Stockholm Der Tag nach dem Anschlag
Am Tag nach dem Anschlag kommen Stockholmer zum Ort, an dem ein Lkw erst in eine Menschenmenge und anschließend in ein Kaufhaus fuhr. Viele legen Blumen nieder oder stecken sie an das Absperrgitter, das die Sicherheitskräfte um den Tatort aufgestellt haben.
Der Ort des Anschlags liegt mitten in der belebten Innenstadt. Hunderte Stockholmer sind gekommen, um ihre Anteilnahme zu zeigen. Fast ebenso zahlreich sind die Vertreter der Medien aus aller Welt.
Auch die schwedische Kronprinzessin Victoria und ihr Mann Daniel sind zum Tatort gekommen und legen rote Rosen nieder. Auf die Frage, wie das Land durch diese schwere Zeit kommen solle, antwortet Victoria: "Zusammen."
An allen staatlichen Gebäuden wehen die schwedischen Flaggen auf Halbmast - hier am königlichen Schloss in Stockholm.
Der Tatort ist auch am Tag nach dem Anschlag abgesperrt, Trümmer liegen neben der Stelle, an der der Lkw in das Kaufhaus Åhléns gefahren ist.
Weiterhin sind Beamte der Spurensicherung im Einsatz. Die Polizei geht davon aus, dass ein 39-jähriger Usbeke den Anschlag verübt hat. Sie hatte den Mann am Freitagabend festgenommen.
"Heute ist ein Tag der Trauer", sagt Ministerpräsident Stefan Löfven, als er den Anschlagsort besucht. Jetzt müssten er und seine Landsleute versuchen, ihre Wut in etwas Konstruktives zu verwandeln. "Wir sind eine offene, demokratische Gesellschaft, und das werden wir auch bleiben." Für Montagmittag kündigt der Regierungschef eine Gedenkfeier und eine landesweite Schweigeminute an.
Außenministerin Margot Wallström ist ebenfalls zum Tatort gekommen.
Ein Soldat und ein Junge legen Blumen am Tatort nieder. Vier Menschen sind bei dem Anschlag getötet worden, 15 weitere wurden verletzt, einige von ihnen schwer.
Ein Teil des Sergels-Torgs, dem zentralen Platz in Stockholms Innenstadt, am Tag nach dem Anschlag. Auf der höhergelegene Ebene ist der Tatort abgesperrt, es herrscht eine ruhige, besonnene Stimmung. Die Passanten zeigen Trauer, aber auch Trotz. "Wir sollten hier eine große Party veranstalten, um zu zeigen, dass wir keine Angst haben", sagt ein Obstverkäufer.