Stopp der Dakota-Pipeline Große Freude - wenigstens kurz
Die umstrittene Ölpipeline im US-Bundesstaat North Dakota wird vorerst nicht weiter gebaut. Als sich die Nachricht verbreitet, brechen Ureinwohner und Aktivisten am Standing-Rock-Sioux-Reservat in Begeisterung aus.
Die US-Regierung teilte in der Nacht zu Montag mit, statt des Verlaufs entlang eines Indianerreservats sollten alternative Routen für die Pipeline geprüft werden. Das ist ein großer Sieg für Tausende Ureinwohner und Umweltschützer - dementsprechend wurde gefeiert.
Am Wochenende hatten sich rund 2000 Veteranen den Protesten gegen den Bau der Pipeline angeschlossen. Sie wollten das Camp ausbauen, den Demonstranten eine Pause ermöglichen. An diesem Montag hätten sie das Camp verlassen müssen.
Das Standing-Rock-Reservat der Sioux liegt hoch im Norden der USA und ganz am Rande der dort geplanten Pipeline. Sie ist fertig - bis auf das Stück, das unter dem Lake Oahe entlangführen soll.
Auf den überraschenden Stopp gab es von den Betreibern der Pipeline zunächst keine Reaktion. Anders von den Gegnern: Dave Archambault II, Chef des Stammes der Standing Rock Sioux, erklärte, sein Stamm und alle Indianer würden der Regierung von Präsident Barack Obama auf ewig dankbar sein. Der Lauf der Geschichte sei korrigiert worden.
Rund 300 Stämme hatten sich den Protesten vor Ort angeschlossen. Auf der Facebook-Seite des Reservats werteten sie allein diesen seltenen Zusammenschluss als einen großen Sieg - und den Baustopp erst recht.
Für die Ureinwohner und die Aktivisten dürfte die Freude über den Sieg aber nicht allzu lange andauern. Der designierte US-Präsident Donald Trump hatte erst vergangene Woche bekräftigt, er unterstütze die Fertigstellung des Projekts. Er wird am 20. Januar die Amtsgeschäfte von Barack Obama übernehmen.