service: Flugreisende waren in den sechziger Jahren in erster Linie noch Geschäftsleute und wohlhabende Menschen, für die ein Flugzeug ein angenehmes und schnelles Transportmittel war. Stewardessen waren ihre Gastgeberinnen, die nicht nur Essen und Getränke servierten, sondern sich auch fließend in drei Sprachen mit ihnen unterhalten konnten.
Im Schlaf ans Ziel: In den fünfziger Jahren gab es, zumindest für die Passagiere der ersten Klasse, sogar noch Betten im Flugzeug. Da wurde selbst ein Langstreckenflug zur komfortablen Reise.
Rosarot und knapp: Vier Stewardessen zeigen die Uniform der Pacific Southwest Airlines (PSA) in den Siebzigern - bestehend aus Minirock bzw. Minikleid zu roten Stiefeln.
"Sex sells Seats": Besonders in den siebziger Jahren wurde mit extrem knappen Outfits der Stewardessen auf diese These gesetzt - ein Sprecher der texanischen Southwest Airlines gab sogar unumwunden zu, dass er bei Bewerberinnen zuerst auf die Beine schaue und seinen Blick dann nach oben wandern lasse. "Wenn die Mädchen keine Hotpants tragen können, bekommen Sie den Job nicht."
Stewardessen-Mode: Präsentation zur Einführung der neuen Stewardessen-Uniform von Lufthansa im Jahre 1970.
"Ein Engel auf Erden": 1959 versprach der Beruf der Stewardess noch Glamour. Genau die richtige Rolle also für Romy Schneider. Sie spiele in dem Film "Ein Engel auf Erden" eine Flugbegleiterin.
Ein Gläschen Champagner: Eine Stewardess serviert im Januar 1970 ihren Gästen in der ersten Klasse eines Pan-American Flugs Champagner.
Bord-Lounge: So luxuriös ging es 1965 in der Lounge eines Braniff International-Flugzeugs zu.
Charme-Lehrgang: Einige Flughostessen der TWA (Trans World Airline) wurden im Mai 1946 ausgewählt, an einem Kurs in der TWA-Hauptniederlassung in Kansas City teilzunehmen. Sie wurden dort in Lesen, Französisch, Charme und Unterhaltung unterwiesen.